Ceconomy-Übernahme: JD.com sieht Zeitplan wegen Investitionsprüfung in Österreich unter Druck
Der chinesische Onlinehändler JD.com warnt, dass sich die geplante Übernahme des Düsseldorfer Elektronikhändlers Ceconomy über das erste Halbjahr 2026 hinaus verzögern könnte. Davon berichtete Reuters am 30. März. Hintergrund ist ein laufendes Prüfverfahren der österreichischen Investitionskontrollbehörde, das den bisherigen Zeitplan ins Wanken bringt.
Prüfung in Österreich verzögert den Zeitplan
Ob die Übernahme wie geplant im ersten Halbjahr 2026 abgeschlossen werden kann, ist nach Angaben von JD.com derzeit offen. Auslöser ist das laufende Verfahren in Österreich, wo Ceconomy 50 MediaMarkt-Filialen betreibt. JD.com will den Antrag für die 2,5 Milliarden Dollar schwere Übernahme dort nun erneut bei den zuständigen Behörden einreichen.
Ceconomy hatte bereits in der vergangenen Woche erklärt, dass der Fortgang des Genehmigungsverfahrens in Österreich offen sei. An der Börse reagierten Anleger am Montag nervös: Die Aktie des Unternehmens gab im Tagesverlauf um 4,4 Prozent nach.
Ministerium verweist auf Vorgaben für sicherheitsrelevante Übernahmen
Das österreichische Wirtschaftsministerium widersprach der Darstellung von Ceconomy, wonach die Investitionskontrollbehörde eine gemeinsame Lösungsfindung verweigert habe. Nach Angaben des Ministeriums läuft die Prüfung kooperativ und im Austausch mit den beteiligten Unternehmen. Begründet wird das Verfahren mit den üblichen Vorgaben für Übernahmen, bei denen Sicherheitsinteressen, kritische Infrastruktur, öffentliche Ordnung oder Schlüsseltechnologien berührt sein könnten. Italien hat den Deal bereits unter Auflagen freigegeben, für Deutschland erwartet Ceconomy ebenfalls grünes Licht.
JD.com hatte die Übernahme von Ceconomy bereits im vergangenen Jahr angekündigt. Mit dem Deal will sich einer der größten Einzelhändler Chinas mehr Spielraum für die Expansion außerhalb des Heimatmarkts verschaffen.




