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© elmatica Leiterplatten | 06 MĂ€rz 2017

Preisentwicklung bei Leiterplatten von 2007 bis 2017

Dieser Artikel analysiert die Preisentwicklung von Leiterplatten aus der Volksrepublik China (China) von 2007 bis 2017. Die Analyse ist jedoch stellvertretend fĂŒr viele nicht standardisierte elektronische Komponenten aus China.
China wird in den nĂ€chsten fĂŒnf Jahren das wichtigste Herstellungsland fĂŒr Leiterplatten sein. Eine weitere Analyse wird sich daher mit der Prognose zur Preisentwicklung in den Jahren 2017-2022 beschĂ€ftigen. Eine unbestĂŒckte Platine ist ein kundenspezifisches Produkt. Um die DatenkohĂ€renz zu optimieren und mit dieser Analyse die wichtigsten Preisentwicklungen der chinesischen Leiterplattenherstellung adressieren zu können, reden wir hier ĂŒber 2-4-6-Layer Leiterplatten, Serienproduktion mit Standardmaterial, Stack-Up, Lötmaske und 35um Kupferdicke. Daher werden wir in dieser Analyse die zwei grĂ¶ĂŸten Kostentreiber bei Leiterplatten, nĂ€mlich Arbeits- und Materialkosten, nĂ€her betrachten; inwieweit haben diese Kostentreiber die Gewinnspanne der Leiterplattenhersteller in China von 2007 bis 2017 beeinflusst. Die Ergebnisse werden im nĂ€chsten Gastartikel verwendet, um die Preisentwicklung bei Leiterplatten aus China ĂŒber die nĂ€chsten fĂŒnf Jahre vorhersagen zu können. Arbeitskraft Die Zentralregierung Chinas hat den Mindestlohn zwischen 2007 bis 2017 stetig angehoben (siehe Grafik "China Minimum Monthly Wages"). In Ballungsgebieten, wie z.B. Shenzhen und Shanghai, liegt der Mindestlohn noch etwas höher. Die Anhebung des Mindestlohns hatte vor allem Auswirkungen auf die Handels- und Industriezweige, die qualifizierte ArbeitskrĂ€fte in höherem Umfang brauchen. Das Lohnniveau fĂŒr erfahrene und ausgebildete Mitarbeiter in der Leiterplattenindustrie ist daher ĂŒberdurchschnittlich stark betroffen. Die Mehrheit der Hersteller befindet sich in Ballungsgebieten und ein erheblicher Teil ihrer Belegschaft sind geschulte und ausgebildete Mitarbeiter, sodass die gesamte Arbeitskostensteigerung signifikante Auswirkungen hat. Die Leiterplattenproduktion in anderen asiatischen LĂ€ndern wie Indien, Malaysien, Thailand und Vietnam ist in dieser Analyse nicht berĂŒcksichtigt, obwohl sowohl die Produktionsvolumen als auch die Investitionen steigen. Die Preise in diesen LĂ€ndern sind derzeit nicht wettbewerbsfĂ€hig, es sei denn, Sie platzieren AuftrĂ€ge mit einem Mindestvolumen von 1'700 Quadratmeter. Der Wettbewerbsvorteil gegenĂŒber China sind hier Lohnkosten. Die Materialkosten sind wiederum höher, da ein erheblicher Teil der Rohstoffe aus China importiert werden muss. Das wirkt sich auf Abfertigungs- und Transportkosten aus. Der Wettbewerbsvorteil durch die reduzierten Arbeitskosten ist derzeit finanziell nur bei AuftrĂ€gen mit einem Volumen von mindestens 1'500 Quadratmetern (entspricht einem Preisunterschied zwischen 4 und 8 Prozent) sichtbar. Anfang 2000 begann die EinfĂŒhrung von Automatisierungsstrategien zur Reduzierung arbeitsintensiver ArbeitsvorgĂ€nge in China. Dies ist teilweise der Ein-Kind-Politik, der alternden Bevölkerung, der Lohnerhöhung und der Regierungsstrategie zum Aufbau eines stĂ€rkeren konsumentenbasierten Inlandsmarktes zu schulden. Der Effekt auf die ProduktivitĂ€t – eben durch diese Automatisierung – liegt schĂ€tzungsweise im Bereich von 70 Prozent (siehe Grafik "China Productivity Growth at 16-Year Low"). Dies wiederum hat den Anstieg bei Löhnen und GehĂ€ltern etwas gedrosselt. Allerdings zeigen die Daten, dass der Effekt dieser Strategie abnimmt und wir können daher erwarten, dass die Gesamtkosten fĂŒr die Herstellung von Leiterplatten in naher Zukunft mit einer höheren Rate zunehmen werden. Material Der Rohstoffpreisindex stellt eine Preiserhöhung in den letzten 24 Jahren dar (siehe "Selected Commodity Price Index"), zeigt jedoch nicht die erhebliche Zunahme bei den Rohstoffpreisen im 4. Quartal 2016. Die Frage ist nun, ist dies eine vorĂŒbergehende Schwankung oder wird dies auch den Preis der fertigen Waren beeinflussen? Die wichtigsten Produktionsunternehmen auf dem Markt berichten, dass sie in den letzten 5 Jahren einem erheblichen Preisdruck ausgesetzt waren. So weit, dass die höheren Materialkosten in diesem Jahr an die Produktinhaber weitergegeben werden. Es scheint derzeit mehr als offensichtlich, dass der Preis fĂŒr Kupferfolie aufgrund des Materialmangels als erstes erhöht werden wird. Resin wird diesem höchstwahrscheinlich kurz darauf folgen.
{{functions.webify.editors-note}} Der Artikel wird unter den Grafiken fortgesetzt.
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Was verursacht den Kupferfolienmangel? Kupferfolie wird verwendet, um sowohl Kupfer-Clad-Laminat (CCL) als auch Lithium-Batterien herzustellen. Die globale ProduktionskapazitĂ€t bei Kupferfolien ist begrenzt, aber mit der steigenden Nachfrage nach Elektrofahrzeugen werden immer mehr Kupferfolien fĂŒr die Herstellung von Lithiumbatterien gebraucht. CCL und die Leiterplattenindustrie, auf Grund von höheren QualitĂ€tsanforderungen und niedrigeren Gewinnspannen in dieser Branche, haben das Nachsehen. In den vergangenen Jahren hat auch die Kupferfolienindustrie KonkurrenzkĂ€mpfe gesehen. Verminderte Investitionsrenditen und Kupferfolienhersteller die nicht mehr am Markt tĂ€tig sind sind die Folge. Dies wiederum fĂŒhrt dazu, das die Versorgung weiter eingeschrĂ€nkt wurde und die CCL-Hersteller die Nachfrage nicht mehr decken können. Die globale FertigungskapazitĂ€t bei Kupferfolie betrĂ€gt ungefĂ€hr 480'000 Tonnen pro Jahr (t/y), was weit unter der Nachfrage von 516'000 t/y (einschließlich CCL und PCB; 25 Prozent der GesamtkapazitĂ€t) liegt. Einige Experten prognostizieren einen starken Anstieg der Nachfrage nach Elektrofahrzeugen aufgrund von Umweltverschmutzung und technologischen Innovationen. Dies wiederum wird den Versorgungsengpass bei Kupferfolie noch stĂ€rker hervorheben. Bis 2018 werde, so die Prognose, die Nachfrage nach Kupferfolie fĂŒr die Produktion von Lithium-Batterien um 200 – 300 Prozent ansteigen. Die Kupferfolienindustrie erweitert derzeit ProduktionskapazitĂ€ten mit 4 – 5 Prozent pro Jahr. Es ist offensichtlich, dass, wenn dieses Szenario RealitĂ€t werden sollte, sich dies verheerend auf die Nachfrage- und Preissituation auswirken wird. Schlussfolgerung Die Arbeitskosten steigen, die Automatisierung stellt nicht mehr die notwendigen ProduktivitĂ€tsgewinne zur VerfĂŒgung, Material ist knapp, die Materialnachfrage wĂ€chst und die Materialversorgung steigt nicht in gleichem Maße (siehe Grafik "PCB production und markt price index 2007-2017). Die ProfitlĂŒcke (PCB-Marktpreis - PCB-Produktionskosten) fĂŒr Hersteller in China – im oben genannten Technologiebereich – hat sich in den letzten zwei Jahren deutlich verringert, da sowohl Arbeits- als auch Materialkosten gestiegen sind. Daher wird fĂŒr 2017 ein Preisanstieg erwartet. Es ist derzeit nicht erkennbar wann, und auf welchem Preisniveau, eine Balance gefunden werden kann. ----- Autor: Didrik Bech, GeschĂ€ftsfĂŒhrer bei © Elmatica
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