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© Courtesy Donald J Trump Presidential Library
Elektronikproduktion |

Trumps neue Zölle sorgen weltweit für Verwirrung

Ökonomen schätzen, dass der durchschnittliche Zollsatz auf US-Importe derzeit bei etwa 15 % liegt – verglichen mit rund 2 % zu Beginn des Jahres. Damit erreicht er den höchsten Stand seit den 1930er Jahren. In einem Hinweis darauf, dass Trump offen für weitere Verhandlungen sein könnte, teilte das Weiße Haus mit, dass die neuen Maßnahmen erst in einer Woche in Kraft treten sollen.

US-Präsident Donald Trump unterzeichnete eine Executive Order, die Zölle zwischen 10 % und 41 % auf Importe aus Dutzenden Ländern verhängt – und damit eine neue Welle der Unsicherheit in der globalen Wirtschaft auslöst. Weltweit bemühen sich Regierungen, die Auswirkungen der neuen Zollsätze zu verstehen und zu bewältigen.

Das Weiße Haus erklärte, dass der „universelle“ Zollsatz für Güter, die in die USA eingeführt werden, bei 10 % bleiben werde – so wie er bereits am 2. April eingeführt wurde. Dieser Satz gilt jedoch nur für Länder, mit denen die USA einen Handelsüberschuss haben.

Für Länder mit einem Handelsdefizit gegenüber den USA wird ein neuer Mindestzollsatz von 15 % eingeführt, der etwa 40 Länder betrifft. Für viele dieser Länder liegt dieser Satz unter dem „reziproken“ Tarif vom 2. April, für einige jedoch darüber.

Die ökonomische Logik dahinter bleibt für viele Experten ein Rätsel.

Indien wurde mit einem Zollsatz von 25 % auf seine Exporte in die USA belegt, Malaysia mit 19 % und Südafrika mit 30 %.

Die Frist für ein Zollabkommen mit Mexiko wurde derweil um weitere 90 Tage verlängert.

Für Brasilien liegt der allgemeine Satz zwar bei 10 %, jedoch gilt für bestimmte brasilianische Produkte bereits ein 40 %-Zoll aus einem früheren Erlass Trumps.

Syrien ist mit 41 % von den höchsten Zöllen betroffen, gefolgt von Myanmar und Laos, für die Sätze von 40 % gelten könnten. Warum gerade diese Länder so stark belastet werden, ist unklar – es gibt keine nachvollziehbare Begründung.

Überraschend hart trifft es auch die Schweiz: Der Alpenstaat muss mit einem Zollsatz von 39 % rechnen – obwohl er bereits mehrere Verhandlungsrunden mit den USA absolviert hatte und kurz vor einer einvernehmlichen Lösung stand.

Einer Analyse der New York Times zufolge liegt der durchschnittliche Zollsatz auf US-Importe inzwischen bei rund 15 % – ein dramatischer Anstieg gegenüber den 2 % zu Jahresbeginn. Dennoch könnte es eine Weile dauern, bis diese Maßnahmen direkte Auswirkungen auf die Verbraucher in den USA zeigen.

Taiwan zeigte sich trotz eines neu eingeführten 20 %-Zolls vorsichtig optimistisch. Das Land ist ein bedeutender Halbleiterhersteller, und genau diese Technologien stehen derzeit im Fokus einer US-Sicherheitsuntersuchung gemäß Section 232 des Trade Expansion Act von 1962. Nach Abschluss dieser Untersuchung hofft Taiwan auf neue Verhandlungen mit der US-Regierung.

Auswirkungen auf die Schweiz und die Europäische Union

Besonders überraschend ist der hohe Zollsatz von 39 % auf Importe aus der Schweiz. Trotz langwieriger bilateraler Gespräche zwischen Bern und Washington kam es bisher zu keiner Einigung. Wirtschaftsvertreter in der Schweiz zeigen sich irritiert, da keine Eskalation im Handelsverhältnis vorausgegangen war. Die Maßnahme könnte sowohl Maschinenbau- als auch Pharmagüter erheblich treffen.

Für die Europäische Union liegt der allgemeine Zollsatz laut US-Angaben bei 15 %, wobei einzelne Länder und Produktgruppen unterschiedlich betroffen sind. Insbesondere die Automobil- und Agrarsektoren könnten unter den neuen Regelungen leiden. Brüssel prüft derzeit mögliche Gegenmaßnahmen im Rahmen der WTO-Regeln und versucht, Gespräche mit US-Handelsvertretern wieder aufzunehmen, um eine Eskalation zu vermeiden.


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