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Allgemein | 03 Mai 2010

Der Lithium-Schatz im Salzsee

In der bolivianischen SalzwĂŒste Salar de Uyuni lagert das grĂ¶ĂŸte Lithium-Vorkommen der Welt. AuslĂ€ndische Fördergesellschaften stehen Schlange, doch Bolivien will den begehrten Rohstoff fĂŒr Elektroautos und Batterien trotz fehlender Infrastruktur selbst abbauen.
Das Alkalimetall Lithium wird bisher hauptsĂ€chlich in Akkus fĂŒr ElektrogerĂ€te, in der Keramik-und Glasherstellung sowie in Schmierstoffen verwendet. Doch es hat auch bei den Autobauern Begehrlichkeiten geweckt. Nach einer vom japanischen Hersteller Mitsubishi in Auftrag gegebenen Studie sollen allein die Akkus fĂŒr Elektrofahrzeuge bis 2020 die Nachfrage nach Lithium verdoppeln und 40 Prozent der weltweiten Ressourcen beanspruchen, berichtet BMZ. Bolivien an den Gewinnen beteiligen Laut der US-Bundesbehörde U.S. Geological Survey besitzt Bolivien mit neun Millionen Tonnen die weltweit grĂ¶ĂŸten Lithium-Vorkommen, davon gelten 5,5 Millionen Tonnen als abbaubar. Diese haben dem Andenstaat den Namen „Saudi-Arabien des Lithiums“ eingebracht. Zwar ist Bolivien beim Abbau und beim Ausbau der Infrastruktur auf auslĂ€ndische Investitionen und Expertise angewiesen, doch hat PrĂ€sident Evo Morales verkĂŒndet, dass er nach dem Silberraub der Konquistadoren im 16. Jahrhundert eine erneute AusplĂŒnderung seines Landes verhindern will. An die Vergabe von Förderlizenzen knĂŒpft der arme Andenstaat harte Bedingungen. Die Fördergesellschaften sollen Bolivien an den Gewinnen beteiligen und in den Ausbau des Strom-und Straßennetzes investieren. Auch Fabriken zur Herstellung der Batterien sollen hier entstehen, damit die ArbeitsplĂ€tze im Land bleiben. Autoindustrie drĂ€ngt Die Förderindustrie sieht Boliviens Vorgehen mit Befremden: „Das ist kein attraktives GeschĂ€ftsmodell fĂŒr ein westliches Unternehmen“, sagt Eric Norris, Wirtschaftsdirektor des US-Unternehmens FMC Lithium, das in Argentinien Förderrechte besitzt. Die Auto-Industrie aber drĂ€ngelt. „Wenn wir das Lithium aus Bolivien nicht bekommen, können wir unsere Autos nicht produzieren“, klagt Oji Baba, Manager bei Mitsubishi. Am Rande des Salar de Uyuni hat Bolivien den Lithium-Abbau bereits selbst in die Hand genommen. Die staatliche Bergbaugesellschaft Comibol legt riesige Verdampfungsbecken fĂŒr die hochgepumpte Salzlake an, zieht eine Pilotanlage fĂŒr die Weiterverarbeitung des Lithiums hoch. Bisher wenig Interesse Boliviens an deutscher Entwicklung Eine deutsche Entwicklung könnte das bisher langwierige Verdampfen beschleunigen. Wissenschaftler um Professor Wolfgang Voigt von der UniversitĂ€t Freiberg haben kegelförmige Anlagen entwickelt, mit denen auf der gleichen GrundflĂ€che bis zu dreimal so viel Wasser verdampft werden kann wie aus einem Becken. Doch bislang hat Boliviens Regierung wenig Interesse daran gezeigt. So bleibt abzuwarten, ob sich das Land tatsĂ€chlich zum „Saudi-Arabien des Lithiums“ aufschwingen kann.
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