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© Swedwatch Elektronikproduktion | 17 Dezember 2009

Bessere Ausrüstung, aber immer noch illegale Überstunden in Chinas Fabriken

Jedes zweite Handy wird heute in China hergestellt. SwedWatch und das Projekt makeITfair untersuchten 2008 die chinesischen Elektronikfabriken und fanden schlechte Arbeitsbedingungen. Ein Jahr später wurde erneut nachgeforscht.
Speziell zwei Fabriken – in denen mobile Ladegeräte für Nokia, Samsung, Motorola und LG hergestellt werden – wurden erneut überprüft. Dieses erneute Audit zeigt, dass wichtige Veränderungen und Verbesserungen in Bezug auf die Arbeitsbedingungen ausgeführt wurden. Die Arbeitnehmer tragen nun Schutzausrüstung und werden in den Bereichen Sicherheit und Gesundheit weitergebildet. Es gibt jedoch immer noch Probleme; die Arbeitszeiten entsprechen in den seltensten Fällen dem gültigen Recht und Bewerber müssen während des Einstellungsprozesses diverse medizinische Tests durchlaufen.



Before & After: In 2007, arbeiteten die Frauen ohne ausreichende Schutzkleidung (oben). In 2009, bestätigen dei Arbeiter die getätigten Investitionen - ein neues Ventilationssystem und Arbeitshandschuh (unten).



„Die Herstellung von Elektronik ist mit einer Reihe von gesundheitlichen Risiken verbunden. Geeignete Schutzausrüstung und Ausbildung in den Bereichen Gesundheit und Sicherheit sind entscheidend für die Gesundheit der Arbeitnehmer. Der Besitzer dieser beiden Anlagen hat erkannt, dass Anstrengungen in diesen beiden Bereichen durchaus profitabel sein können. Die Investitionen schlagen sich vor allem in niedrigeren Unfallszahlen und weniger Fluktuation im Arbeitnehmerbestand nieder“ erklärte Henrik Fröjmark von Hela Världen (Teil der schwedischen Kirche).

2007 arbeiteten vor allem junge Frauen in den beiden Fabriken – ohne hinreichende Schutzkleidung. Die Arbeitplätze waren durch gesundheitsschädliche Dämpfe kontaminiert – als Grund von unzureichender Ventilation. Schnitt- und Brandverletzungen – durch das enorme Arbeitstempo – waren sehr verbreitet. Der Standard der Wohnheime und Cafeteria waren inakzeptabel. Seit damals hat ein neuer Eigentümer die beiden Fabriken übernommen und hat rund $2,5 Millionen in die Modernisierung der Anlagen investiert, welche von den Arbeitnehmern gegenüber makeITfair bestätigt wurden.



Sie erklärten jedoch auch, dass noch einige Probleme bestehen. Viele berichteten von illegalen Überstunden – was wiederum gesundheitliche Probleme zur Folge hat. Wie auch schon 2008, verdienen die Arbeiter den absoluten Mindestlohn (bei Vollzeit). Dies bedeutet, dass die Überstunden notwendig sind, um ‚über die Runden zu kommen’. Viele der Überstunden werden durch die niedrigen Löhne, aber auch durch die Kunden hervorgerufen (diese ändern die Aufträge oft von einer Minute zur Anderen).

Diese Studie zeigt auch, dass die Arbeitnehmer schon während des Einstellungsprozesses diskriminiert werden – auf Grund von Alter, Geschlecht und Geburtsort. Zudem werden legale (jedoch ethisch bedenkliche) Leberfunktionstest durchgeführt. Einige medizinische Tests sind in China schon seit langem obligatorisch; sie führen jedoch dazu, dass die am meisten gefährdeten Arbeitnehmer wahrscheinlich diskriminiert werden – Wanderarbeiter in einem schlechten Gesundheitszustand, fern ab der Familie und ohne ausreichendem Sicherheitsnetz.


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Quelle: SwedWatch / pdf.Datei (nur in Englisch)

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