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Bauteil | 22 August 2007

SPOERLE feiert 40-jähriges Jubiläum

Mit nur fünf Mitarbeitern, die den Ein- und Verkauf aus einer Hand erledigten, und einem simplen Karteikastensystem zur Lagerführung nahm das Unternehmen 1967 seine Geschäfte auf.
1967 gilt als das Jahr einer neuen Generation von Jungunternehmern, die mit bahnbrechenden Ideen und Konzepten der Stagnation nach dem „Wirtschaftswunder“ begegneten. Zu dieser Generation zählt auch Carlo Giersch, der nach seiner Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann bei der L. Spoerle KG in Frankfurt am Main im Alter von 26 Jahren den damaligen Elektro- und Radiogroßhändler verließ und zu einem siebenmonatigen Praktikum in die USA aufbrach.

Heute ist ein Auslandsaufenthalt schon fast die Voraussetzung für eine erfolgreiche Karriere, Anfang der 60er-Jahre war es noch ein mutiger Schritt auf unbekanntes Terrain. Voller zukunftsweisender Ideen kehrte Carlo Giersch nach Frankfurt zurück und schon kurze Zeit später übernahm er die Verantwortung für den Verkaufsbereich seiner Ausbildungsfirma. Mit der Gründung der SPOERLE ELECTRONIC im Jahre 1967 legte er den Grundstein für eine Erfolgsgeschichte, die zunächst ganz bescheiden begann.
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Mit nur fünf Mitarbeitern, die den Ein- und Verkauf aus einer Hand erledigten, und einem simplen Karteikastensystem zur Lagerführung nahm das Unternehmen seine Geschäfte auf. 1969 übernahm der heutige General Manager Heinz Walter Wiegand die Einkaufsabteilung, während bereits sieben Vollzeitbeschäftigte in der „elektronischen Datenverarbeitung“ eine Anstellung fanden. Schon damals erkannte das Unternehmen die Notwendigkeit, in moderne Computersysteme zu investieren. Im Jahre 1971 war dies eine 16-KB-Lochkartenmaschine von IBM, welche die Buchhaltung entlasten sollte.

In den frühen 70er-Jahren entstanden zahlreiche Unternehmen, die das Prinzip der Broadline-Distribution aus den Vereinigten Staaten adaptierten. Oftmals waren dies regional tätige Repräsentanten, die nur eine begrenzte Auswahl an spezialisierten Bauelementen in ihrem Angebotsspektrum führten. SPOERLE ELECTRONIC ging einen Schritt weiter und bot 1972 ihren Kunden „ein maximales Sortiment aktiver, passiver sowie elektromechanischer Bauelemente ab Lager“ an. „Alles aus einer Hand“ lautete das Unternehmensmotto der ersten Stunde, wovon sich die Einkäufer ein eigenes Bild machen konnten, wenn sie den schon damals über 550 Seiten umfassenden Produktkatalog in die Hand nahmen. Das Werk enthielt in Summe rund 20.000 verschiedene Artikel, die „ … in Doppelregalen mit einer Länge von zehn Metern … wohlsortiert gelagert wurden“. Die Belieferung ab Lager erfolgte schon damals innerhalb von 24 Stunden.

Zu den Franchisepartnern der ersten Stunde zählten Unternehmen wie Intermetall, die inzwischen in den Vishay-Konzern eingegliederte Roederstein-Gruppe sowie Philips, deren Halbleiter einen wesentlichen Beitrag zum Aufbau des umsatzstarken Semiconductor-Geschäfts bei SPOERLE lieferten und unter dem Namen NXP Semiconductors noch heute liefern. Einige Jahre später stieß auch Texas Instruments hinzu, die seit der Entwicklung des ersten integrierten Schaltkreises zahlreiche ICs, wie die Bausteine der Transistor-Transistor- Logik-(TTL-)Familie, fertigten. Sie waren mit einfachen Logikfunktionen ausgestattet und in zahlreichen Variationen (Standard, Schottky, Low Power, High Speed usw.) bei SPOERLE erhältlich.

Zehn Jahre nach Gründung zählte SPOERLE gleichwohl noch nicht ganz zu den führenden Marktanbietern in Deutschland. Die konsequente Katalog- und Direktvertriebspolitik sollte jedoch für einen rasanten Aufstieg in den Folgejahren sorgen. Bis 1977 arbeiteten 87 Mitarbeiter bei SPOERLE in Dreieich, darunter acht „Telefonverkäufer“ und zwölf „Außendienstmitarbeiter“. Mit der Akquisition der Melters Electronic Bauelemente Distributor KG aus Köln erfolgte 1978 die erste große Unternehmensübernahme.

Noch im selben Jahr wurde der erste Mitarbeiter für den technischen Service eingestellt. Obwohl der Begriff „Field Application Engineer“ noch gänzlich unbekannt war, übernahm der speziell geschulte Ingenieur fast sämtliche Aufgaben eines heutigen FAE. In enger Abstimmung und Zusammenarbeit mit den Kunden begleitete er den gesamten Produktentwicklungszyklus, von der Konzeptphase und Auswahl der optimalen Bauelemente über den gesamten Designprozess bis hin zur Vorbereitung und Aufnahme der Serienproduktion. Die schlicht als „Mikroprozessoren-Beratung“ bezeichnete Position umfasste auch die Organisation von Workshops und Seminaren für die Kunden. Zu diesem Zeitpunkt bestanden Verträge mit über 60 Herstellern, mit einem Artikelstamm von 35.000 Produkten. Im Dreieicher Zentrallager lagen dauerhaft Waren im Gesamtwert von über 10 Millionen D-Mark. Mit Zweigniederlassungen in Stuttgart, München und Köln startete SPOERLE ELECTRONIC in die 80er-Jahre.

Zu diesem Zeitpunkt waren die meisten Distributoren inhabergeführte Firmen, deren Philosophie sehr stark von den Unternehmern geprägt wurde. Dessen ungeachtet zeichnete sich in den Konturen bereits jener Konzentrationsprozess ab, der zehn Jahre später zum Verschwinden zahlreicher damals fest etablierter Namen führen sollte. Der Wettbewerbsdruck wurde größer und mit ihm auch der Zwang zu einer Erfolg versprechenden und langfristig ausgerichteten Geschäftsstrategie. Viele Distributoren waren von wenigen großen Herstellern abhängig und gingen sehr unvorteilhafte Kompromisse ein, um den Franchise nicht zu verlieren. Mit dem Auftauchen der ost-asiatischen Halbleiterhersteller auf dem Markt geriet zudem das eine oder andere Haus zwischen die Mühlen von amerikanischen und japanischen Gesellschaften, die sich vor 20 Jahren sehr misstrauisch gegenüberstanden. SPOERLE ELECTRONIC löste diesen Konflikt, indem sie für die Unternehmen aus den verschiedenen Teilen der Erde eigene Tochtergesellschaften (wie Uni Electronic) gründete, die zwar aus der gleichen Hand betreut, jedoch getrennt fakturiert wurden.

Bald war der Name „SPOERLE“ auch jenseits des Atlantiks als Top- Distributor bekannt. So verwundert es nicht, dass sich aus dem zunächst eher privaten Gedankenaustausch zwischen Steve Kaufmann, damals Chief Executive Officer von Arrow Electronics Inc., und Carlo Giersch über die Möglichkeiten und die Zukunft der Distributions- Branche mehr entwickelte. Es zeigte sich, dass beide Manager dieselben Vorstellungen von Kooperationen und einem weltweiten Marktzugang hatten. Verbunden durch diese gemeinsame Zukunftsvision, wurden Arrow und SPOERLE 1985 Partner. Der Erwerb einer Minderheitsbeteiligung von 40 % an SPOERLE war die erste signifikante internationale Investition von Arrow Electronics in Richtung Globalisierung. SPOERLE hielt zu jenem Zeitpunkt erstmals einen Marktanteil von 10 % und bezog die Räumlichkeiten in der Max- Planck-Straße im hessischen Dreieich, die heute noch als Hauptsitz dienen. Mit diesem Umzug wurde auch das erste Distribution Logistics Center moderner Prägung in Betrieb genommen, das mit 90.000 Fachbodenplätzen und rund 5.100 Picks pro Tag heute noch Kunden in ganz Zentral- und Osteuropa bedient.

Die 80er-Jahre gingen zu Ende und mit dem neuen Jahrzehnt brach auch eine neue weltpolitische Ära an. SPOERLE war einer der ersten Distributoren, der noch im Jahre 1990 mit Büroräumen in Leipzig eine Dependance in Sachsen eröffnete. Der Begriff „Globalisierung“ drang immer häufiger in die öffentlichen Debatten und die Zeichen standen auf Expansion und Internationalisierung. Mit einer Reihe von Übernahmen, u. a. der Firma Diode in Benelux, Farnell in Möglingen oder Sasco in München, die noch wenige Jahre zuvor ein Vielfaches des Umsatzes von SPOERLE generierten, weitete der Distributor sein Vertriebsfeld weiter aus. Auch die strategische Partnerschaft mit Arrow Electronics wurde vertieft: 1993 übernahm das Unternehmen aus Melville die Majorität am Dreieicher Distributor, sechs Jahre später wurde die Unternehmensgruppe komplett in den Konzern eingegliedert. 1999 arbeiteten bereits knapp tausend Mitarbeiter bei SPOERLE und fieberten dem Jahrtausendwechsel entgegen. Eine spezielle Expertengruppe widmete sich zu diesem Zeitpunkt bereits intensiv dem damals vielerorts befürchteten „Y2k“-Phänomen.

Doch die Herausforderungen jener Zeit beschränkten sich nicht nur auf das richtige Datumsformat in den Rechenzentren. So bewirkte das Wachstum in den 90er-Jahren nicht nur eine Verdreifachung des Umsatzes, sondern auch eine explosionsartige Zunahme des Warenumschlags. Schon Mitte des Jahrzehnts waren die Kapazitätsgrenzen des Distribution Logistics Center erreicht, sodass eine Erweiterung der Lagerfläche unumgänglich war. In Zusammenarbeit mit den Arrow-Schwestergesellschaften in Nord- und Südeuropa begab sich SPOERLE auf die Suche nach einem geeigneten Grundstück, um ein Logistikcenter zu errichten, das nicht nur den Bedürfnissen der Gegenwart, sondern auch den Ansprüchen der Zukunft genug Raum zur Entfaltung gibt.

Fündig wurde man in der niederländischen Grenzstadt Venlo, wo ein Grundstück mit einer Größe von mehr als fünf Fußballfeldern erworben wurde. Das 20. Jahrhundert ging ohne die befürchteten Computercrashs zu Ende und die Distribution sah voller Zuversicht in eine „rosige Zukunft“. Aufgeheizt durch die rasante Kurs-Rallye an den internationalen Börsen, schlugen „Killerapplikationen“ wie das Mobiltelefon auch bei der Distribution voll durch. Binnen eines Jahres kletterte der SPOERLE-Umsatz um unglaubliche 65 % und durchbrach im Jahr 2000 erstmals die Milliarden-Euro-Grenze. Der „dotcom“- Boom wirkte sich auch noch ein Jahr später in den Büchern aus und sorgte 2001 abermals für Umsätze jenseits der Milliarde.
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Der Sektlaune des neuen Millenniums folgte jedoch bald der Kater des Neuen Marktes. Im Frühjahr 2000 platzte die Spekulationsblase beim NASDAQ und auch die Distribution musste dem wilden Ritt der Monate zuvor Tribut zollen. Bedingt durch die große Allokation um die Jahrtausendwende, orderte die Elektronik verarbeitende Industrie in der Folgezeit überdurchschnittlich viel Ware, um Bandstillstände zu verhindern. Der Warenbedarf wurde dabei vielfach auf Grundlage des galoppierenden IT-Hypes kalkuliert, dem jedoch im Jahre 2001 schon der Nährboden entzogen worden war. Dieser Umstand, verbunden mit den inzwischen wieder prall gefüllten Lagerhäusern, führte 2002 zum befürchteten „Bullwhip-Effekt“. Bestellungen wurden storniert, Waren nicht angenommen und die angestauten Bestände nur mühsam abgebaut. Der Umsatzexplosion folgte der Umsatzeinbruch. So wurde 2002 rund ein Viertel weniger verdient als noch im Jahr zuvor. Erst heute, sechs Jahre nach dem Einbruch des Marktes, bewegt sich der Umsatz wieder in den Sphären der Jahrtausendwende.

Im Vergleich zu diesen Jahren haben sich jedoch viele Rahmenbedingungen entscheidend verändert. Die zum Teil sehr schmerzhaften Folgen der Allokation für alle Unternehmen entlang der Lieferkette haben dazu geführt, dass eine Sensibilisierung für moderne Lieferkonzepte und eine effektivere Nutzung des Supply-Chain-Managements stattgefunden hat.

SPOERLE erkannte früh, dass die bestmögliche Planung und Steuerung von Material- und Informationsflüssen über die gesamte logistische Kette ein starkes Supply-Chain-Management erfordert. Hierzu zählen auch die zahlreichen E-Business-Tools wie EDI, RosettaNet, die Arrow Electronics E-Commerce Plattform „PRO-Series™“ oder der Webshop auf www.spoerle.de. Weitere Serviceleistungen wie Pufferlager, Kanban, Min-Max- und Just-in-Time-Lieferungen und Stickstofflagerung sowie Programmierung, Assemblierung, kundenspezifische Etikettierung oder Barcoding runden das heutige Dienstleistungsportfolio ab.

Doch auch auf technischer Seite sind die Anforderungen der Kunden und Lieferanten an den Distributor in den vergangenen Jahren spürbar gestiegen. So ist das bereits vor acht Jahren von SPOERLE gegründete Center of Advanced Technologies (CAT) auf Neuentwicklungen und Kundenberatung im Bereich der Halbleiter-Technologien fokussiert. Regelmäßige Schulungen und Seminare durch die Hersteller garantieren, dass die mehr als 30 Field Application Engineers (FAEs) in Zentraleuropa neben einem breiten Marktwissen auch fundierte Kenntnisse über die neuesten analogen und digitalen Technologien besitzen. Die FAEs arbeiten Hand in Hand mit speziell geschulten Technical Marketing und Line Development Managern, die als Bindeglied zwischen Kunden und Vertrieb sowie, je nach Projekt, auch als Schnittstelle zu den von ihnen vertretenen Lieferanten fungieren.

Für den technischen Support passiver und elektromechanischer Bauelemente sowie aller Steckverbinder (PEMCO) sind bei SPOERLE Regional Product Specialists (RPS) im Außendienst tätig und unterstützen die Kunden beim Design-In von PEMCO-Produkten direkt vor Ort. Sie werden durch Internal Product Specialists (IPS) unterstützt, die den Kunden und Vertriebsmitarbeitern hausintern als Ansprechpartner für alle PEMCO-Produkte zur Verfügung stehen. Zusammen bilden Sie ein Tandem, das den Kunden technisch ideal unterstützt.

Ständige geistige Präsenz, Risikobereitschaft und Flexibilität ist vonnöten, wenn neue Technologien und Produkte ständig neue Märkte erschließen. 1967 beispielsweise redete noch niemand von „Handys“, „PC-Systemen“ oder Kfz-Elektronik. Damals war der „µA741“-Operationsverstärker von Fairchild Semiconductor en vogue – und mit einem Stückpreis um die 300,– US$ sündhaft teuer. Heute wird dieses Bauelement für wenige Euro-Cent verkauft und der große Umsatz mit Prozessoren und Mikrocontrollern erzielt …

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