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Allgemein | 25 August 2010

Schatzkiste Handy

Es ist die ergiebigste Goldader der Welt: In nur 41 Handys steckt die gleiche Menge des Edelmetalls wie in einer ganzen Tonne Golderz. Man muss also keine tiefen Stollen graben, Berge sprengen oder aufwendig im Sand schürfen, um diesen Schatz zu heben.

Der Recycling-Aufwand lohnt sich in jedem Fall: Viele der verbauten Materialien sind entweder extrem teuer, nur in begrenzter Menge verfügbar - oder beides. Goldmine Elektroschrott Laut einer aktuellen Studie des Umweltbundesamtes fallen allein in Deutschland 600'000 Tonnen Elektroschrott jährlich an. Das sind insgesamt gut 7,5 Kilo pro Kopf. Darin stecken auch Edelmetalle wie Gold, Silber und Palladium. Besonders viel davon ist in Mobiltelefonen und Computern verbaut. Die IT-Industrie „verbraucht“ schon jetzt 15% der weltweiten Kobalt-Jahresproduktion, 13% des geförderten Palladiums und 3% der jährlich abgebauten Gold- und Silbervorkommen. Allein in Computern landeten im Jahr 2008 Gold, Silber, Kupfer, Palladium und Kobalt im Wert von gut EUR 2,7 Milliarden. Am Ende steht der Elektroschrott - und der hat es in sich: Eine Tonne Computer-Leitplatten etwa enthält 250 Gramm Gold. Zum Vergleich: Eine Tonne Erzgestein einer sehr ergiebigen Goldmine enthält gerade einmal 5 Gramm des Edelmetalls. Die Rückgewinnung des eingesetzten Goldes – sowie der anderen verbauten Rohstoffe – ist damit ein wichtiger Schritt hin zu einem nachhaltigen Umgang mit Materialien, die auf der Erde nur begrenzt vorhanden sind. Sie leistet darüber hinaus einen wichtigen Beitrag, um gefährliche Preisschwankungen auf dem Weltmarkt abzufedern. Bei besonders seltenen Materialien ist Recycling heute schon unverzichtbar: Bei Gallium etwa, das in LED-Leuchten, Mikrochips und in der Dünnschicht-Photovoltaik Verwendung findet: Bis zum Jahr 2030, so die Prognose, wird sich der jetzige Jahresbedarf noch einmal versechsfachen. Gallium ist relativ selten und kommt nur gebunden vor, was die Gewinnung aufwendig und teuer macht. Recycling ist in diesem Fall die deutlich effizientere Alternative: Die Wiedergewinnung benötigt nur einen Bruchteil der Energie, die für Abbau und Verhüttung notwendig wären. Dabei ist die Methode ungleich kostengünstiger. So wurden im Jahr 2008 bereits 135 Tonnen Gallium durch Wiederverwertung gewonnen, während nur 95 Tonnen auf herkömmlichem Weg produziert wurden - nur ein Beispiel für die wachsende Bedeutung des IT-Recyclings. Gleichzeitig steigt die Menge des auszubeutenden Elektroschrotts dramatisch weiter: Bis 2020 werde sich die Menge in China und Südafrika im Vergleich zu 2007 vervierfachen, in Indien verfünffachen. Noch hat sich das Elektroschrott-Recycling nicht überall durchgesetzt. Ein großer Teil der Metalle wird noch nicht ins System zurückgeführt: Pro Jahr gehen laut UN-Umweltprogramm UNEP so mehr als EUR 5 Milliarden verloren. Ein Viertel des deutschen Elektromülls wandert laut Umweltbundesamt sogar illegal ins Ausland, wo er ohne jegliche Rücksicht auf Mensch und Umwelt weiterverarbeitet wird - ein weiterer Grund, dem Thema Elektroschrott-Recycling in Zukunft noch mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Schatzkiste Handy Jedes Mobiltelefon enthält 60 Rohstoffe, darunter kleine und kleinste Mengen der begehrten Metalle Gold, Silber, Kupfer, Kobalt und Palladium. Doch die Summe macht’s: 2008 etwa wurden weltweit 1,3 Milliarden Handys verkauft – allein der Wert des darin enthaltenen Goldes belief sich auf USD 1,1 Milliarden. Rohstoff pro Handy: Kupfer: 9 Gramm Kobalt: 3,6 Gramm Silber: 250 Milligramm Gold: 24 Milligramm Palladium: 9 Milligramm ----- Quelle: IFAT ENTSORGA
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