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Allgemein | 30 Juni 2009

Brand der weltgrößten Photovoltaik-Aufdachanlage in Bürstadt

Das Brandrisiko der weltgrößten Photovoltaik-Aufdachanlage in Bürstadt seit Jahren bekannt.

"Was für viele Experten, die sich mit dem 2003 aufgetauchten Problem der Feuergefahr von BP-Modulen beschäftigt hatten, absehbar war, scheint nun passiert. Die mit 5 MW-Anschlussleistung und aus 30.000 Modulen bestehende weltgrößte Aufdach-Photovoltaikanlage ist in Brand geraten und hat das Gebäude der Spedition Fiege massiv beschädigt", berichtet die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS). Die seit 2006 aus Sicherheitsgründen schon teilweise abgeschaltete 5-MW Photovoltaikanlage (Sonnenfleck) in Bürstadt sei am Sonntag, den 22.06.2009 zur sonnenreichen Mittagszeit um 11.40 Uhr in Brand geraten. Nicht nur die hölzerne Unterkonstruktion habe in Flammen gestanden, sondern die vermutlich von den schadhaften Lötstellen in den Gleichstromkreisen ausgelösten Brandnester, hätten auch auf die Bitumendachpappe und die Struktur des Gebäudes durchgegriffen. Nach Aussagen der mit 70 Feuerwehrleuten angerückten Feuerwehren aus den Orten Bürstadt, Bobstadt, Riederode und Lampertheim sei der Brand eindeutig von einem technischen Defekt in der in der Mittagssonne unter Volllast laufenden Photovoltaikanlage ausgegangen. "Ursachenforschung am bekannten Problem" "Nach dem Brand auf dem Bürstädter Sonnenfleck suchen alle Beteiligten jetzt fieberhaft nach der Ursache. Wir waren so schnell wie möglich vor Ort, um die Sache zu analysieren", zitiert die DGS eine Stellungnahme von BP Solar, dem Hersteller sämtlicher Module auf dem weltweit größten Solardach im Nachrichtenportal "Morgenweb". Auch die Betreiber von Tauber-Solar befassen sich ausgiebig mit der Ursachenforschung. "Wir waren am Sonntag vor Ort und haben die Anlage sofort abgeschaltet", berichtet Geschäftsführer Leonhard Haaf und betont: Die Sicherheit geht vor. Laut Morgenweb gehen die Ermittler von einem technischen Defekt aus. Erhard Renz, Initiator des Projektes Sonnenfleck und Bürstädter Solarexperte, spreche jetzt von einem Produktionsfehler. Wer dafür verantwortlich sei, müsse jetzt genau geprüft werden. Problem seit 2003 bekannt - Verantwortliche in der Pflicht Spätestens seit dem öffentlichen Disput um die Rückrufaktionen von BP-Solar im Sommer 2006 sowie dem Artikel in Stiftung Warentest-Online unter der Überschrift "Feuergefahr bei Modulen von BP", die eine deutliche Warnung ausgesprochen hatte, sei das Problem und seine Gefahr branchenweit und der allgemeinen Öffentlichkeit bekannt gewesen, betont die DGS. "Dass der Brand nun für alle Beteiligten zur Überraschung wird, lässt sich angesichts der erdrückenden Faktenlage und der öffentlich dokumentierten Ereignisse schwer nachvollziehen. Kein technisches Problem in der Photovoltaik wie die Feuergefahren bei BP-Modulen hatte je eine solche öffentliche Aufmerksamkeit erlangt", heißt es in der DGS-Pressemitteilung. DGS-Vize Präsident Dr. Jan Kai Dobelmann kommentiert: "Ich finde es schockierend, wie hartnäckig alle Beteiligten, die sich seit 2003 der Gefahr eines Brandes auf der Bürstädter Anlage bewusst waren, seit der ersten Außerbetriebnahme 2006 über drei Jahre diskutiert und repariert haben, sich nun überrascht zeigen. Da die Bürstädter Anlage als größte Aufdachanlage der Welt eine Signalwirkung für die ganze Photovoltaikbranche hat, ist die Verantwortungsschwelle der Beteiligten hoffentlich durch den Brand nun erreicht, die richtigen Sicherungsmaßnahmen für das Gebäude durchzuführen. Mit jedem Sonnentag steigt schließlich die Gefahr weiterer Brände im Gebäude, solange die Module nicht entkoppelt oder kurzgeschlossen sind."
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