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© george tsartsianidis dreamstime.com Komponenten | 14 November 2016

Narva: Neustart mit personellen Einschnitten

Der Leuchtstofflampenhersteller Narva plant, rund 250 ArbeitsplĂ€tze abzubauen. Dieser personelle Einschnitt ist notwendig, um das Überleben des Traditionsunternehmens zu sichern und es zukunftssicher aufzustellen.
Gleichzeitig bereinigt Narva sein Portfolio und wird sich mit den verbleibenden etwa 120 Mitarbeitern auf Besonnungslampen und kundenspezifische LED-Lösungen fokussieren. Die Narva Lichtquellen GmbH + Co. KG hatte Ende September 2016 ein Schutzschirmverfahren beantragt, um sich mit dessen Hilfe neu aufzustellen. In den vergangenen Wochen hat die Narva-GeschĂ€ftsfĂŒhrung verschiedene Szenarien auf Herz und Nieren geprĂŒft, wie man das Unternehmen wieder rentabel aufstellen kann. Narva leidet seit geraumer Zeit unter der MarktschwĂ€che auf dem Leuchtstofflampensektor im Bereich der Allgemeinbeleuchtung – angeheizt durch den anhaltenden Preisverfall am Markt insbesondere aufgrund von ÜberkapazitĂ€ten aus dem asiatischen Raum und der Konkurrenz durch die LED-Beleuchtung. Um wieder in die Gewinnzone zurĂŒckzukehren, wird Narva in den nĂ€chsten Wochen sein Portfolio bereinigen. Dazu gehört der Ausstieg aus der Herstellung von Leuchtstofflampen in der Allgemeinbeleuchtung. ZukĂŒnftig wird sich Narva auf die Entwicklung und Produktion von Speziallampen mit dem Schwerpunkt fĂŒr die Besonnungsindustrie konzentrieren. ZusĂ€tzlich wird die Entwicklung von kundenspezifischen LED-Lösungen als zukunftsorientierter GeschĂ€ftszweig aufgebaut, um dem Trend zur LED-Technologie gerecht zu werden. Im Zuge der strategischen Neuausrichtung sind jedoch Anpassungen der PersonalkapazitĂ€ten notwendig. Rund 250 ArbeitsplĂ€tze mĂŒssen abgebaut werden. Dies soll sozialvertrĂ€glich ĂŒber einen Interessenausgleich und Sozialplan geschehen. Es ist zudem geplant, die betroffenen Mitarbeiter in eine Transfergesellschaft zu ĂŒberfĂŒhren. Das Ziel ist es, die betreuten Mitarbeiter so schnell wie möglich wieder in neue BeschĂ€ftigungsverhĂ€ltnisse zu vermitteln. Die GeschĂ€ftsfĂŒhrung der Narva Lichtquellen GmbH + Co. KG verhandelt derzeit mit dem Betriebsrat ĂŒber den Interessenausgleich, Sozialplan und die genaue Ausgestaltung der Transfergesellschaft. "Ich bedauere diese Entwicklung zutiefst, denn hinter jedem der rund 250 ArbeitsplĂ€tze steht ein persönliches Schicksal. Dessen sind wir uns bewusst. Jedoch ist dieser Weg die einzige Möglichkeit, Narva als Unternehmen zu erhalten und den Produktionsstandort Brand-Erbisdorf fortzufĂŒhren“, erklĂ€rt Dr. Olaf Hansen, Narva-GeschĂ€ftsfĂŒhrer. Der SanierungsgeschĂ€ftsfĂŒhrer der Narva, Dr. Stefan Weniger, skizziert die nĂ€chsten Schritte fĂŒr die Restrukturierung des Leuchtstofflampenherstellers: "In den nĂ€chsten Tagen und Wochen werden wir mit dem Betriebsrat intensiv verhandeln. Anfang Dezember wird voraussichtlich das Verfahren in Eigenverwaltung eröffnet“. Der Sanierungsplan, der die Grundlage der Restrukturierung in einem Schutzschirmverfahren bildet, muss bis zum 23. Dezember 2016 beim Amtsgericht eingereicht werden. Geplant ist, dass das Verfahren im FrĂŒhjahr 2017 abgeschlossen ist.
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2019.02.22 14:26 V12.2.6-2