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Elektronikproduktion | 08 Mai 2007

Siemens kommt nicht zur Ruhe

Siemens ist zwar bemüht nach den Enthüllungen um die Schmiergeldzahlungen und dem Rücktritt des Vorstandsvorsitzenden wieder alles in geordnete Bahnen zu lenken, doch nicht alles läuft derzeit nach Plan.
Neusten Presseberichten zufolge sollen die Schmiergeldzahlungen bei Siemens nun in mehreren Unternehmensbereichen gängige Praxis gewesen sein. Interne Ermittler hätten damit begonnen, sich auch in anderen Unternehmensbereichen umzusehen. Bislang galt vor allem die Com-Sparte als am stärksten betroffenen umzusehen. Die vor rund einem Monat genannte Summe von insgesamt 426 Millionen Euro dürfte somit noch nicht das letzte Wort sein.

Derweil läuft fieberhaft die Suche nach einem Nachfolge für den bald ausscheidenden Siemens-Chef Klaus Kleinfeld. Verschiedene Kandidaten wurden bereits in Gespräch gebracht und manch einer hat gleich abgewunken oder Bedingungen gestellt. Welcher der bisherigen Kandidaten, darunter Linde-Chef Wolfgang Reitzle, ABB-Chef Fred Kindle oder Bosch-Chef Franz Fehrenbach, derzeit noch im Rennen ist oder nicht mehr ist, ist für die Öffentlichkeit daher momentan schwer einzuschätzen.

Auch an anderen Stellen dreht sich das Personalkarussell munter weiter. Bis Ende Mai verlässt Kommunikationschef Janos Gönczöl das Unternehmen, auch hier offiziell auf eigenen Wunsch. "Die Gestaltung der Kommunikation in dieser turbulenten, durch viele Gerüchte und Spekulationen geprägten Zeit war nicht immer einfach. Mit diesem Schritt erhoffe ich mir, dass auch die Kommunikation wieder in ein ruhigeres Fahrwasser gelangt", sagte Gönczöl am Montag. Sein Nachfolger soll der frühere Pressechef der Deutschen Bahn, Stephan Heimbach, werden, der seit 2000 bei Siemens die Abteilung Corporate Messages/Corporate Affairs führt.

Ebenfalls nicht gerade optimal für eine positive öffentliche Meinung ist, dass einige Manager der Siemens AG derzeit in großem Umfang Aktien verkaufen. So hat sich der scheidende Vorstandsvorsitzende Klaus Kleinfeld von 69.735 Aktien getrennt, was einem Volumen von rund 6,3 Millionen Euro entsprechen dürfte. Ähnliches wird von Vorstandsmitglied Jürgen Radomski (30.000 Aktien), sowie den Vorstandskollegen Erich Reinhard (20.000 Stück), Johannes Feldmayer (25.000 Stück) und Rudi Lamprecht (35.000 Stück) gemeldet.
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