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Leiterplatten | 16 April 2009

Ruwel-Insolvenz: Investoren können bis Ende April nicht gefunden werden

Trotz der zu einem sehr fr├╝hen Zeitpunkt angemeldeten Insolvenz konnte leider bis heute weder f├╝r eine gesamte noch f├╝r eine teilweise Fortf├╝hrungsl├Âsung ein Investor gefunden werden. Aus diesem Grund mussten f├╝r die Ruwel GmbH als traditionsreichstem europ├Ąischem Leiterplattenhersteller mit dem Betriebsrat Verhandlungen ├╝ber betriebsbedingte K├╝ndigungen aufgenommen werden.
Die Ruwel GmbH hatte am 3. Februar Insolvenz angemeldet. Die RUWEL GmbH hat mit 58 % seinen Umsatzschwerpunkt in der Automobilzulieferindustrie, die sich derzeit weltweit in ihrer schwersten Krise befindet. Ferner ist die Ruwel GmbH im Juni 2006 von amerikanischen Finanzinvestoren ├╝bernommen worden, die selbst durch die globale Krise in der Finanzwelt hart getroffen wurden. F├╝r diese war in dieser schwierigen Situation eine weitere St├╝tzung Ruwels nicht vertretbar. Die aufgelegten staatlichen Hilfsprogramme sind nur ├╝ber eigene Hausbanken zu erreichen, ├╝ber die die Ruwel GmbH seit dem Einstieg der Finanzinvestoren nicht mehr verf├╝gt. Diese haben 2006 s├Ąmtliche Verbindlichkeiten gegen├╝ber den damaligen Hausbanken abgel├Âst. Die derzeitige Zur├╝ckhaltung der Gesch├Ąftsbanken machte die Gewinnung und die Bindung neuer Hausbanken an das Unternehmen unm├Âglich. Die L├Âhne und Geh├Ąlter der mehr als 600 Mitarbeiter in Geldern und Pfullingen waren bis einschlie├člich Januar stets p├╝nktlich und vollst├Ąndig vom Unternehmen selbst gezahlt worden, was die Situation von anderen aktuellen Insolvenzen in der deutschen Leiterplattenindustrie deutlich unterscheidet. Zum vorl├Ąufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Horst Piepenburg, D├╝sseldorf, bestellt. Ma├čgebliche Zulieferpartner haben auch nach der Einleitung des Insolvenzer├Âffnungsverfahrens der Ruwel GmbH ihre weitere Unterst├╝tzung zugesagt. Ebenso haben zahlreiche, teilweise seit Jahrzehnten treue Kunden ihr Interesse bekundet, die Partnerschaft zur Ruwel GmbH aufrecht zu erhalten. Trotz der zu einem sehr fr├╝hen Zeitpunkt angemeldeten Insolvenz konnte leider bis heute weder f├╝r eine gesamte noch f├╝r eine teilweise Fortf├╝hrungsl├Âsung ein Investor gefunden werden. Aus diesem Grund mussten f├╝r die Ruwel GmbH als traditionsreichstem europ├Ąischem Leiterplattenhersteller mit dem Betriebsrat Verhandlungen ├╝ber betriebsbedingte K├╝ndigungen aufgenommen werden. Die Mitarbeiter der Ruwel GmbH an den Standorten Geldern und Pfullingen erhalten bis Ende April 2009 noch ihre Gehaltszahlungen als Insolvenzausfallgeld von der Bundesagentur f├╝r Arbeit. Der vorl├Ąufige Insolvenzverwalter wird eine Er├Âffnung des Insolvenzverfahrens zum 01. Mai 2009 beim zust├Ąndigen Insolvenzgericht anregen. Ab diesem Zeitpunkt muss die Ruwel GmbH s├Ąmtliche Kosten selbst bestreiten k├Ânnen. Das Unternehmen darf ab 01. Mai keine Verluste machen. Aufgrund der anhaltenden Krise der Gesamtwirtschaft und insbesondere in der Automobilindustrie ist eine vollst├Ąndige Aufrechterhaltung des Gesch├Ąftsbetriebs unter Ber├╝cksichtigung dieser Pr├Ąmisse nicht darstellbar. Unausgelastete Kapazit├Ąten auch in Asien versch├Ąrfen den Wettbewerb weiter. Der Insolvenzverwalter wird daher mit der Er├Âffnung des Insolvenzverfahrens K├╝ndigungen aussprechen. Die Produktion wird zun├Ąchst jedoch weiter aufrechterhalten, um die noch vorliegenden Auftr├Ąge fertig zu stellen. In diesem Rahmen werden auch von Kunden platzierte neue Bestellungen mitproduziert. Gut die H├Ąlfte der Belegschaft wird damit auch nach dem 01. Mai noch besch├Ąftigt sein. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen und die Auftragslage lassen leider keine andere Wahl in Bezug auf diese Ma├čnahmen.
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