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© COGD Elektronikproduktion | 19 Juli 2021

COGD rät zur Überprüfung von Schwachstellen in den Lieferketten

Das neue Vorstandsgremium der Component Obsolescence Group Deutschland (COGD) rät produzierenden Unternehmen zu mehr aktivem Obsoleszenz-Management. Kurzfristig abgekündigte oder aus anderen Gründen auf dem Markt nicht mehr erhältliche Ersatzbauteile und Werkstoffe würden allein in Deutschland jährlich Ausfallschäden in dreistelliger Millionenhöhe verursachen.

Wie extrem anfällig heutige Supply Chains für unterschiedlichste externe Störeinflüsse sind, offenbare sich in vollem Umfang allerdings erst seit Beginn der Corona-Pandemie. Obwohl in der COGD vertretene Unternehmen in der Regel bestens auf mögliche Obsoleszenz-Szenarien vorbereitet sind, würde ein Großteil der aktuell 162 Verbandsmitglieder die aktuelle Situation auf dem Komponentenmarkt inzwischen als besorgniserregend und wachstumsgefährdend bewerten. „Viele elektronische Komponenten einsetzende Industrieunternehmen haben in Teilbereichen jetzt schon große Probleme sich ausreichend mit der benötigten Ware zu versorgen. Dabei könnte das erst der Anfang einer längeren Durststrecke sein. Nachdem wichtige Rohstoffe wie beispielsweise Kupfer immer knapper werden und die Lieferzeiten für manche Halbleiterprodukte bei Neubestellungen inzwischen auf bis zu 30 Monaten angestiegen sind, rechnen wir bei einem gleichzeitig weiteren Anziehen der Weltkonjunktur mit der möglicherweise längsten Bauteile-Allokation der letzten Jahrzehnte. Problematisch ist nicht nur die Verknappung an sich, sondern auch die damit einhergehende extreme Verteuerung mancher Komponenten, die bei manchen Produkten einige hundert Prozent betragen kann“, sagt Dr. Wolfgang Heinbach, Vorstandsvorsitzender der COGD. Besonders hart betroffen von der derzeitigen Entwicklung seien Hersteller aus Bereichen wie der Automobil-, Raumfahrt-, Militär-, Bahn-, Kraftwerks-, Medizin- und Automatisierungstechnik, die für Ihre Geräte- und Anlagen oftmals jahrzehntelang Ersatzteile benötigen. Die Verknappung in vielen Bauteilebereichen könnte dazu führen, dass ältere Produktlinien aus wirtschaftlichen Erwägungen noch schneller als bisher abgekündigt werden. „Die Summe der potentiellen Störfaktoren war leider noch nie so hoch wie heute. Insofern kann ich jedem Unternehmen nur raten, seine Lieferanten und Lieferketten noch einmal genau auf etwaige Schwachstellen zu überprüfen. Das gilt insbesondere für Firmen, die bislang glaubten, auch künftig ohne aktives Obsoleszenz-Management auskommen zu können“, so Heinbach abschließend.
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2021.10.14 17:14 V18.25.1-1