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Elektronikproduktion | 16 Dezember 2009

Jenoptik: Transfergesellschaften in Jena & Villingen-Schwenningen

Nach intensiven Verhandlungen einigten sich Jenoptik und die Vertreter der Betriebsr├Ąte auf ein Ma├čnahmenpaket, das an den Standorten Jena und Villingen-Schwenningen jeweils Transfergesellschaften vorsieht.
Innerhalb des Jenoptik-Konzerns verzeichneten besonders die Sparten Optische Systeme, Industrielle Messtechnik und ein Teilbereich der Sparte Laser & Materialbearbeitung infolge der Halbleiter- und Automobilkrise einen deutlichen Umsatz- und Ergebnisr├╝ckgang. Die Folgen der Wirtschaftskrise bei gleichzeitigen Restrukturierungen der Produktion und Effizienzsteigerungen im Zuge der Jenoptik-Exzellenzinitiative sind durch Kurzarbeit und vorherige Sparma├čnahmen nicht vollst├Ąndig abzufedern. Daher hatte Jenoptik im September dieses Jahres die Ma├čnahmen zur Kostensenkung ausgeweitet und beschlossen, die Kapazit├Ąten anzupassen. Die damit verbundenen Personalma├čnahmen sehen vor, die Stammbelegschaft des Konzerns auf etwa 3.000 zu reduzieren. Rund 160 Stellen entfallen im Ausland. Anfang 2008 waren im Jenoptik-Konzern 3.400 Mitarbeiter besch├Ąftigt. Bereits im Sommer dieses Jahres hatte Jenoptik den R├╝ckzug aus dem defizit├Ąren Gesch├Ąft mit Mittelformatkameras beschlossen und sich von diesem Gesch├Ąft mit knapp 45, vor allem in der Schweiz besch├Ąftigten Mitarbeitern, getrennt. "Wir m├╝ssen unsere Kostenstrukturen so einstellen, dass wir auch bei einem Umsatzniveau unterhalb von 2008 wettbewerbsf├Ąhig bleiben. Gleichzeitig restrukturieren wir unsere Produktion vor allem in der Sparte Optische Systeme und optimieren unsere Prozesse, sodass in Verbindung mit der Wirtschaftskrise Personalma├čnahmen unausweichlich waren", so Jenoptik-Chef Michael Mertin. Bisherige Ma├čnahmen wie die Nicht-Besetzung frei gewordener Stellen, der Abbau von Leiharbeit sowie Kurzarbeit reichten nicht mehr aus. Die Sparte Industrielle Messtechnik, die von der Krise der Automobilindustrie stark beeinflusst ist, wird die Produktion von Standardprodukten in Deutschland am Standort Villingen-Schwenningen zusammenf├╝hren. An den ausl├Ąndischen Standorten der Sparte Industrielle Messtechnik, vor allem in Frankreich und in der Schweiz, entfallen knapp 100 Stellen. Mit den Arbeitnehmervertretern der Standorte wurden Sozialpl├Ąne verabschiedet. In Deutschland sind rund 50 Stellen an verschiedenen Standorten betroffen. Um den Stellenabbau sozial vertr├Ąglich abzufedern, wird ab Januar in Villingen-Schwenningen eine Transfergesellschaft gebildet. "Wir haben nach intensiven Gespr├Ąchen mit den Vertretern der Betriebsr├Ąte und der IG Metall zum Teil freiwillige Sozialpl├Ąne/Interessenausgleiche verabschiedet, die den ├ťbergang so vertr├Ąglich wie m├Âglich gestalten", so Jenoptik-Chef Michael Mertin. In der Sparte Optische Systeme sowie in einem Teilbereich der Sparte Laser & Materialbearbeitung werden in Th├╝ringen 56 Stellen an den Standorten Jena und Triptis abgebaut. Bestandteile der Sozialpl├Ąne sind unter anderem Entgeltzusch├╝sse des Unternehmens f├╝r die Mitarbeiter in den Transfergesellschaften, Zusch├╝sse f├╝r Qualifizierungsma├čnahmen sowie Zahlungen des Unternehmens, die sich nach der famili├Ąren Lebenssituation richten und unterhaltspflichtige Kinder ber├╝cksichtigen. F├╝r beide Standorte besteht ab Januar eine Transfergesellschaft. Dar├╝ber hinaus wurden die Schlie├čung des Optik-Standortes Gie├čen mit rund 40 Mitarbeitern und die Verlagerung der Produktion nach Jena bereits eingeleitet. F├╝r das Gesamtjahr 2009 erwartet Jenoptik einen Konzernumsatz zwischen 460 und 500 Mio Euro. Das Konzern-EBIT vor Sondereinfl├╝ssen soll positiv ausfallen. Aufgrund der Ma├čnahmen zur Kostensenkung erwartet der Jenoptik-Konzern 2010 ein positives Konzern-Betriebsergebnis im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Neben dem Ausbau des internationalen Vertriebsnetzes z├Ąhlen erfolgreiche Produktinnovationen wie beispielsweise die Laseranlagen f├╝r die Photovoltaik-Industrie und die Entwicklung des Faserlasers, der Ausbau des Gesch├Ąftes mit Infrarot-Optiken sowie das Angebot kompletter Betreiberkonzepte (Traffic Service Providing) zu den Wachstumsthemen des Konzerns.
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