Anzeige
Anzeige
© maksim pasko dreamstime.com Design Analysen | 03 Juni 2015

Coface Insolvenz-Monitor für Zentral- und Osteuropa

Die verbesserte Konjunktur in CEE im Jahr 2014 führte zu einer Stabilisierung der Unternehmensinsolvenzen – geringfügiger Rückgang um -0,5 Prozent.
Die Unternehmen in der Region Zentraleuropa haben in den vergangenen Jahren turbulente Zeiten erlebt. Der Rückgang des privaten Konsums aufgrund der steigenden Arbeitslosigkeit und des anhaltenden Schuldenabbaus forderte die Volkswirtschaften. Zusätzlich wurden sie von der „Double-Dip“-Rezession ihrer wichtigsten Handelspartner in der Eurozone getroffen.

2014 war ein Jahr der Verbesserungen für die meisten CEE-Volkswirtschaften. Das durchschnittliche BIP-Wachstums erhöhte sich von +1,3 Prozent im Jahr 2013 auf +2,5 Prozent im Vorjahr. Das Wirtschaftswachstum wurde vor allem durch die Binnennachfrage angeheizt. Das ist im Speziellen beim Haushaltskonsum, der von niedrigeren Arbeitslosenraten, wachsenden Löhnen und einem verbesserten Vertrauen der Verbraucher profitierte, sichtbar. Viele Volkswirtschaften der Region verzeichneten 2014 eine niedrige Inflation, oder sogar Deflation, Grund dafür sind vor allem externe Faktoren wie zum Beispiel niedrige Rohstoffpreise. Die verbesserte wirtschaftliche Perspektive führte zu einer Stabilisierung der Insolvenzen und einem unerheblichen minimalen Rückgang von -0,5 Prozent im Jahr 2014 (2013: +7 Prozent).

„Zwar gibt es einen geringfügigen Rückgang der Insolvenzen, wir sprechen jedoch immer noch über eine beträchtliche Anzahl von über 65.000 Firmenpleiten in Zentraleuropa. Die Verbesserung der Inlandsnachfrage war kein ausreichender Faktor, um die Insolvenzen auf ihr Vor-Krisen-Niveau zu bringen. Mit einem prognostizierten BIP-Wachstum von +2,7 Prozent sind wir überzeugt, dass sich der Abwärtstrend der Insolvenzen fortsetzt. Dennoch braucht es Zeit, bis Unternehmen von dem wirtschaftlichen Aufschwung profitieren. Eine Erholung nach einem Konjunkturtief nimmt viel mehr Zeit in Anspruch als ein schneller Einbruch der Geschäftstätigkeit aufgrund einer Marktverschlechterung“, erklärt Grzegorz Sielewicz, Economist Coface Central Europe.

Abwechslungsreiches CEE: positive und negative Rekorde innerhalb einer Region

Ebenso wie die Wirtschaftslage variiert auch die Insolvenzdynamik zwischen den CEE-Volkswirtschaften. Ein starker Anstieg der Insolvenzen wurde in Slowenien und Ungarn verzeichnet. Obwohl Slowenien eine solide BIP-Wachstumsrate von +2,5 Prozent im Jahr 2014 präsentierte, haben sich für die Unternehmen keine sichtbaren Verbesserungen eingestellt. Die Insolvenzen stiegen um +44,7 Prozent, das höchste Niveau in der gesamten CEE-Region. Unzureichende Investitionsentscheidungen, mangelnde Anpassung an die aktuellen Wirtschaftsbedingungen und die hohe Verschuldung der Unternehmen waren die am häufigsten zitierten Gründe für Firmenpleiten. In Ungarn war die Änderung der rechtlichen Rahmenbedingungen eine der Ursachen für den hohen Anstieg der Insolvenzen (2014: +29,4 Prozent).

Erfreuliche Ergebnisse bei den Insolvenzzahlen weisen Serbien und Rumänien auf. Durch Änderungen der serbischen Insolvenzordnung im August 2014 verringerte sich im Vorjahr die Anzahl der insolventen Unternehmen um -43,8 Prozent. Die solide Konjunktur Rumäniens, gestützt durch einen stärkeren privaten Konsum und die vermehrte Nutzung von EU-Mitteln, wirkt sich positiv auf die Unternehmen aus. Die Insolvenzen haben sich um -28 Prozent verringert.

Positiver Ausblick: Insolvenzen sinken weiter

Unternehmensinsolvenzen in der CEE-Region werden auch weiterhin eine fallende Tendenz in diesem Jahr zeigen: Coface prognostiziert, dass sich die durchschnittliche Zahl der Insolvenzen um -6 Prozent bis zum Jahresende verringern wird. Der private Konsum wird die treibende Kraft hinter den meisten CEE-Volkswirtschaften bleiben. Folglich sollten Bereiche, die stark von der Verbrauchernachfrage abhängen, bessere Perspektiven aufweisen. Bei den Exporten, insbesondere für die Nahrungsmittelindustrie, war das russische Embargo im vergangenen Jahr ein starker negativer Einflussfaktor. Es hat jedoch CEE-Unternehmen ermutigt, nach alternativen Märkten zu suchen und die wachsende lokale Nachfrage zu adressieren. CEE-Volkswirtschaften profitieren in diesem Jahr zusätzlich vom höheren Volumen des Außenhandels mit der Eurozone, da viele westeuropäische Länder klare Anzeichen für eine Erholung zeigen.



-----
Bild: © Coface

Kommentare

Kritische Kommentare sind erlaubt und auch erwünscht. Diskussionen sind willkommen. Beschimpfungen, Beleidigungen und rassistische / homophobe und verletzende Äusserungen sind nicht erlaubt und werden entfernt.
Weiterführende Erläuterungen finden Sie hier.
Artikel die Sie interessant finden könnten
Weitere Nachrichten
2018.07.18 17:55 V10.0.0-2