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© daniel schweinert dreamstime.com Analysen | 14 MĂ€rz 2014

Anteil Chinas an weltweiter Seltene Erden-Produktion sinkt nur langsam

Die Bundesanstalt fĂŒr Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hat aktuelle Zahlen zum Weltmarkt der Seltenen Erden ausgewertet. Danach sinkt Chinas Anteil an der globalen Produktion dieser Hightech-Rohstoffe nur langsam.
Wurden 2010 noch besorgniserregende 97,6% der weltweit produzierten Seltenen Erdoxide (SEO) in China produziert, ist dieser Anteil entgegen den Erwartungen seitdem nur langsam gesunken. 2011 war der Wert auf 95,1% gefallen. 2013 lag er bei 92,1%. Die USA hatten letztes Jahr einen Anteil von 4,3%, Russland von 2,3% und Malaysia von 1,3%. Auch die Weltproduktion ist zurĂŒckgegangen. Im Rekordjahr 2009 wurden weltweit knapp 133.500 t SEO produziert. 2013 waren es nur noch 90.500 t – ein RĂŒckgang von 32%. Ende 2010 war in Kalifornien nach achtjĂ€hrigem Stopp die Bergwerksförderung im Mountain Pass Bergwerk der US-amerikanischen Molycorp Inc. wieder aufgenommen worden. Anfang 2013 konnte dann auch die australische Lynas Corp. nach jahrelangen und aufwĂ€ndigen Genehmigungsverfahren in Malaysia mit der Aufbereitung von Erz aus ihrem westaustralischem Mt. Weld Bergwerk beginnen. Beide Betreiber kommen jedoch nur langsam in Produktion. Die Anfahrung der beiden komplexen Aufbereitungsanlagen dauert lĂ€nger als erwartet und die geplante Jahresproduktionen (19.050 t SEO in Mountain Pass bzw. 11.000 t SEO in Malaysia) sind noch lange nicht erreicht. Hinzu kommt seit Herbst 2011 ein unerwarteter und drastischer Preisverfall fĂŒr Seltene Erden, der den Betreibern große finanzielle Schwierigkeiten bereitet. Von den einst euphorisch angedachten KapazitĂ€tserweiterungen spricht heute in Kalifornien und Malaysia keiner mehr. Auch China, seit 20 Jahren der weltgrĂ¶ĂŸte Produzent von Seltenen Erden, kĂ€mpft mit den PreisrĂŒckgĂ€ngen und der niedrigen Nachfrage. Ein Grund dafĂŒr ist die unerwartet starke Substitution. Nicht einmal die von der chinesischen Regierung zugeteilte Exportquote wird ausgeschöpft. Diese war im Jahr 2013 auf 30.999 t SEO leicht gestiegen. Mit verschiedensten Maßnahmen versucht China den weiteren PreisrĂŒckgang aufzuhalten und die Nachfrage anzukurbeln. Hierbei steht vor allem die EindĂ€mmung des Schmuggels von Seltenen Erden im Vordergrund. „JĂŒngste SchĂ€tzungen gehen davon aus, dass 2010 und 2011 bis zu 35.000 t SEO jĂ€hrlich China illegal verlassen haben“, so Dr. Harald Elsner, Experte fĂŒr Seltene Erden in der Bundesanstalt fĂŒr Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR). Der starke Preisanstieg im Jahr 2011 habe zu einer Suche und Entdeckung von ĂŒber 440 Seltene Erden-Vorkommen weltweit gefĂŒhrt. Dr. Elsner: „Die gegenwĂ€rtig bekannten Reserven von Seltenen Erden reichen bei derzeitiger Produktion fĂŒr 285 Jahre, die Ressourcen sogar fĂŒr fast 3.400 Jahre.“ Die beiden neuen Bergwerke, die zahlreichen potenziellen Vorkommen und die unerwartet starke Substitution haben den Absatzmarkt fĂŒr Seltene Erden einbrechen lassen. Bei den Seltenen Erden muss man allerdings zwischen leichten Seltenen Erden (Cer, Lanthan, Praseodym, Neodym) und schweren Seltenen Erden (u. a. Dysprosium, Terbium, Europium) unterscheiden. Weder Mountain Pass und Mt. Weld noch die seit 1951 in Abbau stehende russische LagerstĂ€tte Lovozero auf der Kola-Halbinsel enthalten nennenswerte Mengen an schweren Seltenen Erden. Diese werden weiterhin ausschließlich in China gewonnen und stehen aufgrund ihres viel höheren Preises im Hauptinteresse der Schmuggler. Schwere Seltene Erden finden vor allem in „GrĂŒnen Technologien“ (ElektromobilitĂ€t, Windkraftanlagen, Energiesparlampen) Verwendung. WĂ€hrend die BGR die Versorgungslage fĂŒr leichte Seltene Erden völlig unkritisch sieht, ist bis zur Eröffnung zumindest einer der 20 bekannten LagerstĂ€tten mit schweren Seltenen Erden außerhalb Chinas die Versorgungslage mit diesen Seltenen Erden noch gefĂ€hrdet.
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