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Komponenten | 14 November 2011

Bauelemente-Distributoren in Deutschland spüren Flaute

Deutscher Bauelemente-Distributionsmarkt (gemĂ€ĂŸ FBDi e.V.) schrumpft im Sommerquartal um 2.6%. AuftragseingĂ€nge verzeichnen ein Minus von 22%. Book-to-Bill Rate sinkt auf 0.89.
Deutliche Bremspuren verzeichnete der deutsche Bauelemente-Distributionsmarkt im dritten Quartal 2011. Der Umsatz sank um 2.6% auf 740 Millionen Euro, der Auftragseingang gar um 22% auf 660 Millionen Euro. Die Book-to-Bill-Rate liegt mit 0.89 an der Unterkante einer normalen oder saisonalen Marktbewegung.

Den Halbleiterbereich hat es sichtlich am stÀrksten getroffen, mit einem Minus von 5.2% auf 519 Millionen Euro. Damit sank der Anteil der Halbleiter am gesamten Komponentendistributionsmarkt auf 70%. Alle anderen wesentlichen Sektoren wie Passive Bauelemente, Elektromechanik und Stromversorgungen konnten sogar noch zulegen: Passive wuchsen um 2.3% auf 106 Millionen Euro und stabilisierten ihren Anteil am Gesamtmarkt bei gut 14%. Die Elektromechanik wuchs um 4% auf knapp 74 Millionen und hielt ihren Anteil von 10%. Displays, Sensoren und Stromversorgungen wuchsen jeweils zweistellig und reprÀsentieren Anteile am Gesamtmarkt zwischen 1 und 2.5%.

FBDi-Vorsitzender Georg Steinberger (Avnet): „Wie bereits vermutet, werden die beiden JahreshĂ€lften 2011 ganz unterschiedlich sein. Wenn sich das letzte Quartal Ă€hnlich verhĂ€lt wie das dritte, dann wird 2011 immer noch mit einem leicht zweistelligen Plus enden, bei deutlich ĂŒber 3 Milliarden Euro. Von einer Krise zu sprechen wĂ€re angesichts dieser Situation abenteuerlich, zumal Q3 das dritthöchste Quartal seit Bestehen des FBDi war. Die Auftragslage sieht dagegen wenig freundlich aus. Die AbschwĂ€chung hat fast eine Dynamik wie Ende 2008. Von +17% im ersten Quartal auf -22% im dritten Quartal – und das nach einer bereits beispiellosen Achterbahnfahrt in den letzten 30 Monaten – zeigt, dass das Bestellverhalten an RadikalitĂ€t und Kurzfristigkeit weiter zunimmt. Das könnte eine Herausforderung fĂŒr Distributoren und Hersteller in den nĂ€chsten Jahren werden.“

Die weitere Entwicklung des Marktes bleibt zufriedenstellend bis verhalten positiv. Der FBDi-GeschĂ€ftsklimaindex (nach Schulnotensystem) fĂŒr Q4/2011 schwĂ€chte sich ab auf 2.82 (von 1.96 im letzten Quartal). Die nĂ€chsten 12 Monate werden dagegen 2.49 bewertet.

FBDi-Vorsitzender Georg Steinberger: “Wir sind noch weit entfernt von den echten Krisenjahren 2008/2009, aber die Indexzahlen zeigen eine stĂ€rkere Dynamik als normal. Dies ist sicher auch der Unsicherheit geschuldet, die weltweit durch Schuldenkrise, WachstumsschwĂ€che und InflationsĂ€ngste geschĂŒrt wird. Man sollte jedoch nicht vergessen, dass die letzten zwei Jahre beispiellose Boomjahre waren, in denen sich durch VerfĂŒgbarkeitsprobleme erhebliche LagerbestĂ€nde gebildet haben, die nun abgebaut werden. Erst Anfang 2012 wird man sehen, was danach an Wachstumspotential oder echter MarktschwĂ€che ĂŒbrig bleibt.“
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