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© thyssenkrupp Markt | 22 Februar 2017

thyssenkrupp verkauft Stahlwerk für EUR 1,5 Milliarden

Der Industrie- und Technologiekonzern thyssenkrupp verstĂ€ndigte sich mit Ternium ĂŒber den Verkauf des Stahlwerks CSA SiderĂșrgica do AtlĂąntico in Brasilien. Der Kaufpreis betrĂ€gt EUR 1,5 Milliarden.
"Mit dem Verkauf von CSA trennen wir uns endgĂŒltig von Steel Americas. Das ist ein wichtiger Meilenstein beim Umbau von thyssenkrupp hin zu einem starken Industriekonzern“, sagte Dr. Heinrich Hiesinger, Vorstandsvorsitzender der thyssenkrupp AG. "Inzwischen erzielen wir mehr als 75 Prozent unseres Umsatzes mit unseren profitablen IndustriegĂŒter- und DienstleistungsgeschĂ€ften.“

Mit Abschluss der Transaktion erhÀlt thyssenkrupp einen deutlichen Mittelzufluss. Damit wird der Konzern seine Netto-Finanzschulden signifikant reduzieren. Obwohl eine Wertberichtigung auf CSA in Höhe von rund EUR 0,9 Mrd mit dem Signing notwendig ist, wird sich das Gearing, also das VerhÀltnis von Netto-Finanzschulden zu Eigenkapital, mit Abschluss der Transaktion verbessern. Der Verkauf steht unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die zustÀndigen Wettbewerbsbehörden. Beide Parteien streben einen Abschluss der Transaktion bis zum 30. September 2017 an.

Mit dem Verkauf von CSA beendet thyssenkrupp das verlustreiche Amerika-Kapitel von Steel: Der Konzern hatte sich 2005 dazu entschieden, mit der Stahlsparte nach Amerika zu expandieren. Die ursprĂŒngliche Planung sah vor, in Brasilien zu niedrigen Kosten Stahlbrammen zu erzeugen und diese in den USA und Europa weiterzuverarbeiten und zu vermarkten. Dieses Konzept ist nicht aufgegangen. Nach einem deutlichen Anstieg der Baukosten fĂŒr die Anlagen in Brasilien und im US-Bundesstaat Alabama sowie technischen Problemen beim Hochfahren der Anlagen und in Folge hoher Anlaufverluste, stellte thyssenkrupp unmittelbar nach dem Amtsantritt Heinrich Hiesingers das Gesamtprojekt auf den PrĂŒfstand.

"Wir haben festgestellt, dass ein integrierter Verbund beider Werke strategisch nicht mehr sinnvoll war. Denn die ökonomischen Rahmenbedingungen hatten sich zu stark verĂ€ndert. Deshalb haben wir im Zuge der Neuausrichtung von thyssenkrupp die notwendigen und richtigen SchlĂŒsse gezogen und beschlossen, beide Werke zu verkaufen“, so Hiesinger. Bis heute hat der Konzern fĂŒr Steel Americas ĂŒber EUR 12 Mrd fĂŒr Investitionen und Anlaufverluste ausgegeben. Auch nach Abzug der Verkaufserlöse fĂŒr die Werke in den USA und Brasilien und der Finanzierungsbeteiligung von Vale verbleibt unter dem Strich ein Verlust von rund EUR 8 Mrd. Die Auswirkungen sind bis heute in der Bilanz sichtbar. FĂŒr die Aufarbeitung wird thyssenkrupp noch einige Jahre benötigen.

Das Weiterverarbeitungswerk in den USA konnte thyssenkrupp bereits im Jahr 2014 erfolgreich an ein Konsortium um ArcelorMittal und Nippon Steel verkaufen. Eine Trennung von CSA war zu diesem Zeitpunkt noch nicht möglich. Es bestanden komplexe vertragliche Bindungen an den damaligen Mitgesellschafter Vale. Diese Verflechtungen konnte der Konzern im Mai 2016 lösen. Seitdem ist thyssenkrupp alleiniger EigentĂŒmer von CSA. In den zurĂŒckliegenden Jahren hat thyssenkrupp kontinuierlich an der Optimierung der Anlagen und der operativen LeistungsfĂ€higkeit des Werkes gearbeitet.

"Uns ist es gelungen, das Werk wie versprochen operativ in die schwarzen Zahlen zu fĂŒhren. Außerdem haben wir nach intensiven GesprĂ€chen mit den Behörden im September 2016 endlich die Betriebsgenehmigung erhalten. Unsere Ausdauer und Beharrlichkeit haben sich gelohnt“, sagte Hiesinger. Finanzvorstand Guido Kerkhoff: "Schritt fĂŒr Schritt haben wir die Voraussetzungen fĂŒr eine gute Lösung in Brasilien geschaffen. Damit haben wir CSA attraktiv fĂŒr einen KĂ€ufer gemacht. Das spiegelt sich auch im Kaufpreis wider.“
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