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Allgemein | 29 Januar 2007

Ingenieurmangel wird zur Wachstums- und Innovationsbremse

Nach einer Umfrage des ZVEI wollen drei von vier Unternehmen der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie in Deutschland in den kommenden Jahren mehr Elektroingenieure und Informatiker einstellen als in den vergangenen Jahren. Auch Maschinenbauer und Wirtschaftsingenieure bleiben gefragt.
An der Umfrage des ZVEI beteiligten sich √ľber 140 Unternehmen, die zusammen rund 40 Prozent der Mitarbeiter der Branche besch√§ftigen.
Einen höheren Ingenieurbedarf melden nicht nur die kleinen und mittleren Unternehmen (73 Prozent), sondern auch die Großunternehmen mit mehr als 5.000 Mitarbeitern, die allein ein Viertel der Ingenieure der Branche beschäftigen. Zwei der drei an der Umfrage beteiligten Großunternehmen wollen mehr Elektroingenieure und Informatiker einstellen und eines seine Einstellungszahlen konstant halten.
Ein weiteres Ergebnis der f√ľnften Ingenieurumfrage des Verbands ist eine deutliche Ver√§nderung der Altersstruktur der Ingenieure in den Unternehmen. Waren in der Vergangenheit die meisten Ingenieure zwischen 36 und 40 Jahre alt, verschiebt sich der Schwerpunkt immer mehr zu √§lteren Ingenieuren. Sogar der Anteil der √ľber 50-J√§hrigen steigt seit mehreren Jahren an. Hier wird aus Sicht des ZVEI eine langj√§hrige Unterversorgung mit Nachwuchskr√§ften deutlich: Die Zahl der Ingenieurabsolventen an den deutschen Hochschulen ist in den vergangenen zehn Jahren um ca. ein Drittel gesunken, w√§hrend die Industrie gleichzeitig mehr Ingenieure ben√∂tigt.
‚ÄěSchon heute wird der Ingenieurmangel von vielen Unternehmen als Wachstums- und Innovationsbremse gesehen. Die sich abzeichnende Versch√§rfung dieses Problems betrachten wir mit gro√üer Sorge“, betont ZVEI-Berufsbildungsexperte Dr. Michael Deimel. ‚ÄěImmer mehr High-Tech-Unternehmen werden neben der Produktion auch die Entwicklung ins Ausland verlagern m√ľssen, mit fatalen Langzeitfolgen f√ľr den Standort Deutschland.“

Zwar habe die Bundesregierung das Problem erkannt und im Rahmen ihrer ‚ÄöHigh-Tech Strategie Deutschland' auf die politische Agenda gesetzt. Angesichts dieser problematischen Entwicklungen erwartet der ZVEI von der Politik jedoch konkrete, nachhaltig wirksame Ma√ünahmen. Diese m√ľssten bereits bei Schulkindern der unteren Klassen ansetzen. ‚ÄěWir m√ľssen das Technik-Interesse der Jugend fr√ľhzeitig wecken und pflegen und die mathematischen und naturwissenschaftlichen Bildungsgrundlagen f√ľr ein Ingenieurstudium sichern“, so Deimel. Die entscheidenden Weichen f√ľr eine sp√§tere Studienentscheidung w√ľrden in den Schulen gestellt. Hier m√ľsse Technik besser vermittelt werden. ‚ÄěEine Abwahlm√∂glichkeit f√ľr die entscheidenden Grundlagenf√§cher Mathematik und Physik darf es vor diesem Hintergrund nicht geben.“
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2019.01.17 14:20 V11.11.0-2