Koreanische Gewerkschaft warnt vor Jobverlust durch Hyundai-Plan für humanoide Roboter
Die koreanische Gewerkschaftsbewegung hat vor möglichen arbeitsmarktbezogenen Risiken durch Pläne des Autobauers Hyundai Motor gewarnt, der den verstärkten Einsatz von humanoiden Robotern in seiner Produktion und darüber hinaus erwägt, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters.
Laut Reuters äußerten Gewerkschaftsvertreter in Südkorea Besorgnis, dass der Einsatz humanoider Roboter – insbesondere im Rahmen früherer Ankündigungen zur Entwicklung und Integration solcher Systeme – zu Substitutionseffekten bei Arbeitskräften führen könnte. Die Gewerkschaft bezeichnete den Plan als potenziellen Bedrohungsfaktor für Beschäftigungssicherheit, wenn menschliche Arbeitskraft zugunsten vollautomatisierter Systeme zurückgedrängt werde.
Hyundai hat über die Jahre umfangreiche Forschung zur Entwicklung humanoider Roboter betrieben, unter anderem mit seinen Robotik-Projekten, die sowohl für industrielle Aufgaben als auch für Service- oder öffentliche Einsätze konzipiert sind. In der Vergangenheit betonte der Konzern wiederholt seine Ambition, durch die Kombination von Fertigungskompetenz und künstlicher Intelligenz neue technologische Felder zu erschließen.
Die Gewerkschaften argumentieren dagegen, dass ein schnellerer Übergang zu Robotik-basierten Systemen – insbesondere solchen mit menschenähnlichen Formfaktoren – die Beschäftigungschancen in traditionellen Produktionsbereichen erheblich beeinträchtigen könnte. Ihrer Ansicht nach müssten klare Rahmenbedingungen und Schutzmechanismen für Arbeitnehmer geschaffen werden, bevor humanoide Roboter flächendeckend eingesetzt würden.
Hyundai hat sich bislang nicht öffentlich zu den gewerkschaftlichen Befürchtungen geäußert. Das Unternehmen betont in seinen strategischen Technologiedokumenten jedoch stets, dass Robotik und Automatisierung nicht nur Produktivität, sondern auch Wettbewerbsfähigkeit und Innovation steigern sollen. Die Frage, wie Beschäftigung und Technologiefortschritt zusammengebracht werden können, bleibt zentral für die weitere Debatte.
Der Streit zeigt einmal mehr, wie sich die Arbeitswelt im Zuge der Digitalisierung und Automatisierung wandelt – und wie Arbeitnehmervertretungen auf steigende Herausforderungen im Kontext neuer Technologien reagieren.


