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© Flynt Dreamstime.com Elektronikproduktion | 19 Dezember 2018

EU-Kommission genehmigt staatliche Beihilfen für Mikroelektronik-Projekt

Die europ√§ische Kommission genehmigt das Vorhaben Deutschlands, Frankreichs, Italiens und Gro√übritanniens, staatliche Beihilfen in H√∂he von 1,75 Milliarden Euro f√ľr ein gemeinsames Projekt im Bereich Mikroelektronik zu gew√§hren. Das geht aus einem Schreiben der Kommission hervor.
Die vier Mitgliedstaaten werden in den kommenden Jahren Finanzmittel in H√∂he von bis zu 1,75 Milliarden Euro f√ľr dieses Projekt bereitstellen, mit dem Ziel, weitere 6 Milliarden Euro an privaten Investitionen zu mobilisieren. Das Projekt soll voraussichtlich bis 2024 abgeschlossen werden.

Das f√ľr die Wettbewerbspolitik zust√§ndige Mitglied der Kommission, Margrethe Vestager, sagt hierzu: ‚ÄěMikroelektronik ist Bestandteil fast aller elektronischen Ger√§te, die wir im Alltag nutzen, ob es sich um unsere Telefone, Computer, Waschmaschinen oder Autos handelt. Durch Innovation im Bereich Mikroelektronik kann Europa insgesamt einen Innovationsschub erfahren. Daher ist es sinnvoll, wenn die europ√§ischen Regierungen gemeinsam solche wichtigen Projekte im gemeinsamen europ√§ischen Interesse f√∂rdern, wenn es f√ľr die Marktkr√§fte allein ein zu gro√ües Risiko darstellt“. Aus diesem Grunde habe man besondere Regelungen zu staatlicher Beihilfe eingerichtet, die eine solche F√∂rderung erleichtern w√ľrden. Mit ihrer Hilfe k√∂nnten risikobehaftete und bahnbrechende Forschungs- und Innovationsvorhaben eingeleitet werden.

Mariya Gabriel, zust√§ndiges Kommissionsmitglied f√ľr die digitale Wirtschaft und Gesellschaft erg√§nzt: ‚ÄěAlle vernetzten Ger√§te, alle modernen Maschinen und alle unseren digitalen Dienste bauen auf Mikroelektronik-Bauelementen auf, die mit der Zeit immer schneller und immer kleiner werden. Wenn wir bei einer Technologie von solch einer grundlegenden Bedeutung nicht von anderen abh√§ngig sein wollen, beispielweise aus Gr√ľnden der Sicherheit oder Leistung, m√ľssen wir in der Lage sein, diese Elemente in eigener Regie zu entwerfen und herzustellen. Der heutige Beschluss ist das Ergebnis einer erweiterten Zusammenarbeit und einer gemeinsamen europ√§ischen Vision.“

An dem integrierten Forschungs- und Innovationsprojekt sind 29 direkte Teilnehmer mit Sitz in der EU und in Drittstaaten beteiligt. Dabei handelt es sich √ľberwiegend um Akteure aus der Industrie, aber auch zwei Forschungseinrichtungen, die mit der Durchf√ľhrung von 40 eng damit zusammenh√§ngenden Teilprojekten befasst sind.
Diese direkten Teilnehmer werden mit zahlreichen Partnern, beispielsweise anderen Forschungsorganisationen oder kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), auch √ľber die vier beteiligten Mitgliedstaaten hinaus, zusammenarbeiten.

Das √ľbergeordnete Ziel des Projekts besteht in der F√∂rderung der Forschung und der Entwicklung innovativer Technologien und Komponenten wie zum Beispiel Chips, integrierte Schaltungen und Sensoren. Insbesondere wird erwartet, dass im Rahmen des Projekts zus√§tzliche nachgelagerte Forschungs- und Innovationsma√ünahmen angeregt werden, insbesondere im Zusammenhang mit dem weiten Bereich des Internets der Dinge sowie mit vernetzten oder selbstfahrenden Fahrzeugen.

Die Projektteilnehmer und ihre Partner werden ihre Arbeit schwerpunktm√§√üig auf f√ľnf verschiedene Technologiebereiche konzentrieren: Energieeffiziente Chips, Leistungshalbleiter, intelligente Sensoren, fortgeschrittene optische Ger√§te und Verbundwerkstoffe.

Die Kommission hat das vorgeschlagene Projekt im Hinblick auf die EU-Vorschriften f√ľr staatliche Beihilfen und insbesondere unter Ber√ľcksichtigung ihrer im Jahr 2014 vorgelegten Mitteilung √ľber wichtige Vorhaben von gemeinsamem europ√§ischem Interesse einer Pr√ľfung unterzogen. Wenn es wegen der bei solchen Vorhaben gegebenen signifikanten Risiken an privaten Initiativen zur F√∂rderung der Innovation fehlt, k√∂nnen die Mitgliedstaaten gem√§√ü der IPCEI-Mitteilung diesem Marktversagen begegnen, indem sie gemeinsam die Finanzierungsl√ľcke schlie√üen und so zur Verwirklichung von innovativen Vorhaben beitragen, die sonst nicht realisiert w√ľrden, hei√üt es weiter in dem EU-Schreiben.
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