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© cacaroot dreamstime.com Elektronikproduktion | 01 Dezember 2021

Europäische Halbleiterdistribution stellt neue Rekorde auf

DMASS meldet ein sattes Wachstum von 31,8 Prozent bei Halbleitern im 3. Quartal und +44,7 Prozent bei Interconnects, passiven und elektromechanischen Komponenten. Engpässe bleiben das größte Problem für die gesamte Branche.

Der europäische Bauelementevertriebsmarkt hat ein Rekordjahr hinter sich. Der schwache Start in das Jahr 2021 wurde durch einen zweistelligen Anstieg sowohl bei den Halbleitern als auch bei den IP&E-Bauteilen (Interconnect, Passive und Elektromechanische Bauelemente) vollständig ersetzt. Die von den DMASS-Mitgliedern gemeldeten Distributionsumsätze mit Halbleitern stiegen im dritten Quartal um 31,8 Prozent auf 2,46 Milliarden Euro, die IP&E-Distributionsumsätze um 44,7 Prozent auf 1,13 Milliarden Euro. Zusammengenommen meldeten die DMASS-Mitglieder für den Berichtszeitraum einen Zuwachs von 35,6 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro. „Die Knappheit an Komponenten auf breiter Front bestimmt immer noch die aktuelle Marktsituation. Auch wenn wir im Moment ein gesundes Wachstum zu verzeichnen haben, stehen alle Marktteilnehmer unter Druck, Lösungen zu finden und weitere Beeinträchtigungen zu vermeiden. Wann sich die Situation ändern wird, ist nicht klar, aber wir hoffen, dass das Jahr 2022 eine gewisse Entspannung bringen wird. Es ist offensichtlich, dass die Engpässe ihre Auswirkungen auf die gesamtwirtschaftlichen Aussichten aller europäischen Branchen haben", so Herman Reiter, neuer Vorsitzender von DMASS. Halbleiter Die Spanne der Wachstumsraten in der Halbleiterbranche reichte im dritten Quartal von -29 Prozent bis 112 Prozent (beide Werte sind nicht repräsentativ für den Markt, sondern eher für strukturelle Veränderungen). Die wichtigsten Länder und Regionen wiesen jedoch ebenfalls eine erhebliche Abweichung auf: Deutschland wuchs um 25 Prozent auf 672 Millionen Euro, Osteuropa um 28,7 Prozent auf 430 Millionen Euro, Italien um 54 Prozent auf 219 Millionen Euro, Skandinavien um 44,8 Prozent auf 203 Millionen Euro, Großbritannien um 40 Prozent auf 167 Millionen Euro und Frankreich um 36,4 Prozent auf 152 Millionen Euro. Auf Produkt- und Produktgruppenebene blieben die Hauptproduktgruppen Analog und MOS Micro hinter dem Wachstum des Gesamtmarktes zurück, während Discrete, Power, Sensors, Opto und Memories - weit überdurchschnittlich - wuchsen. Analoge Produkte wuchsen um 24,4 Prozent auf 689 Millionen Euro, MOS Micro um 25,8 Prozent auf 484 Millionen Euro, Power um 38 Prozent auf 291 Millionen Euro, Memories um 54,4 Prozent auf 241 Millionen Euro, Opto um 34,6 Prozent auf 237 Millionen Euro, Discretes um 57,4 Prozent auf 149 Millionen Euro, Programmable Logic um 35,1 Prozent auf 145 Millionen Euro und Other Logic "nur" um 11,7 Prozent auf 122 Millionen Euro. Halbleitersensoren wuchsen um 39,6 Prozent auf 72 Millionen Euro und Standard Logic um 35,8 Prozent auf 34 Millionen Euro. Interconnect, passive und elektromechanische Bauelemente: Seit 2014 veröffentlicht DMASS offizielle Daten über den Distributionsmarkt für Interconnect, Passive und Elektromechanische Bauelemente, die nur für Mitglieder bestimmt sind. Der Umsatz der DMASS IPE-Mitglieder stieg in Q3//CY21 um 44,7 Prozent auf 1,13 Milliarden Euro. Die regionale Aufteilung ist mit der des Halbleitermarktes vergleichbar, wobei Deutschland und Osteuropa die größten regionalen Märkte sind, gefolgt von Italien, Großbritannien, Frankreich und Skandinavien. Auf Produktebene wuchsen Passive (539 Millionen Euro) und Elektromechanische Produkte (530 Millionen Euro) mit einer vergleichbaren Rate von 45 Prozent beziehungsweise 46 Prozent und repräsentieren ähnliche Marktgrößen. Power Supplies (etwa 6 Prozent des IPE-Marktes) wuchsen um 35 Prozent auf 65 Millionen Euro. „Es ist erstaunlich, wie in Zeiten der Lieferengpässe viele Produktbereiche ähnlich hohe Wachstumsraten aufweisen, während in normalen Zeiten die Spanne recht groß ist. Es ist auch erstaunlich, dass IPE-Produkte die Halbleiterseite so stark überflügeln. Für 2021 sind wir optimistisch, die 20-Prozent-Marke für das jährliche Wachstum aller Komponenten zu erreichen oder sogar zu überschreiten. 2022 könnte das anders aussehen. Wir hoffen, dass wir bis Mitte 2022 eine gewisse Entlastung auf der Angebotsseite und in der Lieferkette sehen werden. Langfristig sieht sich unsere Branche zum ersten Mal seit den 80er Jahren mit großen geopolitischen Wendepunkten konfrontiert, bei denen die Verfügbarkeit und der Zugang zu Technologien die Entwicklung eher bestimmen als die tatsächliche Nachfrage auf dem Endmarkt", so Hermann Reiter abschließend.
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2022.06.21 15:19 V20.6.1-2