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Elektronikproduktion | 25 August 2009

Dätwyler mit konjunkturellem Einbruch 2009

Die Dätwyler Gruppe musste im ersten Halbjahr 2009 in mehreren Märkten beispiellos starke Nachfrageeinbrüche hinnehmen. Insgesamt ging der Umsatz um 13.3% auf CHF 562.1 Mio. zurück.

Trotz der raschen Umsetzung von Kostensenkungsmassnahmen führte die geringere Kapazitätsauslastung zu einem deutlichen Rückgang des Nettoergebnisses um 63.1% auf CHF 23.0 Mio. Für das zweite Halbjahr erwartet Dätwyler in keinem Konzernbereich eine wesentliche Markterholung. Mit einer Eigenkapitalquote von 59.7% und einer hohen Liquidität ist aber der unternehmerische Spielraum der Dätwyler Gruppe zur Stärkung der Marktpositionen intakt. Nachfragerückgang zwingt zu Kostensenkungsprogrammen Auf der Basis spezifischer Markt- und Nachfrageszenarien wurden individuelle Kostensenkungsprogramme je Konzernbereich erarbeitet und umgesetzt. Neben dem Abbau von temporären und befristeten Mitarbeitenden, der Reduktion von Ferien- und Gleitzeitguthaben sowie der Einführung von Kurzarbeit war in den Konzernbereichen Gummi und Technische Komponenten die Reduktion des Personalbestands im In- und Ausland – zum Teil auch durch Kündigungen – unumgänglich. Insgesamt hat die Dätwyler Gruppe Mitte 2009 427 Personaleinheiten weniger beschäftigt als vor Jahresfrist (-8.9%). Konzernbereich Kabel punktuell von der Krise betroffen Der Konzernbereich Kabel, der als Dätwyler Cables auftritt, verzeichnete im ersten Halbjahr 2009 je nach Branche und Region unterschiedliche Marktentwicklungen. Während sich die Hauptmärkte Schweiz und Deutschland sowie der chinesische Binnenmarkt weiterhin robust präsentierten, ging die Nachfrage in Zentral- und Osteuropa, in den Benelux-Staaten, im Mittleren Osten sowie im Lift- und Konfektionierungsgeschäft konjunkturbedingt zum Teil deutlich zurück. Der Nettoumsatz reduzierte sich im Vergleich zur Vorjahresperiode um 23.9% auf CHF 107.4 Mio. (VJ CHF 141.1 Mio.). Wechselkursbereinigt betrug der Rückgang 22.3%; auf der Basis der Kupferpreise aus der Vorjahresperiode waren es 14.9%. Aufgrund des tieferen Umsatzes sowie des erhöhten Wettbewerbs- und Preisdrucks verringerte sich der Ertrag: Das Betriebsergebnis (EBIT) sank um 61.3% auf CHF 4.1 Mio. (VJ CHF 10.6 Mio.). Die EBIT-Marge reduzierte sich auf 3.8% (VJ 7.5%). Dank den in den letzten Jahren erfolgten Produktivitätssteigerungen, den Investitionsbegrenzungen, der Flexibilisierung von Arbeitsplätzen sowie punktueller Kurzarbeit konnte das Unternehmen den Ertragsrückgang begrenzen. Trotz des schwierigen Umfelds hat Dätwyler Cables die neue Strategie mit Schwergewicht auf Engineering und Services konsequent weiterverfolgt. Sie zeigt bereits erste Erfolge und konnte durch die Akquisition des Engineeringanbieters SymbioTec per Anfang April gefestigt werden. Für das zweite Halbjahr geht Dätwyler für den Konzernbereich Kabel von einer unverändert angespannten Marktsituation aus. Konzernbereich Technische Komponenten mit Restrukturierungskosten Der Konzernbereich Technische Komponenten, in dem die Unternehmen Maagtechnic (Fachhandel) sowie Distrelec und ELFA (Versandhandel) zusammengefasst sind, war im ersten Halbjahr 2009 mit massiven Marktverwerfungen konfrontiert. Aufgrund des flächendeckenden Nachfrageeinbruchs der produzierenden Industrie reagierte der Konzernbereich zyklischer als erwartet. Der Nettoumsatz ging um 9.6% auf CHF 252.9 Mio. (VJ CHF 279.7 Mio.) zurück. Auf vergleichbarer Vorjahresbasis, d.h. ohne die seit Anfang 2008 akquirierten Geschäfte, fiel der Umsatz deutlich um 30.4%. Darin ist ein negativer Wechselkurseffekt von 3.1% enthalten. Aufgrund des eingebrochenen Umsatzes, negativen Währungseffekten sowie der Belastung von Restrukturierungskosten im Umfang von rund CHF 5.3 Mio. resultierte ein negatives Betriebsergebnis (EBIT) von CHF -2.2 Mio. (VJ CHF +25.6 Mio.). Umfangreiche Kostensenkungsprogramme Vom Nachfrageeinbruch besonders betroffen war die Fachhandelsgruppe Maagtechnic. Sowohl der OEM-Markt (Original Equipment Manufacturer) als auch der MRO-Markt (Maintenance, Repair and Operations) entwickelten sich stark rückläufig. Einzig der neue Geschäftsbereich mit Shell Schmierstoffen vermochte die Erwartungen zu erfüllen. Auch die Versandhandelsgruppe Distrelec-ELFA musste starke Nachfragerückgänge hinnehmen. Dabei waren die neuen Märkte in Osteuropa stärker betroffen als die reiferen Kernmärkte Schweiz, Deutschland und Skandinavien. Der unerwartet heftige Abschwung der Industriekonjunktur zwang die Dätwyler Handelsunternehmen zu umfangreichen Kostensenkungsprogrammen. Die Strukturen und Abläufe wurden den tieferen Handelsvolumen angepasst. Trotz der Einführung von Kurzarbeit konnte die Reduktion des Personalbestands nicht vermieden werden. Gleichzeitig haben die Unternehmen die Lagerbestände abgebaut und das Debitorenmanagement verschärft. Bei Maagtechnic wurde zudem eine Überprüfung der Geschäftsprozesse eingeleitet. Als erste konkrete Massnahme hat das Unternehmen weitere Fertigungsprozesse an einem Standort in Frankreich konzentriert. Im zweiten Halbjahr beabsichtigt Maagtechnic zur effizienten Bedienung der Kleinmengenkunden in der Schweiz, die Logistik auf den Standort Dübendorf zu konzentrieren und die lokalen Verkaufsstellen zu schliessen. Damit verbunden ist ein Abbau von rund 50 Arbeitsplätzen. Die Umsetzung dieser Massnahme sowie weitere mögliche Restrukturierungen werden zu weiteren Einmalkosten im zweiten Halbjahr führen. Geringe Visibilität und schwierige Marktverhältnisse Der Ausblick auf das Gesamtjahr 2009 ist nach wie vor von vielen Unsicherheiten geprägt. Die Nachfrage hat sich zwar auf tiefem Niveau stabilisiert, die Visibilität ist aber weiterhin gering und ein Aufschwung ist in keinem Konzernbereich in Sicht. Die volatilen Währungen und Rohstoffpreise erschweren die Planung zusätzlich. Eine verlässliche Prognose ist unter diesen Umständen nicht möglich. Dätwyler wird auch im zweiten Halbjahr die Kostenstrukturen wo nötig den veränderten Marktverhältnissen anpassen. Zudem wird die bestehende Kurzarbeit punktuell beibehalten und das Nettoumlaufvermögen noch intensiver bewirtschaftet. Parallel dazu wird die Gruppe die strategischen Innovations- und Wachstumsprojekte in den vier Konzernbereichen unverändert vorantreiben.
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