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© gunnar3000 dreamstime.com Elektronikproduktion | 16 April 2015

Industrie 4.0, eine gesteuerte Hysterie?

Laut der Bundesregierung und einiger Institute soll die Industrie 4.0 die vierte industrielle Revolution sein, also vergleichbar mit der Erfindung der Dampfmaschine, der Massenproduktion und Automation.
Wie kann jemand so verwegen sein und einen solchen Vergleich anstellen, und dies sogar auch schon im Vorfeld? Ich persönlich empfinde solche Äußerungen als eine Beleidigung fĂŒr die drei bisherigen industriellen Revolutionen und deren Pioniere.

Ist die Idee wirklich so neu wie man uns das nahe bringen will, oder ist sie nicht schon ĂŒber 30 Jahre alt, als man unter der Bezeichnung CIM (Computer Integrated Manufacturing) versucht hat Computer miteinander zu vernetzen? Meiner Ansicht nach ist die Denkweise gleich. Das Projekt ist ĂŒbrigens damals gescheitert und wurde beerdigt. Viele Jahre hat niemand mehr davon gesprochen. Jetzt wurde die Idee wieder ausgegraben und man will sie uns als neueste Erfindung, gar als die vierte industrielle Revolution verkaufen.

Viele versuchen mittlerweile auf dieses Thema aufzuspringen und wittern hier das große GeschĂ€ft. Über Gefahren, die eine solche Vernetzung mit sich bringt, wird nur selten weiter nachgedacht. Die digitale Vernetzung wird durch Hacker zum Chaos! Alles Digitale ist mittlerweile hackbar. Es gibt zurzeit keine wirkliche Datensicherheit! Es wird im Gegenteil tĂ€glich alles unsicherer. Um mit der Industrie 4.0 ĂŒberhaupt erst beginnen zu können, ist die absolute IT-Sicherheit unbedingt vorher herzustellen bzw. ist sie Voraussetzung.

In Teilbereichen einiger Firmen ist eine Vernetzung sicherlich sinnvoll. Hierbei wird es aber bleiben. Ich bin sicher, dass in wenigen Jahren niemand mehr von der Industrie 4.0 spricht.

Kann eine Cloud ĂŒberhaupt sicher sein? So wie diese zurzeit betrieben werden, niemals! Alle Dateien, die in Public Clouds gespeichert werden, sind so gut wie öffentlich und Hackern sowie den Geheimdiensten zugĂ€nglich. Die AnonymitĂ€t im Internet macht Menschen hemmungslos. Will man Hackern die Möglichkeit geben das wertvollste Know-How abzugreifen oder Daten zu manipulieren? Das kann Firmen in den Konkurs treiben. Phishing, Computersabotage, Ausspionieren und Erpressungen nehmen tĂ€glich zu.

Zwischen Überwachung und UnterdrĂŒckung verlĂ€uft nur eine ganz schmale Grenze. Wir sind nicht mehr weit vom totalitĂ€ren Staat entfernt. Ohne dass wir es merken stirbt unsere Freiheit Zug um Zug.

Was können wir dagegen tun? Die einzige Sicherheit fĂŒr Unternehmen und Privatpersonen ist: genau das Gegenteil zum Konzept Industrie 4.0 zu tun, nĂ€mlich zurĂŒck in alte Muster, Speicherung nur im eigenen Haus, Anbindung an das Internet ĂŒber spezielle separate Computer, besonders wertvolle Firmendaten nur ausgesuchten Mitarbeitern zugĂ€nglich machen und ĂŒberwachen, was von wem eingesehen wird. Wir sollten also eine Inselbildung vornehmen.

Bei Datensicherheit muss man ganz anders denken, als bisher in der digitalen Welt. Querdenken, neue Wege gehen. Wir sind dabei neue Konzepte fĂŒr eine wirkliche Datensicherheit zu entwickeln.
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Autor: Edbill Grote, GeschĂ€ftsfĂŒhrer © HTV-GmbH
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2018.11.21 11:24 V11.9.8-2