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© ESA Komponenten | 20 Oktober 2016

Geschafft: Wir sind (wieder) auf dem Mars

Lauter Jubel erfĂŒllt die Infineon-Zentrale, als das Schiaparelli-Modul der EuropĂ€ischen Weltraumorganisation ESA auf dem Roten Planeten landet: Erstmals in der Geschichte entsendet Europa einen „Botschafter“ auf den Mars.
Es ist allerdings schon das zweite Mal, dass dort mit Mikroelektronik der Infineon Technologies AG nach Spuren von Leben geforscht wird. An Bord der ExoMars-Mission befindet sich ein halbes Dutzend verschiedener Infineon-Halbleiter fĂŒr Kamerasysteme und AnalysegerĂ€te. Seit dem 14. MĂ€rz 2016 hat die Sonde 496 Millionen Kilometer zurĂŒckgelegt. Dabei war sie im Weltraum extremer kosmischer Strahlung ausgesetzt und musste auch Temperaturen von -270 °C aushalten. Derart widrige Bedingungen stellen höchste Anforderungen an die ZuverlĂ€ssigkeit elektronischer Komponenten fĂŒr Energieversorgung und Kommunikation. IR HiRel, ein Unternehmen von Infineon, hat sich mehr als 2.000 Mal an derartigen Raumfahrtprogrammen beteiligt. Das Tochterunternehmen von Infineon liefert Bauteile fĂŒr solch hohe AnsprĂŒche. Der Mars ist dabei nichts Neues fĂŒr IR HiRel; hier trifft Infineon auf Infineon. Denn seit ĂŒber vier Jahren kreuzt der Mars-Rover Curiosity, ein technologisches Meisterwerk, ĂŒber die OberflĂ€che des Roten Planeten. Das Hightech-Labor der NASA auf sechs RĂ€dern ist mit ĂŒber 500 IR-HiRel-Komponenten ausgestattet; auf dem Mars gelandet ist es am 6. August 2012. Seither macht der Rover regelmĂ€ĂŸig spektakulĂ€re Aufnahmen mit seinen Spezialkameras. Die Kameras nutzt der Rover auch zum Navigieren. Mit seinem Roboterarm nimmt er Boden- und Gesteinsproben, wĂ€hrend ein eingebauter Nuklearreaktor den Strom liefert. Die ExoMars-Mission der ESA verfolgt ebenfalls das Ziel, Spuren von Leben auf dem Mars zu finden. Die Mission hat zwei Teile mit unterschiedlichen Zielen: Die Mars-Mission 2016 besteht aus dem Trace Gas Orbiter (TGO, deutsch: Spurengas-Orbiter) und einem Modul fĂŒr den Eintritt in die MarsatmosphĂ€re, den Abstieg und die Landung auf dem Mars (EDM, kurz fĂŒr: Entry, descent and landing Demonstrator Module). Das EDM trĂ€gt den Namen des italienischen Astronomen Schiaparelli. Der TGO enthĂ€lt wissenschaftliche Instrumente, um atmosphĂ€rische Gase wie Methan aufzuspĂŒren und zu untersuchen – mögliche Hinweise auf Leben. Schiaparellis Sensoren ĂŒberwachen den Landevorgang und analysieren die Umgebung am Landeort. Das Landemodul wird nicht sehr lange in Betrieb sein; die Batterien sind fĂŒr maximal vier Tage ausgelegt. Der TGO, der ĂŒber seine Solarzellen mit Energie versorgt wird, soll dagegen wesentlich lĂ€nger funktionieren. Er dient nicht nur als Forschungsmodul, sondern auch als Kommunikationsverbindung zwischen Schiaparelli und dem Missionskontrollzentrum. Der TGO wird auch noch aktiv sein, um ExoMars 2020 zu unterstĂŒtzen. Dann soll ein Rover die Mission fortsetzen, ausgestattet mit einem Bohrer und einem Instrumentensatz fĂŒr exobiologische und geochemische Untersuchungen. Roscosmos, die russische Partnerorganisation der ESA bei der ExoMars-Mission, hatte bereits fĂŒr die erste Mission eine Proton-Rakete fĂŒr den Start bereitgestellt und liefert diese auch fĂŒr die zweite Mission.
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