Schwächere Nachfrage nach EV-Batterien: LG Energy Solution erwartet operativen Verlust
Der südkoreanische Batteriezellenhersteller LG Energy Solution (LSEG) rechnet für das erste Quartal 2026 mit einem operativen Verlust von 208 Milliarden Won (rund 120 Millionen Euro). Das berichtete Reuters am 7. April unter Berufung auf die Quartalsprognose des Unternehmens. Damit liegt die Prognose unter den Erwartungen der Analysten. Belastet wird das Geschäft vor allem durch die schwächere Nachfrage nach Batterien für Elektrofahrzeuge.
Quartalsprognose fällt schwächer aus als erwartet
Für das erste Quartal stellte LG Energy Solution neben dem erwarteten operativen Verlust auch einen Umsatzrückgang um 2,5 Prozent auf 6,6 Billionen Won (rund 4 Milliarden Euro) in Aussicht. Damit fiel die Quartalsprognose schwächer aus als die von LSEG erfasste Analystenschätzung, die bei einem operativen Verlust von 160 Milliarden Won (rund 92 Millionen Euro) lag.
In der Quartalsprognose sind bereits Steuergutschriften aus dem US-Inflation-Reduction-Act enthalten, die LG Energy Solution für seine Batterieproduktion in den Vereinigten Staaten erhält. Ohne diesen staatlichen Fördereffekt hätte der operative Verlust laut Mitteilung 398 Milliarden Won (rund 230 Millionen Euro) erreicht. Auch bei den Kunden spiegelt sich das schwächere Umfeld wider: General Motors hatte eines seiner EV-Werke in Detroit bis April stillgelegt.
Energiespeicher sollen Rückgang bei EV-Batterien abfedern
Um die Schwäche im Geschäft mit EV-Batterien auszugleichen, setzt LG Energy Solution stärker auf Energiespeichersysteme. Rückenwind kommt dabei von der wachsenden Nachfrage nach ESS, die laut Reuters durch den steigenden Strombedarf von KI-Rechenzentren angetrieben wird. Bereits im Februar hatte das Unternehmen angekündigt, den Umsatz in diesem Segment im laufenden Jahr im Vergleich zum Vorjahr verdreifachen zu wollen.
Die japanische Investmentbank Nomura schätzte den ESS-Umsatz von LG Energy Solution für 2025 auf rund 2,8 Billionen Won (rund 1,6 Milliarden Euro). Der im vergangenen Monat eingebrachte US-Gesetzentwurf CHARGE Act könnte südkoreanischen Batterieherstellern Rückenwind geben, falls bestimmte in China gefertigte Energiespeichersysteme vom Import ausgeschlossen werden.
Die ausführlichen Quartalszahlen will das Unternehmen am 30. April vorlegen.





