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Elektronikproduktion | 06 Oktober 2009

Dies sollten Elektronik-Unternehmen in Zukunft überdenken

Wenn wir davon ausgehen, dass die weltweite ‚Wirtschaftserholung’ in der Tat unmittelbar bevorsteht (vielleicht ist sie ja schon da), dann sollten wir darüber diskutieren, wie Unternehmen in der neuen Weltordnung Erfolg haben können.

In Anlehnung an die – inzwischen berühmten – Worte „eine Katastrophe zu vergeuden ist eine schreckliche Angelegenheit“, präsentiert sich hier für die Industrie eine Gelegenheit einige selbstzerstörerische Tendenzen (ein Phänomen, welches seit den Anfängen des Outsourcing innerhalb der Elektronik-Industrie besteht) zu berichtigen oder zu beheben. Da jeder Listen mag – hier ist also meine. Ab jetzt sollten wir folgendes bleiben lassen: 1. Gedankenlos der Herde folgen: Medien lieben Trends. Je einfacher und undifferenzierter, desto besser! Redakteure zitieren of ‚Experten’, und – machen wir uns nichts vor – es ist einfacher das zu sagen, was andere auch sagen. Schließlich werden diese ‚Meinungen’ dann zu selbsterfüllenden Prophezeiungen (Wertpapieranalytiker an der Wall St. sehen die Artikel und machen Druck auf die CEOs dem zu folgen). Leider erfordert geschäftlicher Erfolg auch Innovationen; es bedeutet das Beste für IHR Unternehmen zu tun (ihre einzigartigen Fähigkeiten, Märkte, Produkte, Ressourcen, etc.) – und nicht das was alle anderen auch tun. Im Moment entdecken die Redakteure einen neuen ‚Trend’ – die Elektronik-OEMs nehmen ihre Produktion wieder In-House; wir kehren wieder zu einem vertikal-integriertem Geschäftsmodell zurück. (Als ob dies das einzige Erfolgsrezept sei und alle die die der Herde nicht folgen werden kläglich scheitern). Auch diesmal werden sich viele wie Lemminge verhalten. Ironischerweise prognostiziert Charlie Barnhart & Associates (als einer der oben genannten Experten), das das Phänomen der selbsterfüllenden Prophezeiung wieder auftreten wird. Wir gehen davon aus, dass das ‚Outsourcing-Pendel’ bis zum Ende des 2Q/2012 zum Stillstand kommen wird (sofern nicht eine neue Katastrophe auf uns zurollt). Und dann wird es wieder eine rückläufige Entwicklung geben. Jedenfalls haben sie es hier zuerst gelesen. Allerdings bedeutet das nicht, dass sie sich auf irgendwelche Trends einschießen sollten. Wir hoffen, dass Unternehmen – jedenfalls dieses Mal – das Richtige tun werden (und nicht das was ‚Trendy’ ist). 2. Im ‚Outsourcing-as-a Strategy’ gefangen sein: CBA erklärt oft: Outsourcing ist ein Werkzeug, keine Strategie. Es ist eine mögliche Antwort auf einen bestimmten Bedarf (Essen ist die Antwort auf Hunger). Sie können essen – Hamburger, Gemüse oder auch Zuckerwatte. Man wird sich mit jeder Wahl anders fühlen. Das gleiche gilt auch für die Elektronikfertigung und das Outsourcing. Es ist eine von vielen Möglichkeiten. Und mehr noch; Outsourcing ist ein leistungsfähiges Werkzeug (wie Dynamit). Wenn Sie es nicht bis ins kleinste Detail verstehen, dann können sie sich mit unbeabsichtigten Folgen und den resultierenden Gesamtkosten durchaus in die Luft sprengen. Outsourcing kann für viele Produkte, Regionen, Marktsegmente und Produktionsvolumen ideal sein. Aber zu viele Unternehmen lagern zu viel, zu oft und in zu weit entfernte Regionen aus – und alles zu falschen Gründen. 3. Politisch korrekt, aber nicht ehrlich: Diejenigen von uns, die schon eine Weile ‚mitspielen’, sind von der wachsenden Tendenz beunruhigt, dass man Sprache und Gebaren den jeweiligen Interessengruppen anpasst. Wir sind besorgt, dass man damit Gruppen ‚kennzeichnen’ (und ausgrenzen) will; ohne nachhaltig geprüfte Analysen. Analyse. Dies könnte von der gegenwärtigen Informationswelle (oder eher Tsunami) herrühren. Schnell und einfach zu kategorisieren und zu arbeiten ist wichtig, um durch den Tag zu kommen. Allerdings schwebt eine Wolke des Nichtwissens über uns (während wir versuchen herauszufinden worüber alle reden). Ein Beispiel: In meiner Wohngegend fahren alle ‚Fahrzeuge, die einen Vorbesitzer haben’. Wenn ich jedoch Gebrauchtwaren sage, werde ich sofort abgegriffen. Get Over It – es sind nun mal Gebrauchtwagen und daran ist nichts verkehrt! Wir müssen besser miteinander kommunizieren (wie Erwachsene) – wenn wir z. B. die Produktion oder Fertigung mit anderen Unternehmen diskutieren. Wir sollten uns auch nicht in Schuldzuweisungen verlieren. Probleme lösen wenn sie entstehen – eine einfache, direkte und ehrliche Kommunikationsweise verwenden. 4. Schreiben Sie China nicht ab: Unternehmen sollten der Herde auch nicht gedankenlos nach China folgen. Jemand sollte alle Unternehmen fragen (deren CEOs eine ‚China-Lösung’ erzwangen) „wie geht es Ihnen den im Moment?“ Zu dem Zeitpunkt war das Schlagwort ‚den einheimischen Markt erobern’ (hieß: ‚billige Arbeitskräfte finden’). In der Elektronik (wo Lohnkosten nur 5% des Verkaufspreises ausmachen) war diese Begründung nicht wirklich sinnvoll. Und fragen Sie gleich Motorola wie sich das Handy-Geschäft auf dem inländischen Markt in China gemacht hat. Jetzt – wo die Lohnkosten in China rapide ansteigen – verlieren sich die Vorteile und Unternehmen verlassen China panikartig. Die Sache ist; China ist keine Einheit (vor allem in der Elektronik-Fertigung). Und das Wort Lemminge steht für Selbstmord. Im Laufe der Zeit haben sich die Elektronik-Fähigkeiten in China erheblich verbessert. Diejenigen, die vor einem halben Jahr schlechte Erfahrungen gesammelt haben und nun China entsetzt verlassen, verpassen möglicherweise gute Gelegenheiten. Einige Unternehmen könnten in der Lage sein die nationalen Märkte in Asien zu erobern. Der Schlüssel ist eine sorgfältig ausgearbeitete (rationelle und innovative) Fertigungspolitik. 5. Passiv-aggressiv oder terroristische Taktiken: Wir sehen einige wirklich besorgniserregende Verhaltensweisen in den Vertragsverhandlungen zwischen EMS und OEM. Verzweifelt um genau zu sein. Wir haben auch schon früher erklärt, dass manche EMS/ OEM Beziehungen einer Version von ‚Master & Slave’ gleichen. Die jetzigen Vorschläge gehen weit über dieses Szenario hinaus. Sie sind über den Vergleich ‚Aufseher & Gefangener’ hinaus und sind nun schon bei ‚Terrorist & Opfer’ angekommen. Z.B.: ein OEM hat uns gefragt, ob finanzielle Strafen sinnvoll sind (Wenn etwa ein EMS-Unternehmen eine rechtzeitige Lieferung verpasst.) Auf der anderen Seite sehen wir viele EMS-Unternehmen, die Vertragspunkte unterschreiben, welche sie ohnehin nicht einhalten wollen (sollten diese den aktiviert werden). Das ist die passiv-aggressive Seite. Sie rechnen damit, den OEM-Kunden abzuschreiben wenn Strafmassnahmen durchgesetzt werden sollen. Also wo liegt der Unterschied? Das ist allenfalls verrückt. Niemand kann unter diesen Bedingungen erfolgreich sein und diese Verhandlungsweise ist für beide Parteien selbstmörderisch. 6. Noch mehr Management-Prinzipien: Wir brauchen keine neue, schlaue ‚Initiativen’ oder ‚Re-Engineering’ oder ‚Verschiebung von Paradigmen’. Business-Management ist nicht kompliziert. Der Punkt ist, alle Albernheiten beiseite schieben und sich auf das Wesentliche konzentrieren. Wir haben – nach dieser jüngsten Katastrophe - wichtige Arbeiten zu erledigen. Lassen Sie uns also keine Zeit verlieren. Wir sollten einfach (in Kundennähe) innovative, nützliche Elektronikprodukte entwickeln und so nebenbei die Welt retten. ----- Autor: Charlie Barnhart
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