Infineon baut Robotik-Kooperation mit NVIDIA für humanoide Roboter aus
Der deutsche Chipkonzern Infineon treibt zusammen mit NVIDIA den Einsatz digitaler Zwillinge und Security-Lösungen in der humanoiden Robotik voran. Das geht aus einer Pressemitteilung des Unternehmens vom 16. März 2026 hervor. Teil der erweiterten Zusammenarbeit sind Simulationsmodelle für ausgewählte Komponenten, Referenzdesigns für intelligente Aktuatoren sowie Sicherheitsbausteine für Physische KI. Die Partner wollen damit die Entwicklung humanoider Roboter beschleunigen und den Weg vom Labor in reale Einsatzumgebungen verkürzen.
Simulation soll Integrationsrisiken bei humanoiden Robotern senken
Im Mittelpunkt stehen digitale Zwillinge intelligenter Aktuatoren und ausgewählter Sensoren von Infineon, die in NVIDIA Isaac Sim und NVIDIA Isaac Lab zum Einsatz kommen sollen. Damit können Entwickler Bewegungssteuerung und Wahrnehmung in realitätsnahen Robotik-Simulationen schon früh testen und anpassen, noch bevor Hardware aufgebaut oder integriert wird. Das soll Entwicklungsabläufe straffen, den Weg zur Markteinführung verkürzen und den Einsatz humanoider Roboter in Logistik, Fertigung und Service leichter planbar machen.
Humanoide Roboter sind Systeme, die ihre Umgebung erfassen, in Echtzeit entscheiden und in für Menschen ausgelegten Arbeitsumgebungen verlässlich handeln müssen. Dafür sei eine durchgängige Kette halbleiterbasierter Funktionen nötig, von Sensorik, Verarbeitung und Aktuatorik bis zu Konnektivität und Energiemanagement. Infineon will seine Halbleiterlösungen deshalb in NVIDIAs Simulations- und Robotikplattformen einbringen, um genau diese Kette aus Wahrnehmen, Denken und sicherem Handeln schneller in skalierbare Anwendungen zu überführen.
Adam White, Divisionspresident Power & Sensor Systems bei Infineon, sagte: „Die rasante Expansion des Robotikmarktes wird das Wachstum im Halbleitermarkt beschleunigen, da intelligente Maschinen auf Mikroelektronik angewiesen sind, um sicher und geschützt wahrzunehmen, zu denken und zu handeln. Durch die Kombination der Technologien von Infineon in den Bereichen Leistungselektronik, Motorsteuerung, Mikrocontroller und Security mit NVIDIAs Robotik- und Digital-Twin-Plattformen sowie dem Halos AI Systems Inspection Lab helfen wir Entwicklern, Designs schneller zu validieren, humanoide Roboter vom Labor in den realen Betrieb zu überführen und von Prototypen zu einem sicheren Einsatz in industriellen Umgebungen zu skalieren."
Systemarchitektur für humanoide Roboter verknüpft Steuerung mit Jetson Thor
Damit die simulierten Abläufe später auch in realer Hardware funktionieren, arbeiten beide Unternehmen an einer gemeinsamen Systemarchitektur für humanoide Roboter. Diese zielt auf Systeme, die trotz kompakter Bauweise mit geringer Latenz und hoher Leistungsdichte arbeiten. Dafür will Infineon Motorsteuerungslösungen mit NVIDIA Holoscan Sensor Bridge und der Entwicklerplattform Jetson Thor verzahnen. Ergänzt wird das durch AURIX™- und PSOC™-Mikrocontroller, die Post-Quanten-Kryptographie für den Schutz von Firmware und Systemen unterstützen.
Durchgängige Absicherung vom Gerät bis zur Cloud
Mit wachsender Nähe zum realen Einsatz gewinnt auch die Frage an Gewicht, wie sich diese Robotersysteme durchgängig absichern lassen. Infineon setzt bei den Referenzdesigns auf Hardware-TPM-Chips und zusätzliche Sicherheitskomponenten, um Schutzmechanismen für KI-Modelle, Daten und die komplette Systemkette vom Jetson-Modul bis zur Cloud bereitzustellen. Einbezogen wird zudem die Halos-Safety-Plattform für zertifizierbare Systeme in autonomer Mobilität und Robotik der Stufe 4. Nach Angaben des Unternehmens geht es dabei um durchgängige Schutzmechanismen über den gesamten Stack hinweg, darunter Secure Boot, verschlüsselte Kommunikation und abgesicherte Over-the-Air-Updates.
Deepu Talla, Vice President Robotics and Edge AI bei NVIDIA, erklärte: „Die nächste Generation humanoider Maschinen erfordert Physische KI, die zuverlässig in komplexen, realen Umgebungen navigieren kann und gleichzeitig höchste Standards für funktionale Sicherheit und Security. Durch die Integration von NVIDIA Jetson Thor und fortschrittlichen Simulationstechnologien in seine Sensor- und Aktoriklösungen bietet Infineon Entwicklern eine leistungsstarke Plattform, um die Markteinführung verlässlicher, autonomer Systeme der nächsten Generation voranzutreiben."


