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© mikhail mishchenko dreamstime.com Markt | 06 Dezember 2016

Narva: Restrukturierung geht voran

Die Restrukturierung des traditionsreichen Leuchtstofflampenherstellers Narva schreitet planmäßig voran und geht in die
nächste Phase.
Am 1. Dezember 2016 wurde das Verfahren in Eigenverwaltung eröffnet. Noch im Dezember wird der Sanierungsplan eingereicht, so dass das Verfahren im Frühjahr beendet werden kann.

Das Schutzschirmverfahren, das maximal drei Monate dauert, haben die Geschäftsführer der Narva Lichtquellen GmbH + Co. KG, Dr. Olaf Hansen und Dr. Stefan Weniger, genutzt, um die strategische Neuausrichtung des Unternehmens zu entwickeln. Wie bereits berichtet wird sich Narva zukünftig auf die Entwicklung sowie Produktion von Speziallampen mit dem Schwerpunkt für die Besonnungsindustrie konzentrieren und gleichzeitig die Entwicklung von kundenspezifischen LED-Lösungen vorantreiben.

Erste Maßnahmen für die Neuausrichtung wurden bereits eingeleitet. Im ersten Quartal 2017 soll die „neue“ Narva starten. Die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren. In diesem Jahr laufen die Produktion und der Vertrieb von Narva noch unverändert weiter. Die Änderung der strategischen Positionierung geht mit großen personellen Einschnitten einher – rund 250 Arbeitsplätze müssen abgebaut werden. In den vergangenen Wochen hat die Ausgestaltung des Personalabbaus konkrete Formen angenommen. Es wurden Verhandlungen mit dem Betriebsrat und Gespräche mit den betroffenen Mitarbeitern geführt.

Als ein Ergebnis hat die Geschäftsführung in Kooperation mit dem Betriebsrat eine Transfergesellschaft eingerichtet. Allen von einer Kündigung betroffenen Mitarbeitern wurde das Angebot unterbreitet, in diese Transfergesellschaft zu wechseln und bis Ende Juni 2017 weiterbeschäftigt zu werden. Ziel ist es, die dort betreuten Mitarbeiter in diesen sechs Monaten so schnell wie möglich wieder in neue Beschäftigungsverhältnisse zu vermitteln.

Mitarbeiter, die dieses Angebot nicht annehmen, werden noch im Dezember ihre Kündigung mit Frist zum 31. März 2017 erhalten. „So schwer dieser Weg auch ist. Nur durch die Neuausrichtung kann es gelingen, die verbleibenden etwa 115 Arbeitsplätze und unser Traditionsunternehmen selbst zu erhalten“, ist Dr. Hansen überzeugt.

Narva hatte sich im September unter den Schutzschirm begeben. Dabei handelt es sich um ein Verfahren, das in der Insolvenzordnung verortet ist. Anders als beim Regelinsolvenzverfahren bleibt jedoch die Geschäftsführung im Amt und behält die unternehmerische Verantwortung. Es wird kein Insolvenzverwalter bestellt, sondern dem Unternehmen ein (vorläufiger) Sachwalter zur Seite gestellt.

Mit Ablauf des dreimonatigen Schutzschirmverfahrens startet die Restrukturierung von Narva am 1. Dezember in die nächste Phase: Die Geschäftsführung der Narva Lichtquellen GmbH + Co. KG hat einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung nach § 270b InsO gestellt. Nach Ablauf des dreimonatigen Schutzschirmverfahrens ist dies das vom Gesetzgeber vorgesehene Vorgehen. Dem hat das Amtsgericht Chemnitz stattgegeben.

Auch in dieser Phase des Verfahrens bleibt die unternehmerische Verantwortung in den Händen des Unternehmens selbst („Eigenverwaltung“). Martin Mucha wurde als Sachwalter vom Gericht bestätigt und wird die Restrukturierung weiterhin begleiten und überwachen. Der Sanierungsplan, der weitere Elemente der Restrukturierung von Narva enthält, wird noch im Dezember bei Gericht eingereicht, so dass die Gläubiger im 1. Quartal darüber entscheiden können. „Wir gehen aktuell davon aus, dass das Verfahren im Frühjahr aufgehoben wird und Narva mit der neuen Ausrichtung wieder durchstarten kann“, so Dr. Weniger.
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2018.11.15 17:25 V11.9.0-2