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© abb Analysen | 08 Februar 2018

Roboterdichte steigt weltweit auf Rekordniveau

Mit einer durchschnittlichen Roboterdichte von 74 Einheiten pro 10.000 Mitarbeiter hat der globale Durchschnitt in der Fertigungsindustrie 2016 einen neuen Rekord erreicht (2015: 66 Einheiten).
AufgeschlĂŒsselt nach Regionen liegt die durchschnittliche Roboterdichte in Europa bei 99 Einheiten, in Amerika bei 84 und in Asien bei 63 Einheiten. Die Top 10 der am meisten automatisierten LĂ€nder der Welt sind: SĂŒdkorea, Singapur, Deutschland, Japan, Schweden, DĂ€nemark, USA, Italien, Belgien und Taiwan. Dies sind Ergebnisse aus dem World Robotics Report 2017, der von der International Federation of Robotics (IFR) veröffentlicht wurde.

"Die Roboterdichte ist ein wichtiger Vergleichsstandard, um die Unterschiede im Automatisierungsgrad der Fertigungsindustrie verschiedener LĂ€ndern zu berĂŒcksichtigen", sagt Junji Tsuda, PrĂ€sident der International Federation of Robotics. "Aufgrund der sehr zahlreichen Roboterinstallationen in Asien wĂ€hrend der letzten Jahre weist die Region die höchste Wachstumsrate auf: Zwischen 2010 und 2016 lag die durchschnittliche jĂ€hrliche Wachstumsrate der Roboterdichte in Asien bei 9 Prozent, in Amerika bei 7 Prozent und in Europa bei 5 Prozent".

Asien

Weltweit hat die Republik Korea die mit Abstand höchste Roboterdichte in der Fertigungsindustrie - eine Position, die das Land seit 2010 hĂ€lt. Die Roboterdichte ĂŒbertrifft den globalen Durchschnitt um gut das Achtfache (631 Einheiten). Diese Rate ist das Ergebnis der fortgesetzten hohen Anzahl von Roboterinstallationen - insbesondere in der Elektro-/Elektronikindustrie und in der Automobilindustrie. Singapur folgt an zweiter Stelle mit einer Rate von 488 Robotern pro 10.000 Mitarbeiter im Jahr 2016. Rund 90 Prozent der Roboter sind in der Elektronikindustrie in Singapur installiert.

Die Entwicklung der Roboterdichte in China war die dynamischste weltweit. Insbesondere zwischen 2013 und 2016 verzeichnete das Reich der Mitte ein starkes Wachstum bei den Installationen: Die Roboterdichte stieg von 25 Einheiten im Jahr 2013 auf 68 Einheiten im Jahr 2016. Heute liegt China weltweit auf Platz 23. Die chinesische Regierung will diese Entwicklung weiter forcieren und bis 2020 in die Top 10 der am stĂ€rksten automatisierten Nationen der Welt aufsteigen. Bis dahin soll die Roboterdichte auf 150 Einheiten steigen. DarĂŒber hinaus sollen bis 2020 insgesamt 100.000 im Inland produzierte Industrieroboter verkauft werden (2017: 27.000 Einheiten chinesischer Roboterlieferanten, 60.000 Einheiten auslĂ€ndischer Roboterlieferanten).

Japan rangiert auf Platz vier der Welt: 2016 wurden 303 Roboter pro 10.000 BeschĂ€ftigte in der Fertigungsindustrie installiert - fast so viele wie im drittplatzierten Deutschland (309 Einheiten). Japan ist der weltweit fĂŒhrende Industrieroboterhersteller: Die ProduktionskapazitĂ€t der japanischen Zulieferer erreichte 2016 mit 153.000 Einheiten den höchsten jemals registrierten Wert. Heute decken japanische Hersteller 52 Prozent des weltweiten Bedarfs.

Europa

Das am stÀrksten automatisierte Land in Europa ist Deutschland - mit 309 Einheiten im weltweiten Vergleich auf Platz 3. Der Jahresabsatz und der operative Bestand an Industrierobotern im Jahr 2016 hatten einen Anteil von 36 Prozent beziehungsweise 41 Prozent am gesamten Roboterabsatz in Europa. Zwischen 2018 und 2020 wird der jÀhrliche Absatz in Deutschland aufgrund der steigenden Nachfrage nach Robotern in der allgemeinen Industrie und in der Automobilindustrie weiterhin um durchschnittlich mindestens 5 Prozent pro Jahr wachsen.

Frankreich hat eine Roboterdichte von 132 Einheiten (Platz 18 der Weltrangliste). Das liegt zwar deutlich ĂŒber dem globalen Durchschnitt von 74 Robotern - ist aber im Vergleich zu anderen EU-LĂ€ndern relativ schwach. EU-Mitglieder wie Schweden (223 Einheiten), DĂ€nemark (211 Einheiten), Italien (185 Einheiten) und Spanien (160 Einheiten) sind mit Industrierobotern im Fertigungsbereich wesentlich stĂ€rker automatisiert. Die neue Regierung in Frankreich ist allerdings dabei, die WettbewerbsfĂ€higkeit des Landes im verarbeitenden Gewerbe zu stĂ€rken. Dies könnte dazu fĂŒhren, dass in den nĂ€chsten Jahren neue Roboter installiert werden. Im Jahr 2017 dĂŒrfte die Zahl der Roboterinstallationen in Frankreich um rund 10 Prozent gestiegen sein. Zwischen 2018 und 2020 ist mit einer durchschnittlichen jĂ€hrlichen Wachstumsrate zwischen 5 und 10 Prozent zu rechnen.

Als einziges G7-Land hat Großbritannien mit 71 Einheiten eine Roboterdichte unter dem Weltdurchschnitt von 74 Einheiten (Rang 22). Die allgemeine Industrie benötigt dringend Investitionen, um die ProduktivitĂ€t zu modernisieren und zu steigern. Die geringe Roboterdichte ist ein Indiz fĂŒr diese Tatsache. Trotz der Entscheidung die EU zu verlassen werden derzeit viele InvestitionsplĂ€ne zur KapazitĂ€tserweiterung und Modernisierung auslĂ€ndischer und lokaler Automobilunternehmen angekĂŒndigt. Es ist aktuell noch nicht absehbar, ob Unternehmen aufgrund der unsicheren Lage bei den Zöllen mit Investitionen zurĂŒckhaltend sein werden.

Die osteuropĂ€ischen LĂ€nder Slowenien (137 Einheiten, Rang 16 der Welt) und die Slowakei (135 Einheiten, Rang 17 der Welt) weisen eine Roboterdichte auf, die sogar die Schweiz ĂŒbertrifft (128 Einheiten, Rang 19 der Welt). Die Tschechische Republik liegt mit 101 Einheiten auf Platz 20 der Weltrangliste. Die Roboterlieferungen in Tschechien und der Slowakei hĂ€ngen vor allem von der Nachfrage der Automobilindustrie ab. Slowenien ist unter den BalkanlĂ€ndern das fĂŒhrende Land: 60 Prozent des gesamten Angebots in dieser Region gingen an die Automobilindustrie in Slowenien (387 Einheiten, 33 Prozent mehr als im Jahr 2015).

Nordamerika

Die Roboterdichte in den Vereinigten Staaten stieg im Jahr 2016 sehr dynamisch auf 189 Einheiten an - die USA belegen damit den siebten Platz weltweit. Seit 2010 hat die Modernisierung der inlĂ€ndischen Produktionsanlagen den Roboterabsatz in den USA angekurbelt. Hauptgrund fĂŒr dieses Wachstum war der anhaltende Trend zur Automatisierung der Produktion, um die amerikanischen Industrien im internationalen Wettbewerb zu stĂ€rken. Ziel war zudem, die Produktion im eigenen Land zu halten oder in einigen FĂ€llen auch die Produktion aus dem Ausland zurĂŒck zu holen. Die Automatisierung der Automobilindustrie mit Industrierobotern macht rund 52 Prozent des Gesamtumsatzes im Jahr 2016 aus. Der Roboterabsatz in den USA wird zwischen 2017 und 2020 weiter um durchschnittlich mindestens 15 Prozent pro Jahr steigen. Die Roboterdichte in Kanada stieg kontinuierlich auf 145 Einheiten im Jahr 2016 (Rang 13 weltweit) - ebenfalls hauptsĂ€chlich getrieben durch Installationen in der Automobilindustrie.

Mexiko ist vor allem eine Produktionsdrehscheibe fĂŒr Automobilhersteller und Automobilzulieferer, die in die USA und zunehmend auch nach SĂŒdamerika exportieren. Mit einem Anteil von 81 Prozent im Jahr 2016 ist die Automobilindustrie der mit Abstand grĂ¶ĂŸte Abnehmer. Die Roboterdichte liegt immer noch weit unter dem Weltdurchschnitt von 74 Einheiten - aktuell bei 33 Einheiten und damit auf Platz 31 der Weltrangliste.


© IFR
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2018.11.14 11:24 V11.8.1-1