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Elektronikproduktion | 19 Juli 2006

SPEEDS-Initiative der EU zielt auf globale Führung im Entwurf von eingebetteten Systemen ab

Rahmenprogramm der Europäischen Union zur Finanzierung technologischer und wissenschaftlicher Projekte verfolgt die Absicht, die EU zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt zu machen.
Als Teil des Programms wurde eine Initiative f√ľr eingebettete Systeme mit der Bezeichnung SPEEDS (spekulatives und exploratorisches Design im System-Engineering) etabliert. Die SPEEDS-Initiative ist ein abgestimmtes Projekt mit dem Ziel, einen durchg√§ngigen Standardrahmen zur Implementation innovativer Konzepte, Methoden, Prozesse, Technologien und Werkzeuge der n√§chsten Generation f√ľr den Entwurf eingebetteter Systeme zu definieren. Sie zielt ab auf die Schaffung eines Umfelds, das nicht nur die Kooperation zwischen europ√§ischen Unternehmen aller Gr√∂√üenordnungen im Bereich eingebetteter Systeme st√§rkt, sondern auch kleineren Unternehmen besseren Zugang zu Tools und Techniken der Spitzenklasse verschafft. Die Initiative wird es der europ√§ischen Industrie f√ľr eingebettete Systeme erm√∂glichen, sich nahtlos vom modellbasierten Entwurf von Hardware-/Softwaresystemen in Richtung auf den integrierten komponentenbasierten Aufbau kompletter virtueller Systemmodelle zu entwickeln.

Mit der SPEEDS-Initiative wird beabsichtigt, das Leistungsverm√∂gen und die Wettbewerbsf√§higkeit Europas im Entwurf von eingebetteten Systemen in wichtigen sicherheitskritischen Industriesektoren wie Kraftfahrzeuge, Luftfahrtelektronik, Raumfahrt und industrielle Steuerungssysteme ‚Äď in denen der Wettbewerb immer sch√§rfer wird ‚Äď wesentlich zu verbessern. In dieser Hinsicht zielt SPEEDS auf eine Verringerung der Entwicklungskosten von sicherheitskritischen eingebetteten Systemen um 60 % und der Entwicklungszeit um 40 % ab. Gleichzeitig sollen die geforderten, notwendigerweise hohen Qualit√§ts¬≠standards erhalten bleiben bzw. noch verbessert und die wachsende Designkomplexit√§t bew√§ltigt werden. Erreichen will man dies auf der Basis des eingehenden technischen Verst√§ndnisses und der Entwurfskompetenz von europ√§ischen Unternehmen, die bereits mit Erfolg im globalen Markt f√ľr eingebettete Systeme auf praktischer Ebene t√§tig sind, in Verbindung mit theoretischer Forschung, die in f√ľhrenden europ√§ischen Institutionen stattfindet. SPEEDS wird au√üerdem viele Barrieren beseitigen, denen sich kleinere Unternehmen gegen√ľbersehen, wenn sie Zugang zu den neuesten Entwurfskonzepten, Methoden, Prozessen, Werkzeugen und Technologien f√ľr eingebettete Systeme suchen.

Dazu Gert D√∂hmen, Koordinator des SPEEDS-Konsortiums: "SPEEDS ist eine End-to-End-Vision f√ľr den Entwurf eingebetteter Systeme. Sie zielt ab auf einen Quantensprung in der Art und Weise, wie eingebettete Software entwickelt und f√ľr die verschiedenen Gruppen und Unternehmen in der Lieferkette gemanagt wird. SPEEDS wird zu betr√§chtlicher Innovationsmodellierung und -analyse sowie zu Tool-Integration und -Zug√§nglichkeit f√ľhren, was die Wettbewerbsf√§higkeit der europ√§ischen Industrie in der Entwicklung von eingebetteten Systemen erhalten und noch verbessern wird."

Mittels einer neuartigen semantikbasierten, spekulativen Entwurfsmethodik konzentriert sich SPEEDS auf die Anforderungen von Ingenieuren, um damit sicherzustellen, dass wirtschaftliche ambiente intelligente Systeme hoher Qualit√§t und optimalen Leistungsverhaltens mit k√ľrzerer Zeit bis zur Marktreife und schnellerer Einsetzbarkeit geschaffen werden. Der SPEEDS-Entwurfsprozess wird w√§hrend des Entwurfsstadiums die fr√ľhzeitige Konstruktion von Systemprototypen sowie gr√ľndliche Qualit√§ts- und Stabilit√§tsbewertungen im Entwurfsprozess erm√∂glichen. Er wird au√üerdem die aktive Behandlung von Entwurfsannahmen vereinfachen, um damit die Systementwicklung zu lenken und die parallele Entwicklung komplexer Entw√ľrfe durch mehrere Unternehmen zu unterst√ľtzen. Erreichen wird SPEEDS dies durch den komponentenbasierten Aufbau kompletter virtueller Systemmodelle, was fr√ľhzeitige Analyse nichtfunktionaler Design-Anforderungen, virtuelle Systemintegration, Koanalyse und das neue Konzept der 'Hosted Simulation' erm√∂glicht.

SPEEDS wird Metamodelle definieren, welche die semantischen Grundlagen liefern, die erforderlich sind, um das Design von verteilten heterogenen Embedded-Systemen, Gleichzeitigkeit und nichtfunktionale Anforderungen ansprechen zu k√∂nnen. Es sollen auch Richtlinien f√ľr die Erweiterbarkeit des SPEEDS-Metamodells herausgegeben werden. Die Definition eines SPEEDS-Engineering-Bus auf der Basis des De-facto-Standards Eclipse wird auch die Integration von COTS-Komponenten (kommerzielle Produkte aus dem Regal) sowie Best-in-Class-Designtools in den Entwurfsfluss f√ľr eingebettete Systeme unterst√ľtzen. Der SPEEDS-Entwurfsprozess wird sich auf die Entwurfswiederverwendung auf allen Designebenen, auf das Erkunden des Entwurfsraums und auf fr√ľhzeitige Systemanalyse durch virtuelle Integration richten.

Um Zugang und Akzeptanz von SPEEDS als offenem, industrieumspannenden Standard zu gew√§hrleisten, soll f√ľr volle Kompatibilit√§t und Interoperabilit√§t mit bestehenden Modellierungsstandards wie UML, SysML und Autosar sowie DO-178C-Zertifizierungsanforderungen gesorgt werden. Das SPEEDS-Konsortium wird Ma√ünahmen ergreifen, um das SPEEDS-Metamodell zu einem Bestandteil bestehender und neuer Standards der Object Management Group (OMG) zu machen.

Das SPEEDS-Konsortium besteht aus den folgenden Unternehmen und Forschungsinstituten: Airbus Deutschland, Airbus France, Daimler Chrysler, Esterel Technologies, Extessy, I-Logix, Institut National de Récherche en Informatique et en Automatique, Israel Aircraft Industries, Knorr Bremse Fekrendszerek, Kuratorium OFFIS, Magna Powertrain, Parades Geie, Robert Bosch, Saab, TNI-Software und Université Joseph Fourier Grenoble.
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2019.01.11 20:28 V11.10.27-1