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© Swisstom CRADL Leiterplatten | 15 Mai 2018

Überwachung der Herz-/Lungenfunktion dank dehnbarer Leiterplatte

Die W├╝rth Elektronik GmbH & Co. KG in Rot am See und das Fraunhofer Institut f├╝r Zuverl├Ąssigkeit und Mikrointegration in Berlin haben eine elastische elektronische Leiterplatte entwickelt und zur Serienreife gebracht, die vor allem die Diagnostik bei Neugeborenen entscheidend erleichtern d├╝rfte.
In einer Anwendung des Schweizer Unternehmens Swisstom AG wird die dehnbare Leiterplatte der W├╝rth Elektronik in einen auf die Haut aufgelegten Messg├╝rtel integriert. Mit dem G├╝rtel kann die Herz- und Lungenfunktion von S├Ąuglingen sehr sanft und schonend, ohne Eingriffe, gemessen und in dynamischen Bildern vom Arzt beobachtet werden. Der Einsatz von Radiologie ist nicht erforderlich.

Die Innovation basiert auf der Verwendung eines neuen Basismaterials zur Leiterplattenherstellung, des Polyurethans. Das ├╝blicherweise beim Leiterplattenbau verwendete Standardbasismaterial, ein Gemisch aus Epoxidharz und Glasfaser, hat sich zwar in millionenfacher Weise in der Praxis bew├Ąhrt. Da es nicht flexibel ist, grenzt es den Einsatz von Leiterplatten und damit von Elektronik jedoch ein. Vor vier Jahren begann die Abteilung Forschung und Entwicklung der W├╝rth Elektronik in Rot am See gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut mit der Entwicklung einer Alternative: Polyurethan ist dehnbar, l├Ąsst sich zusammenfalten, zusammenkn├╝llen und ist waschbar ÔÇô sogar in der Waschmaschine, bei 30 Grad im Schonprogramm, was bei Anwendungen der Leiterplatte direkt auf der menschlichen Haut ein wichtiger Aspekt ist.

Anwendung findet die elastische Leiterplatte jetzt in einem Messinstrument der Schweizer Firma Swisstom AG zur ├ťberwachung der Herz- und Lungenfunktion. Durch das dehnbare, hautfreundliche Material der Leiterplatte ist die Messung nicht mehr nur bei Erwachsenen, sondern auch bei S├Ąuglingen m├Âglich. Die hautfreundliche Leiterplatte ist dabei in einen G├╝rtel eingearbeitet, der auf dem K├Ârper des Babys aufliegt. "Die Elektroimpedanztomographie ist eine strahlungsfreie ├ťberwachungsmethode und macht R├Ântgenaufnahmen ├╝berfl├╝ssig“, betont Leiter der Abteilung Forschung und Entwicklung von W├╝rth Elektronik CBT.

Die Entwicklung des G├╝rtels zur Messung von Herz- und Lungenfunktion bei Neugeborenen dauerte insgesamt drei Jahre und umfasste ein Jahr Forschung, ein Jahr Prototypenentwicklung im Rahmen des EU-Projektes CRADL (Continuous Regional Analysis Device for neonate Lung) und ein Jahr Produktentwicklung bis zur Serienreife.

Guido Schelling, COO von Swisstom, erkl├Ąrt die Funktionsweise des Messg├╝rtels: ÔÇ×Die Swisstom Produkte basieren auf dem Prinzip der elektrischen Impedanztomographie. Die elektrische Impedanztomographie (EIT) ist ein Bildgebungsverfahren f├╝r Intensivmediziner, Pneumologen und Physiotherapeuten, das Echtzeitinformationen zur regionalen Beatmung bereitstellt. Im Gegensatz zu herk├Âmmlichen Methoden muss der Patient bei der EIT nicht durch einen Sensor atmen, es kommen keine ionisierenden R├Ântgenstrahlen zum Einsatz und die EIT kann ├╝ber mehrere Tage angewendet werden. EIT kann daher kontinuierlich und zur ├ťberwachung der Behandlungseffektivit├Ąt in Echtzeit direkt am Patientenbett eingesetzt werden. Zurzeit gibt es nach unserem Erachten bei Neugeborenen keine Alternative zur elektrischen Impedanztomographie.“
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2018.11.21 11:24 V11.9.8-1