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Elektronikproduktion | 30 Oktober 2009

Manager in Mittel- und Osteuropa (CEE) sehen Silberstreif am Horizont

Mittel- und Osteuropa zeigt erste Anzeichen eines Wirtschaftsaufschwungs. Die B√∂rsenkurse haben sich gr√∂√ütenteils erholt, die nationalen W√§hrungen stabilisiert und die Prognosen f√ľr 2010 sind leicht positiv. Doch die CEE-Manager verhalten sich abwartend und rechnen mehrheitlich erst Ende 2010 mit nachhaltigem Wirtschaftswachstum.
Vor allem in S√ľdosteuropa bleibt die Stimmung weiter trist. Nach wie vor machen Auftragsr√ľckg√§nge und eine gesunkene Zahlungsmoral den Unternehmen am meisten zu schaffen, im letzten Halbjahr neu dazugekommen sind fallende Preise. Das sind die Ergebnisse einer Marktstudie, die Roland Berger Strategy Consultants nach Oktober 2008 und M√§rz 2009 zum dritten Mal durchgef√ľhrt hat. Im Rahmen der aktuellen Untersuchung wurden 330 F√ľhrungskr√§fte aus √Ėsterreich sowie Kroatien, Polen, Rum√§nien, Russland, Tschechien, Ungarn und der Ukraine zu den Auswirkungen der Wirtschaftskrise befragt. "Unsere Umfrageergebnisse zeigen den ber√ľhmten Silberstreif am Horizont", erkl√§rt Studienautor Rupert Petry, Managing Partner im Wiener B√ľro von Roland Berger. So halbierte sich die Zahl der Pessimisten von 63% im M√§rz auf nunmehr 36%. Gleichzeitig stieg die Zahl jener Manager, die die Situation als unklar beschreiben, von 30% auf 47%. Die Optimisten konnten sich von 5% auf 17% mehr als verdreifachen. Eine Mehrheit der befragten F√ľhrungskr√§fte nimmt aber derzeit noch eine abwartende Haltung ein. Der freie Fall scheint zwar gestoppt, doch eine rasche Erholung ist nicht in Sicht", sagt der Berater. So sind zwei Drittel der Befragten der Meinung, dass die Krise noch mindestens zw√∂lf Monate andauern wird. "Mit einer nachhaltigen Erholung vor Ende 2010 rechnet nur eine Minderheit." Mit Ausnahme von Kroatien zeigt das Stimmungsbarometer in allen L√§ndern der Region nach oben. Am optimistischsten sind Ungarn und Polen. "W√§hrend in Polen die √ľberwiegend positive Stimmung mit entsprechenden Konjunkturdaten hinterlegt werden kann, d√ľrften die ungarischen Manager eher der Meinung sein, dass es einfach nicht noch schlimmer kommen kann", so Petry. Auffallend ist die anhaltend negative Stimmung in Kroatien. "80 Prozent der kroatischen Manager erwarten einen weiteren starken BIP-R√ľckgang. Besonders gro√ü ist die Unzufriedenheit mit dem Krisenmanagement der Regierung", so Petry. Generell wird ‚Äď mit Ausnahme der tschechischen F√ľhrungskr√§fte ‚Äď die mangelhafte Umsetzung, vor allem von steuerlichen Ma√ünahmen und Infrastrukturprogrammen, kritisiert. Auffallend ist, dass vor allem in Kroatien und Ungarn die befragten F√ľhrungskr√§fte zwar an keine generelle Erholung glauben, aber √ľberaus optimistisch f√ľr ihr eigenes Unternehmen sind. So glauben 50% der ungarischen und 20% der kroatischen Manager an eine Erholung ihrer Firma bis Mitte 2010. Kreditklemme beseitigt, Angst vor sinkenden Preisen Unabh√§ngig von Branche und Land sehen Unternehmen in CEE nach wie vor Auftragsr√ľckg√§nge (62,6%) und eine deutlich schlechtere Zahlungsmoral (54%) als direkte Folge der Krise. An dritter Stelle folgen Schwierigkeiten bei der Finanzierung (38,7%), dicht gefolgt von sinkenden Preisen (38,4). "Bei unserer letzten Befragung im M√§rz klagten noch 47,8 Prozent der Unternehmen √ľber Finanzierungsschwierigkeiten. Dieser Wert hat signifikant abgenommen", sagt der Berater. Von 35,3% auf 38,4% gestiegen ist hingegen die Angst vor sinkenden Preisen. In √Ėsterreich (67,5%) und Ungarn (59,1%) nimmt sie bereits den zweiten Platz ein. Konkurse von Kunden liegen in Russland und der Ukraine auf Rang zwei und in Rum√§nien auf Rang drei. Zwei Drittel der GUS-Unternehmen und √ľber 80% der rum√§nischen Betriebe leiden darunter. Die Auswirkungen der Krise sind in Rum√§nien generell √ľberdurchschnittlich stark zu sp√ľren. 87% leiden unter Auftragsr√ľckg√§ngen, 82,6% unter dem schlechteren Zahlungsverhalten ihrer Kunden. In Russland und der Ukraine hat sich die Stimmung im vergangenen Halbjahr deutlich verbessert, was vor allem auf steigende Rohstoffpreise und eine verbesserte Auftragslage zur√ľckzuf√ľhren ist", so Petry. Strukturma√ünahmen zu wenig bedacht Obwohl eine rasche Erholung auch in CEE nicht in Sicht ist, steigt in den meisten Branchen, die Stimmung wieder. "Deutlich verbessert hat sich die Stimmung im Bereich Metall und Bergbau. Leere Lager m√ľssen jetzt aufgef√ľllt werden, die Nachfrage steigt, die Rohstoffpreise zeigen eine deutliche Tendenz nach oben", erkl√§rt der Studienautor. Wie schon in der letzten Umfrage zeigen sich der Einzelhandel und der Dienstleistungsbereich von der Krise relativ unbeeindruckt. In beiden Branchen werden f√ľr die kommenden Jahre sogar leichte Zuw√§chse erwartet. Nach wie vor am st√§rksten von der Krise betroffen sind Finanzdienstleister sowie die IT- und Telekombranche. "W√§hrend das erste Halbjahr 2009 ganz im Zeichen der Krisenbek√§mpfung stand, sollten der Fokus nun wieder verst√§rkt auf mittel- und langfristig relevanten Themen liegen", fordert Petry. So haben fast alle befragten Unternehmen operative Ma√ünahmen wie Kostensenkungsprogramme, Budgetk√ľrzungen und Aufnahmestopps bereits umgesetzt. Doch √ľber strategische Ma√ünahmen wie Zuk√§ufe in der Krise, √Ąnderungen in der Kapitalstruktur oder Desinvestitionen denkt weniger als ein Drittel der Unternehmen nach. "Dieser Wert hat sich seit M√§rz nicht verbessert", meint der Berater. Denn die kommenden 12 Monate werden f√ľr Unternehmen in Mittel- und Osteuropa zur Herausforderung. "Wir werden 2010 eine Zweiteilung in der Region erleben. Jene Unternehmen, die ihre Hausaufgaben bereits erledigt haben, k√∂nnen sich nun den Chancen zuwenden, die ihnen die Krise bietet. Sie profitieren von der derzeit stattfindenden Marktkonsolidierung und g√ľnstigen √úbernahmezielen. Bei all jenen, die es bisher vermieden haben sich auf die Krise einzustellen, wird 2010 weiterhin Restrukturierung auf der Agenda ganz oben stehen", so Petry.
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