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Allgemein | 19 Oktober 2007

Enormes Wachstum bei elektrischen Antrieben

Laut dem ZVEI erwarten die Hersteller von elektrischen Antrieben im Jahr 2007 einen Anstieg des Umsatzes um 9,7 Prozent. „Damit überschreiten wir erstmals die zehn Milliarden Euro-Marke“, erklärte Günther Baumüller, wiedergewählter Vorsitzender des Fachbereichs Elektrische Antriebe im ZVEI-Fachverband Automation.
Die Anzahl der Arbeitsplätze wird sich wie im Vorjahr um ca. zwei Prozent auf 48.400 erhöhen. „Auch die Erwartungen an das erste Halbjahr 2008 sind gut. Die Exportzahlen zeigen weiter nach oben. Unser Hauptabnehmer, der Maschinenbau, hat seine Wachstumsprognose gerade zum zweiten Mal nach oben korrigiert.“ Die elektrische Antriebstechnik knüpft damit nahtlos an die stürmische Aufwärtsentwicklung der Vorjahre an.

Das Jahr 2006 schloss mit einem Umsatzplus von 9,15 Prozent auf 9,5 Milliarden Euro. „Getragen wurde diese Entwicklung gleichermaßen vom Binnenmarkt und dem Export. Die Verkäufe ins Ausland stiegen um zehn Prozent, der Import um 8,5 Prozent“, so Baumüller.

"Wir sind weiterhin die Nummer 1 in der Weltrangliste elektrischer Antriebstechnik", stellt Baumüller fest. „Auch im letzten Jahr haben wir mehr Antriebstechnik exportiert als jedes andere Land“. China habe zwar nach eigenen Angaben um rund 30 Prozent auf weltweit 4,5 Milliarden Euro zugelegt, liege aber als zweitgrößter Exporteur immer noch hinter Deutschland. Im bilateralen Warenaustausch sehe die Bilanz noch besser aus. Im Jahr 2006 lieferte Deutschland mit 456 Millionen Euro 50 Prozent mehr Antriebsprodukte nach China als im Vorjahr. Umgekehrt sind die Importe aus China um 26 Prozent auf 281 Millionen Euro angestiegen.

Die deutschen Hersteller machen 31 Prozent des Umsatzes mit Drehstrommotoren, 29 Prozent mit Kleinmotoren und rund 20 Prozent mit Antriebselektronik. Ebenfalls wachsend ist das Geschäft mit Software und Dienstleistungen, auf das mittlerweile rund ein Fünftel des Branchenumsatzes entfällt.

Die Umsätze im Marktsegment Niederspannungs-Drehstrommotoren profitieren von der guten Maschinenbau-Entwicklung. Nach einem Plus von sechzehn Prozent im vergangenen Jahr wird für 2007 ein nochmaliger Anstieg von dreizehn Prozent auf 2,2 Milliarden Euro erwartet. Bei den Frequenzumrichtern ist der langjährige Wachstumspfad nach wie vor intakt. Dem Plus von dreizehn Prozent im Jahr 2006 dürfte im laufenden Jahr ein Umsatzzuwachs in gleicher Höhe auf 1,56 Milliarden Euro folgen. Bei Kleinmotoren steigt der Umsatz stärker als die Produktion. Einem Produktionsplus von 0,7 Prozent im Jahr 2006 folgt voraussichtlich ein weiteres kleines Wachstum von 0,5 Prozent auf knapp 2,4 Milliarden Euro im laufenden Jahr. Wesentliche Ursache ist die Teilverlagerung nicht mehr wettbewerbsfähiger Produktionen insbesondere im unteren Preissegment ins Ausland.

Erfreulich ist laut ZVEI das seit Jahren wieder zunehmende Interesse an Gleichstrommotoren. Im laufenden Jahr wird mit einem Produktionsanstieg von zehn Prozent auf 134 Millionen Euro gerechnet. Die Produktion von Hochspannungsmaschinen läuft auf Hochtouren. Nach einem Produktionsplus von 30 Prozent im vergangenen Jahr wird für 2007 ein weiterer Sprung von 30 Prozent auf 317 Millionen Euro erwartet. Der Auftragsüberhang sorgt inzwischen für Vollauslastung bis weit in das Jahr 2008 hinein.

Große Sorgen bereitet Baumüller der Fachkräftemangel. „Allein im Elektromaschinenbau sollen nach einer internen Erhebung in den nächsten fünf Jahren über 1000 Ingenieure eingestellt werden. Das geben die deutschen Hochschulen derzeit nicht her“. Er begrüßt deshalb die ZVEI-Nachwuchsinitiative ’superstudium.de’ und hofft auf bald wieder steigende Absolventenzahlen in der Elektrotechnik.

Mit einer konsequenten Umrüstung in der Industrie auf effizient angetriebene Pumpen, Ventilatoren, Kompressoren, Zentrifugen etc. könnten jährlich rund 27,5 Mrd. kWh Strom eingespart werden. „Die Investitionen in solche Energiesparmaßnahmen rechnen sich in einem halben bis zu vier Jahren“, erklärt Klaus Helmrich, Mitglied des Vorstands des Fachbereichs Elektrische Antriebe. Die kürzlich vorgestellte Klimastudie von BDI und McKinsey habe das eindrucksvoll bestätigt. Demnach rechnet sich der Einsatz von Energiesparmotoren der Klasse EFF 1 und von elektronischen Antriebsregelungen sowohl betriebswirtschaftlich, als auch volkswirtschaftlich („negative CO2-Vermeidungskosten“).

Helmrich begrüßt den neuen Aktionsplan der Bundesregierung, der die Förderung von Betriebskostenbetrachtungen bei Neuinvestitionen und von Energie-Effizienz-Audits in bestehenden Anlagen vorsieht. „Damit wird der Fokus auch auf die in der Vergangenheit weniger beachteten betrieblichen Nebenanlagen gerichtet, in denen 70 Prozent des gesamten Einsparpotenzials liegt“.

Auf der Mitgliederversammlung des Fachbereichs Elektrische Antriebe in Dresden wurden neben dem Vorsitzenden Günther Baumüller (Baumüller Nürnberg GmbH) die Vorstandsmitglieder Karl-Heinz Lust (Lust Antriebstechnik GmbH), Klaus Helmrich (Siemens AG) und Rainer Blickle (SEW-Eurodrive GmbH & Co) für weitere drei Jahre in ihren Ämtern bestätigt.

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