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Komponenten | 18 August 2011

Bauelemente-Distributoren in Deutschland wachsen weiter zweistellig

Wie bereits vermutet, hat sich die Wachstumsdynamik im deutschen Bauelemente-Distributionsmarkt im zweiten Quartal 2011 etwas abgeschwÀcht.
Mit einem stattlichen Plus von 19% auf 814 Millionen Euro gegenĂŒber einem außerordentlich starken Q2/2010 ist das Ergebnis fĂŒr Q2/2011 dennoch erfreulich. Die Auftragslage kĂŒhlt sich weiter ab, wenn auch auf hohem Niveau. Ein Minus von knapp 2% gegenĂŒber dem Vorjahresquartal resultiert in einer erstmals seit zwei Jahren wieder rĂŒcklĂ€ufigen Book-to-Bill-Rate von 0.94. Die Umsatzverteilung nach Produktbereichen zeigte im abgelaufenen Vierteljahr keine Besonderheiten: Halbleiter legten um 18% zu auf 586 Millionen, was einem Anteil am Komponentenmarkt von 72% entspricht. Die Passiven landeten bei 11 Millionen (+20%) und einem Anteil von 14%. Elektromechanik wuchs um 19% auf 77 Millionen und reprĂ€sentiert ca. 10% des gesamten Distributionsmarktes. Der Rest verteilt sich auf Stromversorgungen, Displays und Sensoren (je zwischen 1 und 2 Prozent). FBDi-Vorsitzender Georg Steinberger (Avnet EM): „Das erste Halbjahr 2011 endete mit einem Plus von 25%, das zweite dĂŒrfte bestenfalls flach werden, wenn man auf die Entwicklung der Auftragslage schaut. Damit wird 2011 sicherlich ein ‚normales‘ Wachstumsjahr, allerdings auf Rekordniveau von rund 3 Milliarden Euro Umsatz. Die Frage, die sich heute stellt, lautet ‚welchen Einfluss hat die derzeitige Weltwirtschaftslage auf das IndustriegeschĂ€ft und damit den Bauelemente-Konsum fĂŒr die nĂ€chste Zeit? Wie bereits 2008/2009 könnte die Komponentenindustrie in den Sog einer globaleren Marktentwicklung geraten, die nichts mit der Elektronik-Konjunktur zu tun hat.“ Die weitere Entwicklung – zumindest in der Erwartung der FBDi-Mitglieder – bleibt verhalten positiv. Der FBDi-GeschĂ€ftsklimaindex (nach Schulnotensystem) fĂŒr Q3/2011 schwĂ€chte sich ab auf 1.96 (von 1.41 im letzten Quartal). Sowohl das nĂ€chste Quartals als auch die nĂ€chsten 12 Monate werden mit 2.32 bewertet. FBDi-Vorsitzender Georg Steinberger: “Dies ist zweifellos der Entwicklung der letzten Wochen geschuldet, in denen sich die Normalisierung des Marktes mit den Horrornachrichten aus der Finanzwelt mischte und wie schon vor drei Jahren mehr Unsicherheit in den Markt trug als von der wirtschaftlichen Lage her angemessen.“ Dass die Distribution sich in Europa allgemein und in Deutschland speziell weiterhin positiv entwickelt, ist dem sehr kundenorientierten GeschĂ€ftsmodell geschuldet, das auf Nachhaltigkeit und Service ausgelegt ist. Leider werden der Industrie generell unnötig Steine in den Weg gelegt, die ein vernĂŒnftiges und unbĂŒrokratisches Wirtschaften erschweren. Sowohl EU- als auch Bundesgesetzgebung bescheren weitere Schwierigkeiten, bei Umweltrichtlinien als auch in der Steuergesetzgebung. Steinberger: „Die EinfĂŒhrung der Umsatzsteuerumkehr fĂŒr integrierte Schaltungen ohne vernĂŒnftige ErlĂ€uterungen und mit unmöglicher Umsetzungsfrist ist eine gravierende Behinderung des GeschĂ€fts, die auf Monate zu absolutem Chaos im Rechnungswesen fĂŒhren wird. Jeder Importeur hat es einfacher als hiesige Unternehmen. So fördert man keine internationale WettbewerbsfĂ€higkeit.“
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