EU-Kommission startet 115-Millionen-Euro-Programm für schnelle Verteidigungsinnovation
Die Europäische Kommission will mit dem neuen Förderinstrument AGILE disruptive Verteidigungstechnologien schneller aus der Entwicklung in die Anwendung bringen. Das geht aus einer Pressemitteilung der EU-Kommission vom 25. März hervor. Vorgesehen ist ein Pilotprogramm mit 115 Mio. EUR, das vor allem kleine und mittlere Unternehmen, Start-ups und Scale-ups adressiert. Damit reagiert die Kommission nach eigenen Angaben auf die veränderten Anforderungen moderner Kriegsführung, bei der Tempo in Entwicklung und Erprobung zunehmend zum entscheidenden Faktor wird.
Vier Monate bis zur Förderung, ein bis drei Jahre bis zum Einsatz
Mit AGILE will die Kommission 20 bis 30 Vorhaben unterstützen, die neue Verteidigungstechnologien schneller in den Einsatz bringen sollen. Die Förderung soll in Bereichen ansetzen, die für den technologischen Wandel im Verteidigungssektor besonders relevant sind, darunter künstliche Intelligenz, Quantentechnologie und Drohnen. Für die Mittelvergabe sind vier Monate vorgesehen, bis zum Einsatz bei den Streitkräften sollen ein bis drei Jahre vergehen.
Henna Virkkunen, Exekutiv-Vizepräsidentin für technologische Souveränität, Sicherheit und Demokratie, erklärte: „Mit AGILE beseitigen wir die Hindernisse, die unsere kreativsten Technologieunternehmen davon abgehalten haben, im Bereich der Verteidigung tätig zu werden. Wir wollen eine Kultur des raschen Handelns schaffen und sicherstellen, dass europäische KMU und Start-up-Unternehmen durch innovative Lösungen die Abschreckung und Sicherheit in Europa fördern können.“
Andrius Kubilius, Mitglied der Kommission für Verteidigung und Weltraum, sagte: „Diese Veränderungen verändern die Dynamik auf dem Gefechtsfeld, wo der Mehrwert kleiner Akteure auf der Hand liegt. Sie können Innovationen, Flexibilität und kosteneffiziente Lösungen sowie neue operative Ideen mit sich bringen. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, dass wir diese Technologien rasch testen, validieren und in unsere Verteidigungsfähigkeiten integrieren, um sicherzustellen, dass die europäische Verteidigungsindustrie mit dem sich rasch wandelnden Charakter der modernen Kriegsführung Schritt halten kann.“
Start für Anfang 2027 geplant
Die Kommission will AGILE nun per Verordnung auf den Weg bringen und dazu einen Vorschlag an Parlament und Rat übermitteln. Der Start des Instruments ist für Anfang 2027 geplant. AGILE soll bestehende Förderangebote im Verteidigungsbereich um ein agileres Modell ergänzen, das stärker auf Tempo, Flexibilität und den akuten Bedarf der EU-Staaten zugeschnitten ist.




