Volkswagen-Gewinn halbiert sich – Konzern verschärft Sparprogramm und kämpft um Marktanteile in Chin
Volkswagen hat im Geschäftsjahr 2025 einen massiven Gewinneinbruch verzeichnet. Der operative Gewinn des Konzerns fiel auf 8,9 Milliarden Euro und lag damit deutlich unter dem Vorjahresniveau. Davon berichtete Reuters am 10. März. Belastet wird Europas größter Automobilhersteller unter anderem durch Handelskonflikte, wachsende Konkurrenz in China und Probleme bei der Sportwagenmarke Porsche. Der Konzern reagiert mit einem umfangreichen Sparprogramm und einem weitreichenden Stellenabbau in Deutschland.
Gewinneinbruch verdeutlicht zunehmenden Druck auf europäische Autohersteller
Volkswagen erzielte im Geschäftsjahr 2025 ein operatives Ergebnis von 8,9 Milliarden Euro. Damit hat sich der Gewinn im Vergleich zum Vorjahr mehr als halbiert und blieb zugleich unter den Erwartungen von Analysten, die im Durchschnitt mit rund 9,4 Milliarden Euro gerechnet hatten.
Der Umsatz des Konzerns entwickelte sich dagegen kaum und lag weiterhin bei etwa 322 Milliarden Euro. Gleichzeitig ging die Profitabilität deutlich zurück: Die operative Marge sank auf 2,8 Prozent.
Der Rückgang des Ergebnisses verdeutlicht die schwierige Lage, in der sich der europäische Autobauer derzeit befindet. Mehrere wichtige Märkte entwickeln sich schwächer als erwartet, während gleichzeitig Kosten und Wettbewerbsdruck steigen.
„Wir stellen fest, dass das Geschäftsmodell, das uns über Jahrzehnte getragen hat, in dieser Form nicht mehr funktioniert“, sagte Vorstandschef Oliver Blume. „Wir erleben derzeit, wie volatil und fragil unser Umfeld geworden ist – und dass jeden Monat neue Herausforderungen entstehen.“
Marktanteilsverluste in China und hohe Zollkosten treffen Volkswagen
Der zunehmende Druck auf Volkswagen zeigt sich besonders im chinesischen Automarkt. Wie Reuters berichtet, hat der Konzern dort in den vergangenen Jahren deutlich an Boden verloren. Im Jahr 2024 wurde Volkswagen erstmals vom Elektroautohersteller BYD überholt, ein Jahr später rutschte der Konzern hinter Geely bereits auf den dritten Platz ab. Gleichzeitig holen chinesische Hersteller technologisch auf und gewinnen zunehmend Marktanteile im weltweit größten Automobilmarkt.
Belastungen kommen auch aus anderen Regionen. Nach Angaben von Reuters schlagen Zölle auf dem US-Markt mit Kosten in Milliardenhöhe zu Buche. Hinzu kommen geopolitische Spannungen, die Investitionen und Lieferketten zunehmend erschweren. Konflikte im Nahen Osten sorgen für Unsicherheit, weil sie die Nachfrage nach hochpreisigen Fahrzeugen beeinträchtigen könnten.
Strategiewechsel bei Porsche belastet das Konzernergebnis
Auch die Entwicklung bei der Sportwagenmarke Porsche wirkte sich spürbar auf das Konzernergebnis aus. Wie Reuters berichtet, brach dort der operative Gewinn im Jahr 2025 nahezu vollständig ein und fiel um 98 Prozent auf nur noch rund 90 Millionen Euro.
Hintergrund sei ein Strategiewechsel bei der Elektrifizierung. Porsche setzte in den vergangenen Jahren stark auf Elektromodelle. Die Strategie wurde jedoch teilweise angepasst, nachdem die Nachfrage nach diesen Fahrzeugen schwächer ausfiel als erwartet. Die damit verbundenen Anpassungen und Investitionen wirkten sich laut Reuters erheblich auf das Ergebnis der Marke aus und belasteten damit auch die Bilanz des gesamten Volkswagen-Konzerns.
Volkswagen reagiert mit Kostensenkungen und Stellenabbau
Volkswagen reagiert auf die schwächere Geschäftsentwicklung mit einem umfassenden Restrukturierungsprogramm. Ziel ist es, die Kosten im Konzern deutlich zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu stärken. Nach Angaben von Reuters plant der Autobauer, bis zum Jahr 2030 rund 50.000 Stellen in Deutschland abzubauen.
Trotz der angespannten Geschäftslage erzielte Volkswagen im vergangenen Jahr einen Netto-Cashflow von rund 6 Milliarden Euro. Für die kommenden Jahre setzt der Konzern darauf, die Profitabilität wieder deutlich zu verbessern.
Für 2026 erwartet Volkswagen eine operative Marge zwischen 4 und 5,5 Prozent. Langfristig strebt das Unternehmen weiterhin eine Marge von 8 bis 10 Prozent an.



