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02-2006
© Data4PCB
Markt |

Europäische PCB-Umsätze steigen um 2,4 % – Branchenrückgang setzt sich fort

Die europäische Leiterplattenindustrie (PCB) verzeichnete im Jahr 2025 ein Umsatzplus von 2,4 %, während der weltweite PCB-Markt um mehr als 11 % wuchs. Gleichzeitig verließen jedoch 11 Hersteller den Markt, wodurch sich die Zahl der europäischen PCB-Produzenten auf 168 Unternehmen mit insgesamt 182 Produktionsstätten reduzierte. Das geht aus aktuellen Daten von Data4PCB hervor.

Die Zahlen zeigen, dass der strukturelle Rückgang in Europa trotz des leichten Jahreswachstums anhält. Auf USD-Basis lag das Plus bei 6,9 %, was vor allem auf die Abwertung des US-Dollars gegenüber dem Euro zurückzuführen ist. Für 2026 wird ein weiterer Hersteller in die Statistik aufgenommen, darunter TLT-PCB.

Verteidigung und Luftfahrt treiben Wachstum

Nach Produktsegmenten entwickelten sich insbesondere Rigid-Flex- sowie flexible Multilayer-Leiterplatten positiv, während andere Bereiche kaum Bewegung zeigten.

Im Hinblick auf die Endmärkte ging der Automobilsektor wie erwartet deutlich zurück. Auch Medizinelektronik verzeichnete einen Rückgang. Die Industrieelektronik blieb das größte Segment, geprägt von High-Mix-/Low-Volume-Fertigung. Deutschland verantwortete rund 46 % der PCB-Produktion für diesen Bereich. Das Industriesegment wuchs 2025 um mehr als 43 Millionen Euro.

Das stärkste absolute Wachstum erzielte die Verteidigungselektronik mit einem Plus von 23 % beziehungsweise über 50 Millionen Euro. Die Luft- und Raumfahrtelektronik stieg um 15 % oder knapp 23 Millionen Euro. Frankreich stellt rund 41 % des Verteidigungselektronik-Segments, gefolgt vom Vereinigten Königreich mit mehr als 28 %. Im Bereich Luft- und Raumfahrt führt Italien mit 33,5 %, vor Frankreich und Belgien.

Die Medizinelektronik bleibt stark in der Schweiz und Österreich konzentriert, die gemeinsam über 70 % dieses Segments ausmachen.

Deutschland verliert weiter – CEE unter Druck

Deutschland verzeichnete das dritte Jahr in Folge rückläufige PCB-Umsätze und hat seit 2022 mehr als 27 % verloren. Im gleichen Zeitraum wuchsen Österreich und die Schweiz um mehr als 6 %, Frankreich und Belgien um 32 % und das Vereinigte Königreich um nahezu 22 %. Italien legte zwischen 2022 und 2025 um 15 % zu, verlor jedoch im vergangenen Jahr zwei Hersteller.

Auch Zentral- und Osteuropa verzeichnete das dritte Jahr in Folge einen Rückgang – insgesamt minus 12,5 % gegenüber 2022. Die Zahl der Unternehmen sank von 47 auf 33, insbesondere kleinere Anbieter schieden aus dem Markt aus.

Strukturelle Herausforderungen bleiben

Laut Data4PCB konzentrieren sich größere Hersteller zunehmend auf spezialisierte Märkte wie Luftfahrt, Raumfahrt und Verteidigung oder auf fortschrittliche Technologien wie HDI, Flex- und Rigid-Flex-Multilayer. Kleinere Unternehmen stehen hingegen weiterhin unter starkem Preisdruck durch Wettbewerber aus Fernost.

Sollten sich die aktuellen Rahmenbedingungen nicht ändern, könnte sich die Zahl der europäischen PCB-Hersteller bis 2035 halbieren. Als strukturelle Belastung nennt der Bericht unter anderem EU-Importzölle auf Basismaterialien bei gleichzeitig zollfreien Importen fertiger Leiterplatten aus Asien. Data4PCB fordert daher den Aufbau einer sicheren europäischen Lieferkette für systemkritische Produkte auf Basis lokal gefertigter PCBs.


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