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Elektronikproduktion | 20 Januar 2010

Lithium-Bedarf für Fahrzeug-Batterien langfristig gesichert

Fraunhofer ISI in Karlsruhe hat innerhalb des vom BMBF gef├Ârderten Projektes "Systemforschung Elektromobilit├Ąt" der Fraunhofer-Gesellschaft die voraussichtliche Lithium-Nachfrage untersucht.
Ergebnis: Selbst unter sehr zur├╝ckhaltenden Annahmen bez├╝glich der Vorkommen werden die weltweit vorhandenen Lithium-Reserven auch bei hohen Nachfragesteigerungen bis 2050 ausreichen. Die Wissenschaftler empfehlen, effiziente Recyclingprogramme f├╝r Lithium aufzusetzen und die Entwicklung neuer Batterietechnologien voranzubringen, um die Rohstoffbasis zu schonen. Konservativer Ansatz Die momentan erwarteten Marktwachstumszahlen f├╝r Elektrofahrzeuge werfen immer wieder die Frage nach der Verf├╝gbarkeit der hierf├╝r notwendigen Rohstoffe auf. Dabei steht Lithium oft im Zentrum der Diskussion. "Wenn wir von einem Szenario der Marktdurchdringung ausgehen, bei denen Elektrofahrzeuge bis 2050 weltweit 50 Prozent der Neuzulassungen im motorisierten Individualverkehr erreichen, werden unter Ber├╝cksichtigung der Verwendung von recycelten Material sowie der Lithium-Nachfrage f├╝r andere Anwendungen dann erst rund 20 Prozent der weltweit vorhandenen Lithium-Ressourcen verbraucht sein", so Prof. Dr. Martin Wietschel, einer der beiden Projektleiter. Diese Berechnung geht von einer vorsichtigen Sch├Ątzung der Vorkommen aus. "Die dabei eingesetzte Menge von Sekund├Ąrlithium, das durch Recycling gewonnen wird, deckt bei unseren Berechnungen circa 25 Prozent des Gesamtbedarfs, was dem Recycling von Lithium einen hohen Stellenwert gibt", betont sein Kollege Dr. Gerhard Angerer. Aggressiver Ansatz F├╝r den Fall, dass das zuk├╝nftige Aufkommen der Elektromobile ein deutlich schnelleres Marktwachstum erreicht, haben die Forscher ein zweites Szenario mit einem 85-prozentigen Marktanteil von Elektrofahrzeugen bei den Neuzulassungen analysiert. Auch in diesem Szenario kommt es bis 2050 nicht zu einer Ersch├Âpfung der Lithium-Ressourcen. Allerdings sind dann die zu heutigen Lithium-Preisen und Technologien abbaubaren Reserven ersch├Âpft, und es m├╝ssen neue Vorkommen erschlossen werden. Vorsorglich empfehlen die Wissenschaftler deshalb, fr├╝hzeitig ein Recyclingsystem f├╝r Lithium aufzubauen sowie langfristig an der Entwicklung alternativer Batterietypen zu arbeiten, die ohne Lithium auskommen. Es ist auch in Betracht zu ziehen, dass Lithium nur in wenigen L├Ąndern vorkommt, von denen einige in politisch instabilen Regionen liegen. Deshalb sind trotz ausreichender geologischer Vorkommen Versorgungsst├Ârungen nicht v├Âllig auszuschlie├čen. Hinzu kommt, dass diese Vorkommen h├Ąufig in bislang weitgehend unber├╝hrten ├ľkosystemen, wie Salzseen in S├╝damerika und China, zu finden sind. Nicht nur Lithium Die Forscher des Fraunhofer ISI geben auch zu bedenken, dass Lithium nicht der einzige Rohstoff ist, der f├╝r Elektromobile ben├Âtigt wird. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Versorgungssicherheit weiterer Rohstoffe f├╝r die Elektromobilit├Ąt zu pr├╝fen. Dazu geh├Âren beispielsweise Kobalt f├╝r Batterien, Kupfer f├╝r die Wicklungen in den Elektromotoren, Indium f├╝r Displays und Neodym f├╝r den Einsatz bei Magneten in Elektromotoren.
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