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DieterG
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Markt |

PCB-Beschaffung in Europa stärken – Risiken der Abhängigkeit von Asien

Die einseitige Abhängigkeit von Asien bei der Beschaffung von Leiterplatten stellt ein strategisches Risiko dar. Seit Jahren zeigt die geopolitische Entwicklung immer deutlicher, wie fragil globale Lieferketten sind.

Gastbeitrag von Dieter G. Weiss, in4ma & Data4PCB

Die Pandemie führte zu massiven Störungen, Halbleiterengpässe zu Zuteilungen, der Krieg in der Ukraine verschärfte Rohstoffunsicherheiten, und protektionistische Maßnahmen sowie die zunehmende Abschottung asiatischer Märkte haben den freien Welthandel grundlegend verändert. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage: Warum verlassen wir uns weiterhin auf Länder, die Europa als strategischen Wettbewerber betrachten – gerade bei kritischen Komponenten wie Leiterplatten?

Viele OEMs entscheiden sich für „PCBs aus Fernost“ – nicht aus Überzeugung, sondern aus kurzfristigen Kostenerwägungen. Doch der vermeintliche Preisvorteil relativiert sich, wenn man ihn auf das gesamte Endprodukt oder die Gesamtanlage hochrechnet. Was heute günstig erscheint, kann morgen die eigene Existenz gefährden.

Know-how-Abfluss und geistiges Eigentum

Mit der Weitergabe von Gerber-Daten legen europäische Unternehmen ihr technologisches Kernwissen offen. Bei innovativen Produkten ist der Transfer sensibler Daten an außereuropäische Hersteller kein theoretisches Risiko, sondern eine reale Gefahr. Ob und wie dieses Wissen genutzt oder weiterverbreitet wird, bleibt häufig außerhalb der Kontrolle.

Europas Leiterplattenindustrie am Scheideweg

Noch vor 25 Jahren war Europa ein bedeutender Produktionsstandort für Leiterplatten. Heute liegt der globale Marktanteil bei weniger als zwei Prozent. Von ehemals rund 2.000 Herstellern sind nur noch 168 Unternehmen mit 182 Produktionsstätten geblieben – mit weiter sinkender Tendenz. Wer ausschließlich auf den niedrigsten Preis setzt, beschleunigt diesen Prozess und riskiert, dass Europa bald keine eigene industrielle Basis in diesem Bereich mehr besitzt.

EU-Initiativen – doch die Industrie muss handeln

Die Europäische Union hat erkannt, dass die Abhängigkeit von asiatischen Technologien kritische Infrastrukturen gefährdet. Geplante Regulierungen zielen darauf ab, bestimmte chinesische Komponenten schrittweise auszuschließen. Doch selbst wenn politische Maßnahmen greifen, gilt im Krisenfall das Prinzip der Zuteilung: Unternehmen, die bislang ausschließlich in Asien bestellt haben, werden nicht priorisiert.

Klare Verantwortung für Einkauf und Management

Europäische Branchenverbände fordern daher eine robuste und strategisch ausgerichtete Beschaffungspolitik. Ein definierter Anteil an Leiterplatten aus europäischer Produktion ist kein Luxus, sondern eine sicherheitspolitische Notwendigkeit.

Die Zeit zum Handeln ist jetzt.

Dieser Appell wird unterstützt von EIPC, der Fédération d’Electronique Française (FEF), FED sowie Netzwerk EMS e.V.


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