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Allgemein | 07 August 2008

E-Waste wird oft illegal nach Ghana exportiert

Greenpeace hat einen weiteren Ort aufgedeckt, an dem giftiger Hightech-Müll abgeladen wird. In Ghana wird dadurch eine horrende Umweltverschmutzung verursacht. Die Greenpeace Analyse von Proben aus zwei verschiedenen Müllkippen in Ghana hat ergeben, hat die Verunreinigung mit einigen sehr gefährlichen Chemikalien ergeben.

Die ständig wachsende Nachfrage nach dem neuesten Mobiltelefon, modernsten Flachbild-Fernseher oder dem schnellsten Computer erzeugen immer grössere Mengen an veralterter Elektronik. Diese sind oft mit giftigen Chemikalien wie Blei, Quecksilber oder bromierten Flammschutzmitteln belastet. Anstatt diese sicher wiederzuverwerten, wird ein Grossteil dieser Abfälle in Entwicklungsländer abgeschoben, berichtet Greenpeace. Während unserer Untersuchung, wurde der Export – oftmals illegal – von Elektroschrott aus Europa und den USA nach Ghana aufgedeckt. Greenpeace hat Ghana besucht, um die Auswirkungen der Kontamination durch das Recycling von Elektroschrott und der Entsorgung von Müll in Ghana zu untersuchen. In den Anlagen arbeiten die Menschen – darunter viele Kinder – of ungeschützt an der Zerlegung von Computern und Fernsehern. Oftmals werden dafür nur Steine genutzt. Das gefundene Metall kann verkauft werden, Kunststoff, Kabel und Gehäuse werden entweder verbrannt oder einfach auf eine Deponie gekippt: Einige der Proben enthielten toxische Metalle wie Blei, rund 100-mal höher als Background Level. Andere Chemikalien wie Phthalate, wurden in den meisten der getesteten Proben nachgewiesen. Eine der Proben enthielt auch ein hohes Maß an chloriertem Dioxin, das krebserregend sein soll. Dr. Kevin Bridgen, von Greenpeaces Wissenschaftsbereich, besuchte Schrottplätze in China, Indien und Ghana: "Viele dieser Chemikalien sind hochgiftig und können die Entwicklung der reproduktiven Systeme der Kinder beeinträchtigen; andere wiederum wirken sich negativ auf die Entwicklung des Gehirns und des Nervensystems aus. Arbeiter in Ghana, China und Indien – darunter viele Kinder – wurden möglicherweise diesen gefährlichen Chemikalien ausgesetzt.“ Wie gelangt das Zeug nach Ghana? Container – gefüllt mit alten und oft kaputten Computern, Monitoren und Fernsehgeräten (von Unternehmen wie etwa Philips, Canon, Dell, Microsoft, Nokia, Siemens und Sony) werden aus Deutschland, Korea, der Schweiz und den Niederlanden unter dem falschen Etikett "Waren aus zweiter Hand" verschifft. Der Export von E-Abfall aus Europa ist illegal; der Export von alter Elektronik zur „Wiederverwendung“ ist jedoch erlaubt. Skrupellose Händler profitieren vom Dumping in Ghana. Der Grossteil des Inhalts dieser Container endet auf den Schrottplätzen in Ghana und wird dort von Arbeitnehmern verbrannt. Einige Händler berichten, dass sie für ein paar „funktionstüchtige“ Computer auch Schott akzeptieren müssen, welche im gleichen Container nach Ghana exportiert wird, erklärte Greenpeace. Was ist die Lösung? Einige Computer und Mobiltelefone könnten in Afrika wieder verwendet werden. Wenn sie weggeworfen werden, dann verursachen sie jedoch Verschmutzung, da sie viele giftige Chemikalien enthalten. Dies ist der Grund, warum Greenpeace auf die großen Elektronikkonzerne Druck ausübt, damit diese die Menge an Chemikalien in den Produkten reduziert und ein weltweites Recyclingsystem einführen. Beide Schritte sind notwendig, um die wachsende Flut von toxischem E-Abfall zu bewältigen. Einige Unternehmen machen Fortschritte; sie übernehmen für den gesamten Lebenszyklus ihrer Produkte die Verantwortung. Allerdings zeichnen sich Philips und Sharp dadurch aus, dass sie nicht gewillt sind diese Verantwortung zu akzeptieren.
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