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© tom schmucker dreamstime.com Markt | 28 Oktober 2016

Gläubiger der insolventen Petroplus Deutschland erhalten EUR 246,2M

Gute Nachrichten fĂŒr die GlĂ€ubiger der insolventen Petroplus Deutschland GmbH. Sie erhalten in den nĂ€chsten Tagen im Rahmen einer ersten Abschlagsverteilung Zahlungen im Gesamtvolumen von fast einer viertel Milliarde Euro.
Das entspricht einer Quote von 60 Prozent. Und weitere substantielle Zahlungen sind bis zum Abschluss des Insolvenzverfahrens zu erwarten, wie der vom Amtsgericht Ingolstadt bestellte Insolvenzverwalter Dr. Michael JaffĂ© mitteilen konnte. Eines der im Hinblick auf die internationalen Verflechtungen rechtlich komplexesten und von den Werten her, um die es fĂŒr die beteiligten Parteien ging, bedeutendsten Insolvenzverfahren der deutschen Nachkriegsgeschichte nĂ€hert sich damit einem vergleichsweise guten Ende. Die Petroplus-Gruppe, mit einem Umsatz von rund USD 20 Mrd. ehemals Europas grĂ¶ĂŸter unabhĂ€ngiger Raffineriebetreiber, hatte Ende Januar 2012 wegen Finanzierungsschwierigkeiten Insolvenz anmelden mĂŒssen. In der unmittelbaren Folge löste sich die auf Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und die Schweiz verteilte, komplexe Konzernstruktur der Petroplus-Gruppe durch die in den einzelnen LĂ€ndern eingeleiteten, voneinander unabhĂ€ngigen Insolvenzverfahren auf. Das bedeutete, dass die frĂŒher zentral von der Schweiz aus gesteuerten Beziehungen zwischen den Gesellschaften jetzt einzeln zwischen den jeweiligen Verwaltern geregelt werden mussten. Daraus ergab sich eine erhebliche KomplexitĂ€t, auch weil vielfach juristisches Neuland betreten werden musste. Zudem hatten die deutschen Petroplus-Gesellschaften Sicherheiten im Rahmen der Konzernfinanzierung mit einem Kreditvolumen von bis zu USD 2 Mrd. gestellt, welche die konzernfinanzierenden Banken in Anspruch genommen hatten. Die VerfahrensfĂŒhrung wurde dadurch erheblich erschwert, da in Folge dieser Inanspruchnahme bei Insolvenzantragstellung praktisch keinerlei LiquiditĂ€t zur VerfĂŒgung stand. Im Januar 2016 schließlich konnte mit einer Vergleichsvereinbarung (Global Settlement Agreement) zwischen dem Insolvenzverwalter Dr. Michael JaffĂ©, einer Vielzahl von weiteren Gesellschaften europaweit und den ehemals konzernfinanzierenden Banken ein entscheidender Meilenstein fĂŒr die Befriedigung der GlĂ€ubiger erreicht werden. So erhielt der Insolvenzverwalter der Petroplus Deutschland GmbH, die fĂŒr den Handel und den Vertrieb der in Ingolstadt raffinierten Mineralölprodukte an GeschĂ€ftskunden in Deutschland zustĂ€ndig war, eine RĂŒckzahlung von vorinsolvenzlich von den Konten der Insolvenzschuldnerin abgebuchten BetrĂ€gen in Höhe von rund EUR 200 Millionen. Auf der Grundlage des Vergleichs mit der Schweizerischen Petroplus Marketing AG konnten zudem zunĂ€chst separierte Erlöse aus der Verwertung von Sicherheiten in Höhe von mehr als EUR 185 Mi zur Masse der Petroplus Deutschland GmbH gezogen werden, die den ungesicherten GlĂ€ubigern jetzt zugutekamen. „Erst durch diese Vergleichsvereinbarung war es uns möglich, Rechtssicherheit fĂŒr die jetzige erste Abschlagsverteilung an die insgesamt 137 GlĂ€ubiger zu schaffen. Sobald die verbliebenen Rechts- und Steuerfragen geklĂ€rt sind, werden wir weitere substantielle Abschlagsverteilungen bzw. die Schlussverteilung an die GlĂ€ubiger vornehmen können“, so Dr. Michael JaffĂ©. Bereits im August 2012 war es dem Insolvenzverwalter der ehemaligen deutschen Petroplus-Tochtergesellschaften gelungen, den GeschĂ€ftsbetrieb an ein global tĂ€tiges Rohstoffunternehmen zu verĂ€ußern. Dabei konnten bei der Raffinerie in Ingolstadt alle mehr als 400 ArbeitsplĂ€tze erhalten werden, wĂ€hrend andere Standorte, wie etwa im englischen Coryton, oder die Raffinerie im französischen Petit-Couronne schließen mussten. Letztlich wurde damit ein Milliardenschaden fĂŒr die GlĂ€ubiger wie auch fĂŒr die deutsche Wirtschaft insgesamt vermieden.
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2019.02.15 09:57 V12.1.1-1