Qualcomm erwartet Quartalsergebnis unter Analystenschätzungen – Speicherknappheit dämpft Nachfrage
Der US-Halbleiterhersteller Qualcomm hat seine Umsatz- und Ergebnisprognose für das laufende Quartal nach unten korrigiert und erwartet ein Ergebnis unter den Analystenschätzungen, wie Reuters berichtet. Als einer der Hauptgründe nannte das Unternehmen anhaltende Engpässe im Speichermarkt, die sich negativ auf die Nachfrage nach Qualcomm-Produkten auswirken.
Nach Angaben von Reuters gab Qualcomm an, dass die aktuellen Marktbedingungen im Speichersegment – insbesondere bei DRAM und NAND – weiterhin die Lieferketten belasten und zu Verzögerungen bei Kundenbestellungen führen. Diese Dynamik wirke sich dämpfend auf die erwartete Nachfrage nach Chips und Modulen aus, die Qualcomm an OEMs, Netzwerkausrüster und andere Elektronikhersteller liefert.
Im laufenden Quartal rechnet Qualcomm laut Reuters demnach mit einem Umsatz und Gewinn, die deutlich unter den durchschnittlichen Markterwartungen liegen. Damit setzt sich nach Einschätzung von Branchenbeobachtern ein Trend fort, bei dem Speicherrestriktionen und volatile Komponentenpreise zu einer gewissen Zurückhaltung bei Investitionen in neue Hardware führen.
Obwohl Qualcomm vor Kurzem von stabiler Nachfrage in einigen Regionen und Segmenten berichtet hatte, scheinen die Überhänge im Speicherbereich und die damit verbundenen Preisveränderungen die ursprünglichen Prognosen zu überlagern. In der Folge habe das Unternehmen seine interne Erwartung an die operative Entwicklung im aktuellen Quartal nach unten angepasst.
Analysten sehen die Ankündigung als Hinweis darauf, dass sich insbesondere diejenigen Marktsegmente, die stark auf Speicherabhängigkeit setzen – etwa High-Performance-Computing, Server- und Mobilgeräte –, derzeit in einer Phase der Nachfrageverschiebung und Prognoseanpassung befinden. Qualcomm steht mit seiner breiten Produktpalette in diesen Bereichen im direkten Wettbewerb und spürt die Auswirkungen der sich verändernden Speicherlandschaft.
Qualcomms Ausblick wird von Investoren und Marktbeobachtern genau beobachtet, da das Unternehmen als Schlüsselakteur im globalen Chipmarkt gilt. Die Entwicklung könnte damit auch Rückschlüsse auf die künftige Marktdynamik im Halbleitersektor zulassen, in dem Speicherpreise, Lieferengpässe und Nachfrageverschiebungen weiterhin große Einflussfaktoren darstellen.


