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© kentoh dreamstime.com Design Analysen | 08 August 2016

Im Schnitt braucht jedes Start-up 2,4 Millionen Euro frisches Kapital

Start-ups in Deutschland brauchen in den kommenden zwei Jahren im Durchschnitt 2,4 Millionen Euro frisches Kapital, so berichtet der Digitalverband Bitkom.
Gleichzeitig sagt jeder zweite GrĂŒnder (55 Prozent), die schwierige Finanzierung ist das grĂ¶ĂŸte Hemmnis fĂŒr Start-ups in Deutschland. Nur jeder Dritte (34 Prozent) gibt aktuell an, fĂŒr die nĂ€chsten 24 Monate bereits ausreichend finanzielle Mittel zur VerfĂŒgung zu haben. Das ist das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter rund 150 Start-up-GrĂŒndern. Der Finanzierungsbedarf steigt dabei mit der GrĂ¶ĂŸe des Start-ups. Bei Start-ups mit nur ein bis drei Mitarbeitern liegt der Bedarf bei rund 640.000 Euro, bei denen mit vier bis neun Mitarbeitern sind es 1,7 Millionen Euro, bei 10 bis 19 Mitarbeitern sind es 3,1 Millionen Euro und bei Start-ups ab 20 Mitarbeitern steigt die notwendige Finanzierung sogar auf 4,7 Millionen Euro. „Auch wenn sich die Finanzierungssituation fĂŒr Tech-Start-ups in Deutschland in den letzten Jahren verbessert hat, ist fehlendes Kapital nach wie vor die grĂ¶ĂŸte HĂŒrde, um Teams aus Deutschland international erfolgreich zu machen“, sagt Bitkom-GeschĂ€ftsleiter Niklas Veltkamp. „Aus Sicht der Start-ups dauert es zudem zu lange, bis Finanzierungsrunden abgeschlossen sind.“

Bis eine Finanzierung zustande kommt, dauert es vom ersten GesprĂ€ch mit einem möglichen Investor bis zum Geldfluss in der Regel einige Monate. Im Schnitt dauern Finanzierungsrunden mit einem Business Angel fĂŒnf Monate, mit Venture-Capital-Investoren sind es sieben Monate. Trotz des nicht einfachen Marktumfeldes, ist die Zahl der GrĂŒnder, die sich einen Börsengang vorstellen können, gestiegen. Hatte vor einem Jahr nur jedes vierte Start-up (28 Prozent) angegeben, dass es sich den Gang an die Börse vorstellen kann, so ist es nun jedes dritte (37 Prozent).

Bei der Finanzierung spielen öffentliche Fördermittel eine wichtige Rolle. Jedes dritte Start-up (36 Prozent) hat aktuell oder in der Vergangenheit staatliche Fördermittel von BundeslĂ€ndern, dem Bund oder der EU erhalten. „Die Politik hat mit dem EXIST-Programm, dem INVEST-Zuschuss oder dem High-Tech GrĂŒnderfonds eine ganze Reihe von Instrumenten geschaffen, um die Finanzierungssituation von Start-ups insbesondere in der frĂŒhen Phase zu verbessern“, so Veltkamp. Bitkom begrĂŒĂŸt auch die PlĂ€ne des Bundesfinanzministeriums, einen sogenannten Tech Growth Fund mit einem Volumen von 10 Milliarden Euro aufzulegen. FĂŒr jeden Euro an Wagniskapital, den ein GrĂŒnder erhĂ€lt, soll er aus dem Fonds zusĂ€tzlich einen Euro Kredit erhalten. Veltkamp: „Gerade fĂŒr große Finanzierungsrunden bleibt es zudem wichtig, noch mehr privates Venture Capital fĂŒr Start-ups in Deutschland zu gewinnen. Derzeit sind die steuerlichen Bedingungen fĂŒr private Geldgeber in anderen LĂ€ndern leider oftmals noch attraktiver als hierzulande. Daher mĂŒssen angekĂŒndigte Maßnahmen der Bundesregierung wie der Tech Growth Fund noch in dieser Legislaturperiode umgesetzt werden.“
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2018.11.20 14:32 V11.9.4-1