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Elektronikproduktion | 03 Juni 2009

ZVEI: Auslandsengagement der Elektroindustrie bleibt auf hohem Niveau

Die starke Einbettung der deutschen Elektroindustrie in das internationale Wirtschaftsgeschehen wird auch durch die jüngste Bestandserhebung von Direktinvestitionen der Deutschen Bundesbank auf ein Neues bestätigt.

Mit einem Bestand an Direktinvestitionen im Ausland in Höhe von €39 Mrd. per Ende 2007 (Anm.: aktuellstes verfügbares Jahr) belegt die Elektroindustrie im Branchenvergleich der Industriezweige den dritten Platz – hinter Automobilindustrie und Chemischer Industrie. Gegenüber dem Vorjahr hat sich das Auslandsengagement der Branche damit um €2 Mrd. erhöht. Insgesamt summieren sich die deutschen Direktinvestitionen im Ausland auf €879 Mrd. - 65% davon werden von Beteiligungsgesellschaften, Versicherungen und Kreditinstituten gehalten. Ein Viertel bzw. €224 Mrd. entfallen auf die Industrie. Das Auslandsengagement der Elektroindutrie steht damit für mehr als 17% aller vom Verarbeitenden Gewerbe getragenen Direktinvestitionen. In die Erhebnung der Deutschen Bundesbank fließen nur Investitionsobjekte mit einem Volumen von mehr als €3 Mio. ein. Entsprechend wird das Auslandsengagement nicht zuletzt auch mittelständisch geprägter Industriebranchen wie der Elektroindustrie systematisch unterschätzt. Was die Investitionsobjekte im Ausland anbelangt, die wiederum zur Elektroindustrie zählen, hat sich der Bestand um €2 Mrd. auf €28 Mrd. erhöht. Der Unterschied zwischen den beiden Bestandswerten in Höhe von €11 Mrd. (€39 Mrd. gegenüber €28 Mrd.) ist darauf zurückzuführen, dass die deutsche Elektroindustrie im Rahmen ihres Auslandsengagements nicht nur in die eigene, sondern auch in andere Branchen investiert. Insgesamt waren im Jahre 2007 in ausländischen Elektrounternehmen mit deutscher Beteiligung rund 600.000 Personen beschäftigt. In rund 1.200 Unternehmen haben sie einen Umsatz von knapp €100 Mrd. erwirtschaftet. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der Unternehmen mit deutscher Beteiligung dabei leicht erhöht, während Umsatz und Beschäftigte etwas rückläufig waren. WELTMARKT: Rohstoffländer stützen Elektroexporte Die deutsche Elektroindustrie sah sich bis Mitte 2008 einem erheblichen Kostendruck durch stark gestiegene Rohstoffpreise ausgesetzt. Gleichzeitig ist eine höhere Nachfrage aus den so genannten Rohstoffländern festzustellen gewesen, die sich für viele Unternehmen in Exportzuwächsen niedergeschlagen hat. Die Rohstoffpreise (für Erdöl, Erdgas, Kohle, Aluminium, Kupfer und Eisen) sind im Zeitraum von 2004 bis Mitte 2008 stark angestiegen, danach – im Zuge der weltweiten Wirtschaftskrise – wieder deutlich gefallen. Insgesamt haben sich seit 2004 positive Einkommenseffekte in den Ländern ergeben, die diese Rohstoffe produzieren und exportieren. Dabei fragt sich, ob und wie stark diese Effekte eine steigende Nachfrage nach deutschen Elektroprodukten hervorrufen. Insgesamt 17 Länder haben in besonderem Maße von dem Rohstoffpreisboom profitiert. Diese Länder sind: Algerien, Australien, Brasilien, Guinea, Indonesien, Irak, Iran, Jamaika, Kuwait, Mexiko, Nigeria, Norwegen, Peru, Russland, Saudi Arabien, Venezuela und die Vereinigten Arabischen Emirate. Im Zeitraum von 1995 bis 2003 – also vor dem starken Anstieg der Rohstoffpreise – sind die deutschen Elektroexporte in diese 17 Rohstoffländer im Jahresdurchschnitt um zehn Prozent gestiegen. Dies ist nur unwesentlich mehr als der Anstieg der gesamten Elektroausfuhren im gleichen Zweitraum (plus 9%). Mit Beginn des Jahres 2004 haben sich die Exporte in die Rohstoffländer deutlich auf plus 13% im Jahresdurchschnitt beschleunigt. Bei den Gesamtausfuhren ist es dagegen zu einer leichten Abflachung des Wachstums auf 7% gekommen. Über den gesamten Betrachtungszeitraum haben die Ausfuhren der deutschen Elektroindustrie in die Rohstoffländer von vier Mrd. Euro 1995 auf €13,5 Mrd. 2007 zugenommen. Dies entspricht einer Zuwachsrate von fast 240%. Zum Vergleich: Die Gesamtexporte haben zwischen 1995 und 2007 um 154% zugelegt. Entsprechend haben die Rohstoffländer an Bedeutung für die deutschen Elektroexporte gewonnen. Haben sie 1995 erst 7% der gesamten Ausfuhren der deutschen Elektroindustrie aufgenommen und diesen Anteil bis 2003 nicht steigern können, so sind es 2007 bereits 9% gewesen – und damit mehr als die der beiden wichtigsten Abnehmerländer USA oder Frankreich. Vor allem der Handel mit Russland, das mittlerweile mehr als ein Drittel der Elektroausfuhren dieser Ländergruppe aufnimmt, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Peru, Mexiko und dem Irak hat seit 2004 kräftig zugenommen, obgleich Irak und Peru von einem sehr niedrigen Niveau aus gestartet sind. Der deutliche Rückgang der Rohstoffpreise seit Sommer 2008 – ausgelöst durch die weltweite Wirtschaftskrise – hat zu einer merklichen Kostenentlastung für die Industrie geführt. Gleichzeitig sind wegen der Krise aber die Auftragseingänge aus dem Ausland und damit auch die Exporte eingebrochen. Dies hat 2008 nicht nur zu einem Rückgang der gesamten Elektroexporte um zwei Prozent geführt, sondern auch zu einer Stagnation der Ausfuhren in die 17 Rohstoffländer. Bei einer Erholung der Weltwirtschaft und damit verbundenem Wiederanstieg der Rohstoffpreise werden sich die Exportchancen in diese Ländergruppe wieder deutlich erhöhen, nicht zuletzt, da sie ihren wirtschaftlichen Aufholprozess noch lange nicht abgeschlossen hat und daher weiter in Infrastruktur sowie die Modernisierung bzw. den Neuaufbau ihrer Industrie investieren muss. Dazu bedarf es vor allem Produkten und Systemen der deutschen Elektroindustrie. NAH- und MITTELOST: Handel mit dem Iran wächst wieder Nach Jahren rückläufiger Exporte, vor allem aufgrund stetig verschärfter Exportkontroll-Vorschriften, konnte der deutsche Elektroexport in den Iran im Jahr 2008 mit einem Plus von 4,8% auf €563 Millionen zulegen. Die Exporte in den gesamten Nahen und Mittleren Osten fielen im gleichen Zeitraum hingegen um 11,2% auf nur noch knapp über €4 Milliarden. Besonders heftige Einbußen musste der deutsche Elektroaußenhandel gegenüber Saudi Arabien verkraften (-17,6% auf €695 Millionen). Doch auch die Exporte nach Israel (-6,0% auf €492 Millionen) und in die Vereinigten Arabischen Emirate (-7,7% auf €1,3 Milliarden) blieben hinter den Erwartungen zurück.
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