Rohstoffpreise ziehen kräftig an – vbw-Index steigt auf 186,1 Punkte
Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft meldet zum Jahresbeginn einen kräftigen Anstieg ihres Rohstoffpreisindex. Das geht aus einer Pressemitteilung des Verbands vom 8. April hervor. Im Januar legte der Index gegenüber dem Vormonat um 8,9 Prozent auf 186,1 Punkte zu und näherte sich damit wieder dem Rekordniveau aus dem Jahr 2022. Aus Sicht der Industrie verschärft das den Druck auf Lieferketten und Materialkosten, vor allem bei für Elektrotechnik und Maschinenbau wichtigen Rohstoffen.
Rohstoffpreise ziehen bei Metallen und Seltenen Erden kräftig an
Besonders stark zogen im Januar die Preise für Industriemetalle und Edelmetalle an. Lithium verteuerte sich gegenüber Dezember um 58,0 Prozent, Indium um 43,8 Prozent. Aluminium legte um 9,4 Prozent zu, Kupfer um 10,8 Prozent. Bei den Edelmetallen stieg Silber um 47,7 Prozent, Platin um 30,4 Prozent und Gold um 10,3 Prozent. Auch bei den Seltenen Erden zeigte sich ein deutlicher Aufschlag: Der entsprechende Index stieg von Dezember auf Januar um 16,5 Prozent. Yttrium verteuerte sich um 23,3 Prozent, Dysprosium um 17,2 Prozent und Samarium um 81,3 Prozent.
Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw, erklärte: „Alle diese Rohstoffe sind von großer Bedeutung für die bayerische Wirtschaft. Sie werden unter anderem in der Elektrotechnik und im Maschinenbau benötigt. Ein verlässlicher Bezug von Rohstoffen, um die Produktion aufrechtzuerhalten, ist eine ständige Herausforderung für die bayerischen Unternehmen.“
Geopolitik verschärft den Druck auf die Industrie
Die vbw führt den Anstieg auf massive geopolitische Risiken und angeschlagene globale Lieferketten zurück. Als zusätzlichen Preistreiber nennt der Verband den seit über einem Monat andauernden Iran-Krieg und warnt vor weiter steigenden Belastungen für die Unternehmen. Gerade Samarium hebt die vbw dabei hervor: Der Rohstoff spielt eine wichtige Rolle für Magnete, die unter anderem in Elektromotoren, der Verteidigungsindustrie sowie in der Luft- und Raumfahrt gebraucht werden.
Vor diesem Hintergrund fordert die vbw politische Priorität für die Rohstoffversorgung. Der Verband drängt darauf, die Abhängigkeit von einzelnen Lieferländern zu senken, die Rohstoffeffizienz über gezielte Forschung voranzubringen und Sekundärrohstoffe stärker über eine umfassende Kreislaufwirtschaft zu nutzen.





