Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Elektronikproduktion | 07 Juni 2007

Unternehmensberatung erwartet schwierige Zeiten für Automobilzulieferer

Laut einer Studie der Unternehmensberatung BBK lĂ€uft beinahe ein Viertel der weltgrĂ¶ĂŸten Automobilzulieferer Gefahr, in den nĂ€chsten zwölf Monaten in finanzielle Probleme zu geraten.
BBK, eine international tĂ€tige Unternehmensberatung mit Sitz in Bad Homburg, geht davon aus, dass 22 Prozent der weltweit grĂ¶ĂŸten Automobilzulieferer innerhalb der nĂ€chsten zwölf Monate Gefahr laufen, in gravierende finanzielle Probleme zu geraten. Das geht aus einer Untersuchung hervor, die BBK mit Hilfe von eines zusammen mit der Northeastern University in Boston (USA) entwickelten Analyseinstruments zur Bewertung der finanziellen Daten und Ertragskraft von Unternehmen, durchgefĂŒhrt hat. Gegenstand der Studie waren die Unternehmenszahlen aus dem Jahr 2006 von insgesamt 80 der weltweit bedeutendsten Automobilzulieferern. Mit dem Bewertungsinstrument lassen sich Aktien- und Personengesellschaften finanziell bewerten, und so die momentane Finanzlage eines Unternehmens bestimmen einschließlich einer Prognose fĂŒr die zwölf Folgemonate. Nach der Auswertung weist das Instrument einen Notenspiegel von „A“ bis „F“ aus, Ă€hnlich dem deutschen Schulnotensystem, wobei „A“ „sehr gut“ bedeutet und „F“ „mangelhaft“. In Europa erhielten 14 Prozent der Zulieferer ein Rating, das auf eine finanzielle GefĂ€hrdung hindeutet. Die asiatischen Zulieferer erwiesen sich am gesĂŒndesten. Am schlechtesten hingegen schlossen die nordamerikanischen Unternehmen ab. Rund 33 Prozent erwiesen sich als finanziell gefĂ€hrdet, 11 Unternehmen wurden sogar mit „F“ beurteilt. Die Durchschnittsbewertung fĂŒr asiatische Unternehmen lag bei „A“, gefolgt von den EuropĂ€ern mit „B+“ und an letzter Stelle die nordamerikanischen Zulieferer mit „B-“. Seit der ersten Auswertung von BBK im Jahr 2002 hat die Zahl sowohl der „A“-Ratings als auch der „F“-Ratings zugenommen. Das deutet daraufhin, dass es kein klar abgrenzbares Mittelfeld gibt. Entweder sind Zulieferer finanziell gesund oder angeschlagen. Überdies hat die Untersuchung gezeigt, dass die nordamerikanischen Zulieferer einen bedeutend höheren Verschuldungsgrad aufweisen als ihre asiatischen und europĂ€ischen Wettbewerber. Ihre finanzielle Lage ist damit anfĂ€lliger fĂŒr externe volkswirtschaftliche Faktoren. Der durchschnittliche Verschuldungsgrad fĂŒr nordamerikanische Zulieferer liegt bei 3,46 und ist damit zehnmal höher als in Asien (0,32) und sechsmal höher als in Europa (0,6). Hinzu kommt, dass mindestens 80 Prozent des Ertrags bei 55 Prozent der untersuchten Zulieferunternehmen aus Nordamerika ausschließlich in der Automobilindustrie erwirtschaftet werden. Im Vergleich hierzu sind es bei europĂ€ischen und asiatischen Unternehmen 43 beziehungsweise 41 Prozent des Ertrags. Die ermittelte durchschnittliche Bewertung von Zulieferern, deren ErtrĂ€ge zu mindestens 80 Prozent in der Automobilindustrie generiert werden, liegt bei „B-“. Zulieferer mit einem Ertragsanteil von 50 Prozent und weniger aus der Automobilindustrie erzielten ein Rating von „A-“. „Obwohl die bewerteten Unternehmen aus Nordamerika fĂŒr das Jahr 2006 einen erhöhten Verschuldungsgrad aufweisen, haben sie sich doch signifikant verbessert. Im Vergleich zum Jahr 2005 haben sie ihren Verschuldungsgrad um 31 Prozent senken können, als der Durchschnitt noch bei 5,03 lag“, sagt William G. Diehl, CEO, BBK. Er fĂŒgt hinzu: „BBK Ratings ermöglicht unseren Mandanten einen Einblick in die finanzielle Lage ihrer Zulieferer. Ein Beispiel hierfĂŒr: Obwohl ein Automobilhersteller seine Produkte pĂŒnktlich von dem zuliefernden Unternehmen erhĂ€lt, kann es passieren, dass dieses bei einem anderen Hersteller in Verzug gerĂ€t. In diesem Fall könnten alle Kunden in Mitleidenschaft gezogen werden. Daher mĂŒssen OEMs und Tier 1-Zulieferer ihre Lieferantenbasis proaktiv bewerten, um versteckte SchwĂ€chen zu identifizieren und rechtzeitig gegensteuern zu können.“
Anzeige
Anzeige
Weitere Nachrichten
2019.02.19 01:06 V12.2.0-2