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Elektronikproduktion | 19 November 2009

Studie: Arbeitsbedingungen in EMS immer noch schlecht

Computer, Handy, Fernseher und Kamera – elektronische Artikel erleichtern den Alltag und sind kaum mehr wegzudenken. Thailand ist der größte Festplatten-Exporteur der Welt und aus China kommen 25 % der globalen Elektronik-Produktion. Elektronik bestimmt in diesen Ländern den Alltag von Millionen Menschen.
„Vor allem junge Frauen sind in der Elektronikindustrie beschäftigt. Sie arbeiten tagtäglich bis zu 16 Stunden am Fließband und gefährden dabei ihre Gesundheit für einen Hungerlohn“, berichtet Christina Schröder von der entwicklungspolitischen Organisation Südwind. Zahlreiche Investitionsförderungen der thailändischen Regierung locken die großen Elektronikmarken ins Land. Bis zu 11 Jahre können sie steuerfrei produzieren lassen, danach gibt es immer noch die Möglichkeit Firmenstandorte zu schließen und in der Nachbarprovinz unter einem anderen Namen wieder zu eröffnen. Meist wird bei dieser Gelegenheit der gesamten Belegschaft gekündigt und neue Arbeitskräfte, für den Mindestlohn von ca. €4 pro Tag, angestellt. Viele der Arbeiter sind deshalb auf täglich mindestens zwei Überstunden und Schichtarbeit angewiesen. „Mit Überstunden und Nachtarbeit komme ich gerade so über die Runden. Ansparen kann ich mir für Notfälle aber nichts“, wird eine Arbeiterin in dem Bericht zitiert. Zudem werden die Arbeiter bei Fehlern in der Produktion auch schon mal fünf bis sieben Tage suspendiert. Das Bild hat eine Zoom-Funktion. Die Anforderungen an die Computerbranche sind jedenfalls enorm. Bestellung, Produktion und Auslieferung eines Computers müssen zeitlich nah beisammen liegen. Durch die Auslagerung der Produktion an Sub- sowie Sub-Sublieferanten sind am Produktionsprozess oft hunderte verschiedener Firmen beteiligt. Als Beispiel nennt die Gruppe Hewlett-Packard. Das Unternehmen soll mit mehr als 7000 Zulieferbetrieben zusammenarbeiten – von der Herstellung der Einzelteile bis hin zur Endmontage der Computer. Als weiteres Beispiel wird der Zulieferer Meitai Plastics and Electronics in Dongguan City, China genannt. Das Unternehmen produziert z.B. Computer-Tastaturen für HP, Dell, Lenovo, Microsoft und IBM hergestellt. Der Arbeitsalltag wird so beschrieben:„In einer großen Halle sitzen die Arbeiter auf Holzhockern am Fließband, über welches 500 Tastaturen pro Stunde laufen. 1,1 Sekunden haben sie jeweils Zeit, um eine Taste einzustecken. Nach sechs oder sieben Tasten läuft die Tastatur zur nächsten Arbeiterin oder zum nächsten Arbeiter weiter. Das Fließband stoppt nicht: Die Arbeiter sind genötigt, 12 Stunden am Tag zu arbeiten, meist werden zusätzlich Überstunden verlangt. Pausen, um zur Toilette zu gehen, bleiben dabei nicht. Es ist verboten, sich mit den Kollegen zu unterhalten oder den Kopf zu heben“. Arbeiter des Zulieferbetriebs Excelsior Electronics im chinesischen Dongguan berichten von 370 Arbeitsstunden im Monat. Dies entspricht etwa 200 Überstunden und steht im krassen Gegensatz zu den gesetzlichen Bestimmungen, welche die Zahl der begrenzt – erlaubt sind höchstens 36 im Monat Überstunden. Aber nicht nur die Arbeitsbedingungen in Asien lassen einiges an Interpretationsfreiheit zu. An den tschechischen Standorten des EMS-Riesen Foxconn werden zu über 50% Arbeitskräfte aus anderen osteuropäischen Ländern, aus Vietnam und der Mongolei beschäftigt. „Sie sind über Leiharbeitsfirmen angestellt und ihre Aufenthaltsgenehmigung ist an die Arbeitsstelle gebunden. Dadurch sind sie besonders leicht auszubeuten. Wohnungen können sich die Arbeiter keine Leisten, sie leben in Pensionen“, heisst es im Bericht weiter. ----- Quelle: Clean-IT Bildquelle: SACOM
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