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Elektronikproduktion | 12 November 2009

ZVEI erwartet Erholung der Märkte der elektronischen Komponenten in 2010

Nach Einsch√§tzung des ZVEI-Fachverbands Electronic Components and Systems wird der deutsche Markt f√ľr elektronische Komponenten im kommenden Jahr um 6% auf ‚ā¨13 Mrd. wachsen. Damit wird der Umsatzr√ľckgang von 22% im laufenden Jahr gestoppt, so die Prognose der Marktexperten im ZVEI.
Der noch im Fr√ľhjahr f√ľr 2009 prognostizierte Umsatzr√ľckgang im Inland von 16% musste im Laufe des Jahres auf minus 22% nach unten korrigiert werden. Das entspricht einem Umsatz von ‚ā¨12,3 Mrd. ‚ÄěAllerdings scheint das Schlimmste √ľberstanden zu sein‚Äú, so Dr. Martin Stark, Vorsitzender des Fachverbands. Die sinkende Nachfrage nach elektronischen Komponenten wird getrieben durch die weltweite Wirtschaftkrise, bedingt den starken Einbruch im laufenden Jahr. Nachdem im Jahr 2008 bereits ein Umsatzr√ľckgang von 8,4% aufgrund des schwachen 4Q/2008 auf ein Umsatzvolumen von ‚ā¨15,7 Mrd. zu verzeichnen war, versch√§rfte sich dieser Trend 2009. Damit wird der Markt im laufenden Jahr um 22% auf insgesamt ‚ā¨12,3 Mrd. schrumpfen. F√ľr das kommende Jahr wird ‚Äď einhergehend mit einer Erholung der Weltwirtschaft ‚Äď mit einer Stabilisierung der M√§rkte gerechnet. W√§hrend der Umsatzr√ľckgang in Deutschland im vergangenen Jahr haupts√§chlich auf die schwachen Halbleiterums√§tze mit einem Minus von 13% zur√ľckzuf√ľhren war, werden im laufenden Jahr alle Bereiche deutlich Federn lassen: Die Spanne bewegt sich zwischen minus 19% bei Leiterplatten bis minus 23% bei Integrierten Schichtschaltungen. Halbleiter-Bauelemente, die den deutschen Bauelemente-Markt nach wie vor mit einem Anteil von etwa 60 Prozent dominieren, werden 2009 um 22% zur√ľckgehen, so die Prognose der Marktexperten im ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie. Schwergewichte Kfz- und Industrie-Elektronik belasten den Markt Im Segment der Halbleiter wird der Umsatz im laufenden Jahr um etwas mehr als 22% auf ‚ā¨7,2 Mrd. zur√ľckgehen. F√ľr 2010 wird mit einem Umsatzplus von knapp 7% auf ‚ā¨7,7 Mrd. gerechnet. Diese Entwicklung im laufenden Jahr ist auf die Umsatzr√ľckg√§nge in den Treibersegmenten Kfz- und Industrie-Elektronik mit minus 30% bzw. minus 19% sowie den starken Umsatzr√ľckgang von knapp 18% bei der Datentechnik ‚Äď die einen Anteil von etwa 30% am deutschen Halbleitermarkt einnimmt ‚Äď zur√ľckzuf√ľhren. Die Telekommunikation wird 2009 einen Umsatzr√ľckgang von 17% aufweisen. F√ľr das kommende Jahr wird von einer Erholung der Halbleiter-M√§rkte ausgegangen. Die Kfz-Elektronik erwartet ein Umsatzplus von etwa zehn Prozent und die Industrie-Elektronik ein Plus von sieben Prozent. Die anderen Segmente werden im unteren einstelligen Bereich zulegen k√∂nnen. Die Experten des ZVEI erwarten 2009 f√ľr den deutschen Markt der Passiven Bauelemente einen Umsatzr√ľckgang von 22% auf ‚ā¨1,2 Mrd. Bereits im vergangenen Jahr betrug der Umsatzr√ľckgang 3,5% (‚ā¨1,5 Mrd.). Aufgrund der massiven Absatzschw√§che in der Automobilbranche wird 2009 ein Umsatzr√ľckgang von 21% auf ‚ā¨454 Mio. in der Kfz-Elektronik erwartet. Mit 38% Marktanteil ist dies das wichtigste Abnehmersegment der Passiven Bauelemente. Allerdings rechnet man mit einem Nachfrageanstieg im Jahr 2010 um gut 10% auf ‚ā¨500 Mio. Umsatz ‚Äď getrieben durch neue Applikationen, z. B. zur Verbrauchs- und CO2-Reduzierung. Als zweitgr√∂√ütes Marktsegment mit einem Anteil von 32% wird der Bereich der Industrie-Elektronik das laufende Jahr in Deutschland mit einem Umsatz von ‚ā¨378 Mio. schlie√üen. Das entspricht einem massiven R√ľckgang von 23% im Vergleich zum Vorjahr. Hauptursache ist die Krise im Maschinenbau, mit Umsatzr√ľckg√§ngen von teilweise √ľber 50%. 2010 wird auch in diesem Bereich mit einer Erholung gerechnet: Die Erwartung der ZVEI-Experten liegt bei einem Plus von 6% auf einen Umsatz von ‚ā¨400 Mio. W√§hrend die Gruppe der Elektromechanischen Bauelemente, zu denen Schalter, Steckverbinder und Ger√§teschutzsicherungen z√§hlen, im vergangenen Jahr noch ein Umsatzplus von 3% auf ‚ā¨2,9 Mrd. verbuchen konnte, wird das laufende Jahr einen R√ľckgang von 21% auf ‚ā¨2,3 Mrd. bringen. So werden alle Bereiche ohne Ausnahme Umsatzr√ľckg√§nge zwischen zw√∂lf Prozent im Bereich Datentechnik bis hin zu einem R√ľckgang von 27% im Marktsegment Kfz-Elektronik hinnehmen m√ľssen. Dabei hinterl√§sst der massive Einbruch in der Automobilbranche deutliche Spuren. Der Anteil der Kfz-Elektronik am deutschen Markt f√ľr Elektromechanische Bauelemente liegt bei gut 40%. Positive Impulse versprechen neue Applikationen in der Photovoltaik. Diesem Segment wird ein starkes Wachstum, nicht zuletzt aufgrund gesetzlich garantierter F√∂rderungen, vorhergesagt. Neuentwicklungen in der Branche der Elektromechanischen Bauelemente, die in der Zeit geringer Produktionsauslastungen get√§tigt wurden und kurz vor der Markteinf√ľhrung stehen, sollen ebenso zur Erholung im kommenden Jahr beitragen. So wird 2010 mit einem Umsatzplus von 2,5% und einem Umsatz von ‚ā¨2,4 Mrd. gerechnet. Die Marktexperten im ‚ÄöVerband der Leiterplattenindustrie‚Äė beim ZVEI rechnen f√ľr das laufende Jahr auf dem inl√§ndischen Leiterplattenmarkt mit einem Umsatz-Minus von 19% auf ‚ā¨1,1 Mrd. Die sich bis Mitte des Jahres versch√§rfende Wirtschaftskrise und die damit einhergehende Absatzschw√§che in der Automobilbranche sind auch hier wesentliche Ursachen. F√ľr das kommende Jahr wird mit einem Umsatzanstieg von 3,5% auf ein Marktvolumen von ‚ā¨1,13 Mrd. gerechnet. √úber ein Drittel des Umsatzes wird im Bereich der Industrie-Elektronik erzielt, die damit die Kfz-Elektronik ‚Äď mit einem Anteil von 32% am Gesamtmarkt der Leiterplatten ‚Äď von Platz eins vertreibt. Es folgt die Telekommunikation mit 18%. Alle drei Bereiche erwarten im laufenden Jahr Umsatzr√ľckg√§nge ‚Äď rund 14% in der Industrie-Elektronik, 24% in der Kfz-Elektronik und 20% in der Telekommunikation. F√ľr das kommende Jahr wird auch hier ein Wachstumsplus von knapp 4% erwartet. Die M√§rkte der Integrierten Schichtschaltungen, die als Tr√§ger f√ľr elektronische Bauelemente eingesetzt werden, schlossen das vergangene Jahr mit einem Umsatzplus von knapp vier Prozent auf ‚ā¨596 Mio. F√ľr das laufende Jahr wird mit einem Umsatzr√ľckgang in der Kfz-Elektronik um 25% auf ‚ā¨386 Mio. gerechnet. √úber 84% der Integrierten Schichtschaltungen kommen im Kfz zum Einsatz. F√ľr das kommende Jahr rechnet man hier mit einem Plus von gut 5% bei Integrierten Schichtschaltungen. Getrieben durch die starken Umsatzr√ľckg√§nge in den einzelnen Bereichen der elektronischen Komponenten, werden auch die Elektronischen Baugruppen ‚Äď die n√§chsth√∂here Wertsch√∂pfungsstufe der elektronischen Komponenten ‚Äď im laufenden Jahr einen Umsatzr√ľckgang von 22% haben. Dies entspricht einem Umsatz von ‚ā¨20 Mrd., so die ZVEI-Marktexperten. F√ľr 2010 wird analog zu den elektronischen Komponenten mit einer moderaten Erholung um gut 6%, gekoppelt an die Erholung der Weltwirtschaft, gerechnet. Region EMEA zeigt starken Umsatzeinbruch W√§hrend im vergangenen Jahr die M√§rkte Europa, Mittlerer Osten und Afrika (EMEA) f√ľr elektronische Komponenten mit einem Minus von 8,7% auf ‚ā¨47,3 Mrd. (69,5 Mrd. US-Dollar; minus 2% gegen√ľber 2007) schlie√üen konnten, erwartet man im laufenden Jahr einen drastischen Umsatzeinbruch um 20% auf ‚ā¨37,7 Mrd. (50,9 Mrd. US-Dollar; minus 27%). Die Wachstumsdifferenz zwischen Euro- und Dollarergebnissen beruht auf der Annahme eines im Jahresdurchschnitt 2009 gegen√ľber dem Jahresdurchschnitt 2008 etwas geringeren Eurokurs und dem damit verbundenden positiven Wechselkurseffekt. W√ľrde der Wechselkurs auf dem Wert des Jahres 2008 von 1,47 Dollar pro Euro festgehalten, w√ľrde der europ√§ische Markt auf Eurobasis 2009 entsprechend dem Markt auf Dollarbasis um 27% schrumpfen. F√ľr 2010 prognostizieren die ZVEI-Experten aufgrund der einsetzenden Erholung der Weltwirtschaft, einen Umsatzanstieg von 4% auf ein Marktvolumen von ca. ‚ā¨39,2 Mrd. f√ľr die Region EMEA (53 Mrd. US-Dollar; plus 3,9% gegen√ľber 2009). Positive Aussichten f√ľr 2010 ‚Äď Weltmarkt 2009 auf Talfahrt W√§hrend der Weltmarkt f√ľr elektronische Komponenten 2008 noch ein geringes Minus von 1,5% auf 398 Mrd. US-Dollar aufwies, wird f√ľr das laufende Jahr von einem massiven Umsatzr√ľckgang um 16,5% (332 Mrd. US-Dollar) ausgegangen. Umgerechnet in Euro entspricht dies einem Minus von 9% auf ‚ā¨246 Mrd. (2009). Im kommenden Jahr werden sich die Weltm√§rkte f√ľr elektronische Komponenten ‚Äď einhergehend mit dem Anziehen der Weltwirtschaft ‚Äď um gut 7% auf 356 Mrd. US-Dollar erholen k√∂nnen (in Euro gerechnet: plus 7,3% auf ‚ā¨264 Mrd.). Diese positive Entwicklung ist im Wesentlichen auf den prognostizierten Umsatzanstieg um gut 9% bei Halbleiter-Bauelementen zur√ľckzuf√ľhren, deren Anteil knapp 64% der gesamten elektronischen Komponenten weltweit betr√§gt. Der Voraussage zugrunde gelegt wird eine Erholung der Weltwirtschaft. Auch f√ľr die Weltm√§rkte der Passiven Bauelemente, der Leiterplatten sowie der Elektromechanischen Bauelemente will man im kommenden Jahr ein Wachstum von 3% bis 7% realisieren. Lediglich im Weltmarkt f√ľr Integrierte Schichtschaltungen l√§sst die R√ľckkehr auf den Wachstumspfad noch auf sich warten. 2010: Erholung in allen Markt-Segmenten Unter den verschiedenen Produktbereichen dominiert in Deutschland wie auch in den vergangenen Jahren die Kfz-Elektronik mit einem Anteil von gut 37%. Der inl√§ndische Umsatz in diesem Segment betr√§gt im laufenden Jahr knapp ‚ā¨4,6 Mrd. Es folgt die Industrie-Elektronik mit einem Umsatz von ‚ā¨3 Mrd. und die Datentechnik mit ‚ā¨2,6 Mrd. Die Industrie-Elektronik, die im vergangenen Jahr noch von der erh√∂hten Nachfrage aus der Photovoltaik und der Medizintechnik profitiere und damit als einziger Bereich mit einem Plus von 7% abschlie√üen konnte, wird im laufenden Jahr voll von den schwachen M√§rkten im Maschinenbau erfasst. So wird die Industrie-Elektronik 2009 einen R√ľckgang um 19% auf einen Umsatz von ‚ā¨3 Mrd. aufweisen. Die Telekommunikation wird das laufende Jahr mit einem Umsatzr√ľckgang von rund 18% auf etwa ‚ā¨1,5 Mrd. schlie√üen. Nach den Prognosen des ZVEI werden im Inland im laufenden Jahr alle Markt-Segmente der elektronischen Komponenten ein zweistelliges Umsatzminus aufweisen. Ab dem kommenden Jahr d√ľrfte durch die sich erholende Wirtschaft der Trend √ľber alle Markt-Segmente in ein Plus von knapp 6% drehen.
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