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© Schweizer Electronic
Leiterplatten |

Schweizer Electronic will mehr Engagement für Leiterplatten

Leiterplatten werden in der Industrie dringend gebraucht. Ohne Leiterplatten geht heutzutage eigentlich gar nichts mehr. Doch auf diesem wichtigen Feld fallen einheimische Hersteller immer weiter zurück. Man müsse aufpassen, dass man nicht völlig an Bedeutung verliere, hat Nicolas Schweizer, Vorstandschef und Gesellschafter des Leiterplattenherstellers Schweizer Electronic, in einem Interview dem Handelsblatt gesagt.

Selten aber sei die Lage so ernst gewesen wie jetzt. Es sei fünf vor zwölf für die Industrie in Europa, sagt Schweizer der Zeitung. Der Unternehmenslenker spricht dabei nicht nur für sich allein. Als Vorstand des Branchenverbands ZVEI kennt der Jurist die Lage der deutschen Leiterplattenhersteller so gut wie kaum jemand anderes. Seine Worte geben die Stimmung in der gesamten Industrie wieder.

Vergangenes Jahr sei der Anteil Europas am Weltmarkt für Leiterplatten auf weniger als drei Prozent gesunken. Anfang des Jahrtausends waren es noch 20 Prozent. Europa sei abhängig von Asien, erklärt Schweizer. Blieben die Lieferungen aus Fernost einmal aus, stünden die Bänder in den Autowerken und Maschinenfabriken hierzulande schnell still.

Dem ZVEI zufolge existieren in Europa noch rund 160 größtenteils mittelständische Leiterplattenproduzenten. Das seien zwei Drittel weniger als im Jahr 2000. Der größte Teil dieser Firmen erwirtschaftet demnach einen jährlichen Umsatz von weniger als zehn Millionen Euro. Weltweit erzielte die Leiterplattenindustrie 2022 Erlöse von 78,6 Milliarden Dollar. Der globale Umsatz hat sich nach Angaben des Handelsblatts in den vergangenen zwei Jahrzehnten knapp verdoppelt. Die europäischen Hersteller hingegen erwirtschaften nur noch ein Viertel dessen, was sie Anfang des Jahrtausends verbuchen konnten.

Schweizer fordert nun schnelle Unterstützung vom Staat, um mit den Wettbewerbern in Übersee mithalten zu können. Wir benötigen dringend gleiche Rahmenbedingungen, fordert er in dem Handelsblatt-Interview. Was das konkret bedeute, zeige sich am Leiterplattenproduzenten ILFA aus Hannover. Man wolle die Kapazitäten verdoppeln, brauche dafür aber eine Anschubfinanzierung, so der geschäftsführende Gesellschafter Thomas Michels. Zehn Millionen Euro will der Unternehmer demnach investieren. In China seien derartige Darlehen problemlos zu bekommen, das wisse er aus eigener Erfahrung. Die gesamte Leiterplattenindustrie werde dort von den Behörden gefördert, finanziell und auch mit schnellen Genehmigungsverfahren.

Bei den Chips will Europa durch große Subventionen unabhängiger von Fernost werden. Die Konzerne Intel, Infineon und TSMC sollen Milliarden bekommen, um hierzulande neue Fabriken zu errichten. So wollen EU-Kommission und Bundesregierung die Lieferketten absichern und der Dominanz der Chipproduzenten in Fernost etwas entgegensetzen. Gut 80 Prozent aller Leiterplatten stammen derzeit aus China und Südostasien. Das bedeute, Europa werde künftig wahrscheinlich unabhängiger bei Chips, nicht jedoch bei den dafür unerlässlichen Leiterplatten.


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2024.04.15 11:45 V22.4.27-2
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