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© ilya shahau dreamstime.com Markt | 13 Februar 2014

Infineon-Chef Ploss fordert eine aktive Industriepolitik

Auf der diesjährigen Hauptversammlung der Infineon Technologies AG stellte der Infineon Vorstandsvorsitzende Dr. Reinhard Ploss mit Blick auf den Industriestandort Deutschland und Europa klare Forderungen an die Politik.
Infineon plant für das laufende Geschäftsjahr mit 650 Millionen Euro Investitionen, das heißt rund 15 Prozent vom erwarteten Umsatz. Ein Großteil dieser Investitionen wird in Deutschland erfolgen, denn hier ist das Investitionsklima gut. „Aber wir sollten nicht zu zufrieden sein. Unser Land muss heute mehr tun, wenn wir auch morgen noch erfolgreich sein und unsere führende Position halten wollen“, sagt Ploss.

Um der asiatischen Herausforderung begegnen zu können, sei die EU-Initiative ECSEL der richtige Weg. Allerdings reiche die Förderung nur kleiner und mittelständischer Unternehmen nicht aus. „Wenn globale Industriestandards auch künftig noch aus Europa kommen sollen, müssen wir in größerem Rahmen denken und auf europäischer Ebene kooperieren. Nur dann erreichen wir die kritische Masse, mit der wir Märkte nicht nur bedienen, sondern definieren können“, sagt Ploss. Dies hätte in der Vergangenheit zum Beispiel mit dem Mobilfunkstandard GSM funktioniert.

Neben einer koordinierten Industriepolitik fordert der Vorstandsvorsitzende die deutsche Politik dazu auf, die heimische Industrie nicht zu stark bei den Energiekosten zu belasten. Die Energiewende bringe eine ungleiche Lastenverteilung mit sich, die zu Wettbewerbsverzerrungen führt. „Während einige Branchen von der EEG-Umlage befreit sind, müssen Hochtechnologie-Unternehmen eine zusätzliche Belastung schultern. Diese Unternehmen bilden aber das Rückgrat für eine nachhaltige, in die Zukunft gerichtete Wirtschaft“, sagt Ploss.

Die gesunde industrielle Basis gebe der Wirtschaft in Deutschland und Europa die Kraft, um sich im globalen Wettbewerb zu behaupten und Krisen wie in der Vergangenheit zu bewältigen. Ausdrücklich begrüßt daher der Vorstandsvorsitzend Ploss die Initiative der EU-Kommission zur Reindustrialisierung Europas. Er wertet diese als Schritt in die richtige Richtung.

Der Halbleiterhersteller erzielte im Geschäftsjahr 2013, das am 30. September endete, einen Umsatz von 3,84 Milliarden Euro und ein Segmentergebnis von 377 Millionen Euro. Die Segment-Marge beläuft sich auf 9,8 Prozent. Als erfolgreich bewertet Ploss die im Jahresvergleich rückläufigen Zahlen, weil das Unternehmen dank eines guten Zyklusmanagements selbst zum Tiefpunkt der Nachfrage profitabel geblieben ist. „Nun zahlt sich aus, dass wir bei allen Sparmaßnahmen stets darauf geachtet hatten, die Handlungsfähigkeit von Infineon zu erhalten“, sagt Ploss.

So konnte die Fertigung mit Erholung der Märkte in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahrs 2013 schnell wieder hochgefahren werden. Von den Erfolgen sollen auch die Aktionäre profitieren. Aufsichtsrat und Vorstand schlagen daher erneut eine Dividende von 12 Eurocent pro berechtigter Stückaktie vor. Der Vorstandsvorsitzende zeigt sich überzeugt, dass das Geschäftsmodell von Infineon nachhaltig funktioniert. Die Profitabilität des Unternehmens werde durch ein margenstarkes und weniger schwankungsanfälliges Portfolio auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ermöglicht.

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2018.10.15 23:56 V11.6.0-2